
Macià Batle räumt bei CIVAS ab — zwei „Gran Oro“ und ein Lob für Mallorca
In Santa Maria jubelt man: Die Bodega Macià Batle gewinnt bei CIVAS zwei „Gran Oro“-Auszeichnungen und mehrere Goldmedaillen. Was das für die Insel bedeutet.
Macià Batle räumt bei CIVAS ab — zwei „Gran Oro“ und ein Lob für Mallorca
Als die Sonne am Freitagnachmittag noch warm auf die Pflaumenbäume hinter der Bodega schien und die Tramuntana nur ein vorsichtiges Lüftchen schickte, trudelte die Nachricht in die Vinothek in der Carrer Major: Macià Batle hat bei CIVAS ordentlich abgeräumt. Wer jetzt durch Santa Maria schlendert, hört kein lautes Hupen, sondern das leise Klirren von Gläsern — und gelegentlich ein triumphierendes Lachen aus der Abfüllhalle.
Die prämierten Weine — was im Glas passiert
Die Jury verlieh zwei Weinen die höchste Kategorie Gran Oro: die Col·lecció Privada 2020 und den Gran Selecció Chardonnay-Premsal Blanc. Dazu kamen mehrere Goldmedaillen für Abfüllungen wie den Gran Selecció Premsal und den Margalida Llompart Blanc sowie einige weitere Jahrgänge, die jetzt mit kleinen Goldaufklebern glänzen.
Für alle, die gern probieren: Der Col·lecció Privada 2020 zeigt Noten von reifen Pfirsichen, einem Hauch gerösteter Vanille und einer kompakten, aber eleganten Tanninstruktur — also ein Wein, der länger am Tisch bleiben möchte. Der Chardonnay-Premsal brilliert mit Zitrus, weißen Blüten und einer überraschenden Rundheit auf der Zunge, die sofort Lust auf eine weitere Flasche macht.
Warum CIVAS für eine Inselbodega Gewicht hat
CIVAS ist kein lokaler Schützenverein: Nur nominierte Bodegas dürfen antreten, die Auswahl ist streng. Eine Auszeichnung hier ist deshalb mehr als ein hübsches Etikett — sie ist ein Signal nach außen, dass mallorquinischer Wein auf nationaler Ebene mithalten kann. In der Vinothek hörte ich Winzer und Mitarbeiter, die zwischen trockenem Humor und ehrlichem Stolz schwankten. Eine Mitarbeiterin sagte lachend: „Ein Preis ersetzt keine Putzfrau, aber er bringt Besucher.“
Das hat handfeste Folgen: Besucher, die früher Strand und Sangria wählten, steuern nun häufiger die Inselmitte an, bleiben für Kellerführungen, kaufen Flaschen ab Hof und fragen nach Jahrgängen. Solche Verkäufe sind nicht nur Prestige — sie füllen Kassen, sichern Jobs und bringen regionale Lieferketten in Bewegung.
Was das für Mallorca bedeutet
Die Siege von Macià Batle sind ein Baustein in einem größeren Puzzle. Je mehr Inselweine bei Wettbewerben anerkannt werden, desto stärker wächst das Interesse an mallorquinischer Herkunft, Terroir und Rebsorten wie Premsal oder Callet. Das verändert die Touren: An regnerischen Vormittagen, so habe ich beobachtet, sind plötzlich Busse in den Weinbergen statt an der Küste zu sehen. Ein kleines Stück Inselwirtschaft profitiert direkt davon — und das ist nicht nur für Winzer zu spüren, sondern für Gastronomie und ländliche Betriebe.
Natürlich bleibt es Handarbeit: In der Abfüllhalle wird weiter probiert, verworfen und gefeilt. Preise sind Katalysator, kein Endpunkt. Und während die Flaschen mit Goldaufklebern in den Regalen funkeln, geht die Arbeit im Keller weiter — mitunter unter dem typischen Geruch von Maische, Holz und einer Portion Zuversicht.
Blick nach vorn — und ein Tipp für Besucher
Macià Batle wird die Erfolge sicherlich kommunizieren — auf der Website, in Regalen und bei Führungen. Für Weinliebhaber bleibt das Beste: Man kann vorbeikommen, probieren und sehen, wie auf der Insel Wein entsteht. Die Mitarbeiterinnen erklären die Sorten mit Ruhe, manchmal einem Augenzwinkern, und oft mit einer kleinen Anekdote aus dem Alltag der Bodega.
Wer die prämierten Sorten probieren möchte, reserviert am besten kurz vorher — sonst steht man vielleicht nur mit einem Glas in der Hand und einem Lächeln, das vom Wind der Tramuntana zerzaust ist.
Für weitere Informationen über die gastronomische Vielfalt der Insel, lohnt sich ein Blick auf die Genussvielfalt Mallorcas.
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