
Vom Glücksspiel zur Kaffeebühne: Bingo Balear bekommt neues Leben
Vom Glücksspiel zur Kaffeebühne: Bingo Balear bekommt neues Leben
Das seit 2014 geschlossene Gebäude an der Plaza Comte del Rosselló wurde verkauft. Der neue Eigentümer plant ein Café-Theater — eine kulturelle Nutzung hinter dem Mercat de l’Olivar könnte dem Viertel neuen Schwung geben.
Vom Glücksspiel zur Kaffeebühne: Bingo Balear bekommt neues Leben
Ein leerstehendes Haus an der Plaza Comte del Rosselló soll zur kulturellen Ecke hinter dem Mercat de l’Olivar werden
Wer an einem Vormittag am Mercat de l’Olivar vorbeigeht, kennt den Geräuschteppich: Lieferwagen, Händlerrufe, das Klappern von Obstkisten und irgendwo der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und gebratenem Fisch. Gleich hinter diesem Treiben steht ein Gebäude, das seit 2014 geschlossen ist – das ehemalige Bingo Balear. Es ist verkauft worden; der Preis: 2,4 Millionen Euro. Der neue Eigentümer ist Mallorquiner und hat einen Plan, der das Viertel verändern könnte.
Aus dem Kontor für Einsätze und Glücksnummern soll ein Ort werden, an dem Menschen zusammensitzen, reden und sich kleine Bühnenmomente teilen: Ein Café-Theater ist das erklärte Ziel, alternativ werden auch ein Restaurant oder ein Kino geprüft. Formal läuft bereits das Verfahren im Rathaus von Palma: Es sind Aktivitäts- und Baugenehmigungen beantragt worden. Solche Schritte dauern auf der Insel gern ein paar Monate – und oft länger, wenn technische Nachrüstungen nötig werden.
Warum das gut klingt: Die Lage ist nicht zufällig attraktiv. Die Plaza Comte del Rosselló ist eine Schaltstelle zwischen dem Mercat und den Altstadtgassen, hier gehen Anwohner und Marktbesucher ein und aus. Ein Café-Theater könnte tagsüber als Treffpunkt für Nachbarschaften dienen und abends mit kleinen Stücken, Lesungen oder Konzerten das kulturelle Angebot in Palma ergänzen, ähnlich wie TaPalma 2025. Für Beschäftigte rund um den Markt wäre es ein kurzer Weg nach Feierabend, um noch einen Espresso zu trinken oder an einem Kulturabend teilzunehmen.
Natürlich wirft die Idee auch Fragen auf. Wie wird die Schallschutzsituation gelöst, wenn abends Vorstellungen stattfinden? Reichen die Park- und Liefermöglichkeiten, ohne die Marktlogistik zu stören? Und welche Zugänglichkeit wird der Besitzer für Anwohner und Menschen mit eingeschränkter Mobilität garantieren? Solche Punkte gehören zu den Prüfungen, die das Rathaus vornimmt, und die Nachbarschaft wird ein Wörtchen mitreden können.
Ein Café-Theater wäre nicht nur ein kultureller Gewinn, sondern auch ein kleines Wirtschaftssignal für die Umgebung: Jobs in der Gastronomie, Technik, Reinigung und Verwaltung; zusätzlich Laufkundschaft für Bäckereien und kleine Läden rund um die Plaza. Gerade die Marktstraße lebt von kurzen Wegen und spontanen Kontakten – das neue Angebot könnte diese Dynamik stärken, wie Aktionen rund um TaPalma ist los zeigen. Wer an einem warmen Nachmittag auf der Plaça sitzt, freut sich über mehr Orte, an denen man gern Zeit verbringt.
Errichtung und Umbau werden Handwerker, Architekten und Behörden zusammenführen. Das Gebäude ist älter, es braucht Prüfungen an Statik, Elektrik und Brandschutz. Werden daraus flexible Räume mit kleiner Bühne, Bar und Sitzecken, dann ist mit einem gewissen Umbauaufwand zu rechnen. Als Alternativen stehen Restaurant oder Kino im Raum – beide Konzepte hätten eigene Vor- und Nachteile für die Nachbarschaft und für die Verkehrssituation.
Eine kleine, alltägliche Beobachtung: Auf dem Weg über die Plaza fällt auf, wie viele Leute die Stufen vor der Markthalle nutzen, um kurz zu verweilen. Ein Café-Theater könnte diesen Gewohnheiten einen formellen Rahmen geben: ein Platz, an dem man vor oder nach dem Markt noch zusammenkommt. Das klingt bescheiden, aber genau solche Orte machen Stadtteile lebendig.
Ausblick: Wenn die Genehmigungen wie geplant erteilt werden und der Investor die Umbauarbeiten zügig angeht, könnte das Haus hinter dem Mercat binnen eines Jahres eine neue Funktion haben. Für Palma wäre das ein weiterer Baustein, leerstehende Gewerbe wiederzubeleben – ein Thema, das auf der Insel öfter vorkommt, wie etwa beim TaPalma wird 20-Projekt diskutiert wurde. Für Anwohner bietet sich die Chance, an der Umgestaltung mitzubestimmen, für Kulturinteressierte ein möglicher neuer Treffpunkt.
Fazit: Keine große Versprechung, sondern eine praktische Perspektive: Aus dem stillen Bingo-Gebäude könnte ein Ort werden, an dem der Kaffee schmeckt, das Gespräch beginnt und die Bühne klein ganz groß wirkt. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Details im Rathaus zeigen – aber die Idee hat das Potenzial, der Plaza Comte del Rosselló wieder ein Stück Leben zurückzugeben.
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