Klaus‑Michael Kühne gestorben – Sein Mallorca‑Erbe

Klaus‑Michael Kühne gestorben: Der Unternehmer, der Mallorca ein zweites Zuhause schenkte

Klaus‑Michael Kühne gestorben: Der Unternehmer, der Mallorca ein zweites Zuhause schenkte

Mit 60 kam er erstmals auf die Insel, später wurde aus dem Ferienhaus das Castell Son Claret – ein Hotel, ein Musik-Ort, ein Argument für hochwertige Hotellerie. Klaus‑Michael Kühne ist mit 89 Jahren gestorben.

Klaus‑Michael Kühne gestorben: Der Unternehmer, der Mallorca ein zweites Zuhause schenkte

Vom späten Aufbruch zum Inselprojekt – Hotels, Konzerte und das Ziel: weniger Gäste, mehr Ruhe

Es sind dieselben Straßen rund um Es Capdellà, die morgens vom Stimmengewirr des Marktes und dem Scharren von Gießkannen erfüllt sind, die auch das Castell Son Claret umgeben. Hier, zwischen Olivenbäumen und Steinmauern, hinterließ Klaus‑Michael Kühne in den vergangenen Jahrzehnten seine deutlichsten Spuren auf Mallorca. Der Hamburger Unternehmer ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er hatte die Insel erst spät für sich entdeckt, blieb ihr danach eng verbunden und machte aus einem Privatprojekt ein Stück Inselkultur.

Erstmals auf Mallorca landete ihr gemeinsamer Weg 1997, als Kühne und seine Frau Christine sich entschlossen, ein Haus zu kaufen – das war der Beginn. Aus dem Rückzugsort wurde ein Restaurierungsprojekt: das Anwesen Son Claret bei Es Capdellà, das 2013 als Fünf‑Sterne‑Hotel Castell Son Claret wiedereröffnete. Der Bau und die Gärten wurden mit viel Liebe zum Detail angepackt; rund 38 Millionen Euro flossen in die Umgestaltung. Für Kühne war Hotellerie kein reines Geschäft, sondern ein Anliegen: er wollte eine Inselseite stärken, die Ruhe, Qualität und Kultur suchte statt Masse und Billigtourismus.

Das Hotel wurde mehr als ein Ort zum Übernachten. Unter seiner Ägide wurde Son Claret Bühne für klassische Konzerte, Treffpunkt für Manager und Denkende und Ort für das Wirtschaftsforum „Neu Denken“, das 2021 am Castell begann und in den Folgejahren in Palma fortgesetzt wurde. Wer hier zu Besuch war, fand oft keine leere Glamour‑Inszenierung, sondern eine Kombination aus sorgfältiger Restaurierung, musikalischem Programm und gehobener Küche. Das Hotelrestaurant Sa Clastra erhielt 2023 einen Michelin‑Stern – ein kleines, aber sichtbares Zeichen dafür, wie sehr sich das Haus in Mallorcas Gastronomieszene verankert hat.

Kühne war ein Mann mit vielen Seiten: Er hatte seine Wurzeln in der Logistik, übernahm früh Verantwortung im Familienunternehmen und engagierte sich später in Beteiligungen wie Hapag‑Lloyd oder bei Fluglinien. Gleichzeitig zeigte er auf der Insel eine offensichtliche Zuneigung zur klassischen Musik. Seine Stiftung arbeitete international mit Festivals und Opernhäusern zusammen; für die geplante Caja de Música in Palma sagte er 2020 zwei Millionen Euro zu – ein Versprechen, das er später wieder zurückzog. Trotzdem blieb sein Engagement in der Kultur spürbar: Konzerte im Castell, Kooperationen, und die Idee, dass ein Hotel auch ein kultureller Ort sein kann.

Im Alltag wirkte Kühne manchmal überraschend bodenständig. Er war mehrfach auf Linienflügen zwischen Zürich und Palma gesehen worden; die Anekdote, er habe früher sogar Briefe persönlich getragen, um Porto zu sparen, wurde oft erzählt. Dieser Mix aus hanseatischer Nüchternheit und großzügigem Mäzenatentum prägte sein Wirken: Effizienz war ihm wichtig, Gewinn nicht immer das einzige Ziel.

Politisch und gesellschaftlich wurde Kühne auf Mallorca zur vertrauten Figur. Sein Engagement brachte Gäste und Diskussionen, aber auch ein Beispiel dafür, wie private Initiativen öffentliche Kulturräume unterstützen können. Auf der Insel hinterlässt er keine Nachfahren, große Teile seines Vermögens sind in der gemeinnützigen Kühne‑Stiftung angelegt; sein Unternehmensnetzwerk hat er früh mit klarer Nachfolge geregelt. Vor etwa zehn Tagen war er von Mallorca in sein Haus in Schindellegi in der Schweiz zurückgekehrt, dort ist er gestorben.

Was bleibt, ist mehr als ein restauriertes Herrenhaus und ein Hotel mit Michelin‑gekrönter Küche. Es bleibt die Erinnerung an jemanden, der Mallorca als Lebensort annahm und versuchte, für seine Inselversion zu werben: weniger Besucher, höhere Ausgaben, Ruhe und Kultur. In den Gärten von Son Claret, wenn das Zirpen der Grillen die Abendluft füllt und hinter den Kieferkronen die Lichter des Castell angehen, hört man noch ein bisschen von jener Idee, die Kühne hier pflanzte.

Wer an einen Abschied denkt, kann auf Mallorca auch einen kleinen, praktischen Trost finden: Die Insel hat in den vergangenen Jahren gelernt, Kultur, Hotellerie und Landschaft enger miteinander zu verbinden. Das ist keine Garantie, aber eine Richtung – und für viele hier ein Stück Erbe von Klaus‑Michael Kühne.

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt, Mallorca zu besuchen, wenn man Kultur und Ruhe sucht?

Viele Besucher finden Frühling oder Herbst ideal, weil das Klima mild ist und weniger Trubel herrscht. Auf Mallorca lassen sich kulturelle Angebote und ruhige Hotelatmosphäre gut kombinieren, besonders rund um Es Capdellà und das Castell Son Claret.

Was macht das Castell Son Claret zu einem besonderen Ort für kulturelle Veranstaltungen?

Das Anwesen wurde restauriert und zu einem Fünf-Sterne-Hotel umgebaut. Es dient als Bühne für klassische Konzerte, Treffen von Führungskräften und kulturelle Programme, die Inselkultur stärken.

Welche Rolle spielte Klaus-Michael Kühne für die Kultur- und Hotellandschaft auf Mallorca?

Kühne ließ das Anwesen Son Claret restaurieren und zum Hotel wachsen. Unter seiner Leitung wurden Konzerte und kulturelle Kooperationen etabliert, die Inselkultur sichtbar machten.

Gibt es auf Mallorca Orte, an denen man Ruhe und Kultur abseits von Massentourismus erleben kann?

Ja, das Umfeld rund um Es Capdellà und das Castell Son Claret bietet ruhige Atmosphäre, hochwertige Gastronomie und kulturelle Programme. Es ist weniger überlaufen als zentrale Touristenzentren.

Welche kulinarischen Highlights gibt es im Castell Son Claret?

Das Hotelrestaurant Sa Clastra erhielt einen Michelin-Stern und bietet gehobene Küche in der Umgebung. Diese Verbindung aus Restaurierung und kulinarischer Qualität prägt das Hotel.

Welche kulturellen Aktivitäten fanden im Castell Son Claret statt?

Konzerte der klassischen Musik gehörten zum Programm, und das Haus war Treffpunkt für Manager und Denker. Es gab auch Kooperationsprojekte mit Festivals und Wirtschaftsforen.

Was bleibt als Erbe von Klaus‑Michael Kühne auf Mallorca?

Eine stärker verankerte Kultur- und Hotellandschaft mit Fokus auf Ruhe und Qualität. Vieles davon lebt in der Kühne-Stiftung fort und inspiriert Inselkultur weiter.

Wie lässt sich ein Besuch am Castell Son Claret sinnvoll planen, um Ruhe und Kultur zu erleben?

Nutzen Sie die ruhige Umgebung, genießen Sie die Restaurierung und das kulinarische Angebot, und schauen Sie nach kulturellen Terminen vor Ort. So lässt sich Entspannung mit kulturellem Programm verbinden.

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