
Mit Zug, Tram und Boot: Eine entschleunigte Rundfahrt nach Sa Calobra
Eine entspannte Tagestour von Palma über Sóller bis zum Torrent de Pareis: Holzzug, historische Tram und eine Bootsfahrt bieten Ausblicke, Ruhe und Unterstützung für kleine Hafenorte.
Eine Inselrunde, die entschleunigt
Ich habe diese Verbindung an einem heißen Spätsommertag ausprobiert. Start war am Bahnhof in Palma gegen 10 Uhr, wo die alten Holzwagen in der Sonne glänzten und bereits ein paar Reisende mit Kameras und Wasserflaschen warteten. Sobald der Zug anrollt, setzt dieses beruhigende Rattern ein, das in Kombination mit offenem Fenster und einer Brise vom Meer fast meditativ wirkt. Plötzlich ist Palma nur noch eine ferne Geräuschkulisse.
Durch die Serra de Tramuntana
Die Strecke schlängelt sich langsam durch die Berge. Olivenhaine wechseln mit kargen Feldern, Zikaden zirpen über uns, und ab und zu grast ein Pferd gemütlich am Hang. Kurz vor Sóller stoppt der Zug an einem Aussichtspunkt — Zeit für ein Foto, bevor die Gruppe wieder einsteigt. Im Ortskern von Sóller lohnt ein Spaziergang: die steinerne Kirche, enge Gassen, ein kleines Café, wo der Espresso richtig stark ist und nach frisch gemahlenen Bohnen duftet. Mehr Informationen zu dieser Reise findest du hier.
Von dort schaukelt die historische Straßenbahn gemächlich den Hang hinunter in Richtung Port de Sóller. Die Tram bewegt sich so gelassen, dass man die Umgebung wirklich aufnehmen kann: Kinder, die Eis schlecken, Fischer, die ihre Netze checken, und die Promenade mit ihren schlichten Bänken. Gegen halb eins gab es ein einfaches Bocadillo am Wasser — mehr braucht es nicht, wenn die Sonne warm auf die Schulter fällt.
Das Meerstück: Boot nach Sa Calobra
Der letzte Abschnitt ist die Bootsfahrt. Das Motorgeräusch summt, das Boot schaukelt leicht, und draußen ragen Felswände senkrecht aus dem Wasser. Nach ungefähr einer Stunde Anfahrt legt das Boot in Sa Calobra an. Der kleine Hafen wirkt, als hätte er sich Zeit gelassen, älter zu werden: ein paar Bars, ein Kiosk mit gekühlten Getränken und Menschen, die sich ganz ohne Pose sonnen. Für eine entspannte Bootstour an Mallorcas Ostküste ist dieser Ort besonders empfehlenswert. Informationen dazu findest du hier.
Vom Hafen führt ein Weg durch kurze Tunnel, vorbei an Ziegen, bis zum berühmten Torrent de Pareis. Dort sitzt man auf Kies, das Wasser ist klar und fast kühl genug, um nach dem vielen Sitzen sofort aufzuwachen. Familien, Paare, ein paar ältere Besucher mit breitkrempigen Hüten — die Szene ist unaufgeregt und echt.
Unterwegs traf ich María und Toni aus Pollença. Sie hatten spontan beschlossen mitzufahren. „Genau das richtige Tempo“, sagten sie lachend. „Wir haben viel gesehen und doch Zeit zum Pausieren gehabt.“
Warum diese Tour gut für Mallorca ist
Solche kombinierten Tagesausflüge sind mehr als nur nette Stunden am Meer. Sie verteilen Besucher auf verschiedene Orte der Insel, statt alle an einen überfüllten Strand zu treiben. Zug- und Tramfahrten belasten die Straßen weniger, und die Boote halten kleine Häfen lebendig — von den Kiosken bis zu den Cafés in Port de Sóller profitieren lokale Anbieter. Wer langsam reist, bleibt länger in den Orten, gibt Kleinstbetrieben Umsätze und erlebt Mallorca nachhaltiger. Mehr über die Vorteile solcher Ausflüge erfährst du hier.
Praktische Tipps
Wann: In der Hauptsaison (Frühling bis Herbst) fahren die Verbindungen regelmäßig, trotzdem früh planen — die Plätze sind begehrt.
Dauer: Rechne mit fast zehn Stunden für Hin- und Rückfahrt, je nachdem, wie lange du in Sa Calobra bleiben möchtest.
Packliste: Trinkwasser, Sonnenschutz, Badeschuhe für den Kies, eine leichte Jacke für die Zugtunnel und etwas Kleingeld für ein Eis am Hafen. Und nimm die Kamera mit — die Blicke von der Klippe sind es wert.
Fazit: Diese Route ist ein kleines Rezept gegen Urlaubsstress. Kein Rennen, sondern Zeit zum Schauen, Atmen und Genießen. Wer Mallorca abseits der Schnellspur erleben will, findet hier ein kleines, sehr lohnendes Inselabenteuer.
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