
Auf dem Jetboard in Port Calanova: Zwischen Bauchlage und Euphorie
Morgens in Port Calanova: Sonne, der Geruch von Salzwasser und Benzin – und ein Jetboard, das neugierig macht. Warum Bauchlage oft schlauer ist als pompöser Aufstand und wie eine Probestunde zum Glücksmoment wird.
Auf dem Jetboard in Port Calanova: Zwischen Bauchlage und Euphorie
Es war einer dieser mallorquinischen Morgen, wenn die Luft noch weich ist und die Hitze sich erst zaghaft an den Asphalt heranwagt. Um 9:30 Uhr stand ich am Steg von Port Calanova, die Möwen kreischten, ein Boot in der Ferne schnurrte, und der Duft von Salzwasser mischte sich mit dem leicht öligen Geruch der Motoren. Gastgeber Sven Hamelmann winkte gelassen vom Kai – die Boards lagen bereit: ein Awake für die einen, das neue Rävic Explore für die anderen.
„Ist ganz einfach“ — und trotzdem Respekt
Die Trainerin rollte die typische Zuversichtsgeste mit dem Finger. Sie lag flach auf dem Brett, die Fernbedienung am Handgelenk, und schoss los wie ein geölter Blitz. Zuerst in Bauchlage, dann auf die Knie, und schließlich aufrecht — alles in einem Atemzug, so filmreif, dass man kurz daran zweifelt, ob da nicht ein Schnitt kam. Die Wahrheit: in der Praxis rumpelt es, spritzt und lacht jemand immer.
Sicherheitsmaterial ist solide. An der Fußmanschette hängt der Kill-Switch — reißen Sie die Verbindung, stoppt das Brett sofort. Und ja, die Teile können bis zu 40 km/h erreichen. Schnell genug, um Adrenalin zu wecken. Langsam genug, um es mit etwas Respekt zu genießen.
Mein kleiner Moment des Scheiterns
Als ich an der Reihe war, war meine Eleganz verschwunden. Ein zu beherzter Gasstoß, der Aufstehversuch wurde zum Salto rückwärts, und ich landete mit einem lauten Platsch im Wasser. Das Board glitt zwei Meter weiter, als hätte es meinen Stolz überfahren. Gelächter am Steg, ein freundliches „no pasa nada“ von Sven, das wie ein kleiner Zauberspruch wirkte.
Plan B: liegenbleiben. Ich streckte die Arme, ließ die Beine baumeln und hielt die Fernbedienung fest. Und plötzlich war da dieses Gefühl: das Brett zog an, glitt über die Bucht, Gischt an den Seiten, kleiner Tunnelblick auf den Hafen. Keine Pose für Instagram, aber ein echtes Grinsen im Gesicht. Manchmal ist der unspektakuläre Weg der direkteste zur Freude.
Bauchlage ist kein Versagen
Viele denken, nur wer aufrecht steht, habe Spaß. Falsch. In Bauchlage hat man Kontrolle, Tempo und Ruhe in den Schultern. Die Trainer mahnen: Brust raus, Schultern locker, atmen. Und schon wird aus der unsicheren Positionssuche ein kontrollierter Flug über blaues Wasser. Zuschauer am Steg kicherten, klatschten, ein älteres Paar filmte, Sven schlürfte seinen Kaffee — das kleine Theater am Morgen.
Praktische Tipps für die Probestunde
Wer hinfährt, sollte ein paar Dinge beachten: morgens ist der Wind meist milder, also ideal für den Einstieg. Sonnencreme nicht vergessen, lieber eine Lycra oder kurzen Neoprenanzug anziehen, feste Sandalen für den Steg. Und ganz wichtig: Geduld mitbringen. Der erste Versuch ist selten der schönste. Akzeptieren Sie Plan B. Oft ist Liegen der Anfang von echtem Tempogefühl.
Warum das kleine Risiko sich lohnt
Jetboarden in Port Calanova ist kein Extremsport im rücksichtslosem Sinn, es ist ein Angebot, die Küste neu zu entdecken — ohne lange Anfahrt, ohne großen Aufwand. Man steht nicht sofort wie ein Profi auf dem Brett, aber man gleitet. Und dieses Gleiten, an einem milden Morgen, mit dem Geruch von Kaffee und Meer, ist genug. Drei neue Fans hat Port Calanova an diesem Tag bekommen — mich eingeschlossen.
Für alle, die ein Stück Alltag gegen salzige Luft und ein bisschen Nervenkitzel tauschen wollen: probiert es aus. Es piekst kurz im Oberschenkel, beruhigt später das Herz. Und wenn Sie wieder an Land kommen, haben Sie etwas zu erzählen, das sich besser anfühlt als ein perfektes Foto: ein echtes Erlebnis. Informationen zu weiteren Aktivitäten und Bootsausflügen finden Sie unter diesem Link.
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