Miró-Serie bleibt auf Mallorca: Inselrat erwirbt 36-teilige Mappe für Museu de Mallorca

Ein Miró-Schatz bleibt auf der Insel: Die „Serie Mallorca“ kommt ins Museu de Mallorca

Ein Miró-Schatz bleibt auf der Insel: Die „Serie Mallorca“ kommt ins Museu de Mallorca

Der Inselrat hat die 36-teilige ‚Serie Mallorca‘ von Joan Miró für 400.000 Euro gekauft. Die kompletten Radierungen und Aquatinten von 1973 gehören künftig dem Museu de Mallorca und sind aktuell in einer Ausstellung zu sehen.

Ein Miró-Schatz bleibt auf der Insel: Die „Serie Mallorca“ kommt ins Museu de Mallorca

Es fühlt sich fast so an, als hätte Palma an diesem milden Maiabend (die Anzeige am Passeig zeigt 23 °C) einen kleinen Atemzug der Erleichterung getan: Die Inselverwaltung hat die 36 Arbeiten umfassende „Serie Mallorca“ von Joan Miró für 400.000 Euro erworben und in die öffentliche Sammlung übernommen. Die Mappe mit Radierungen und Aquatinten aus dem Jahr 1973 wechselt damit vom Privatbesitz in den Bestand des Museu de Mallorca und soll dauerhaft zugänglich bleiben.

Wer zuletzt an einem Café-Tisch im Mercat de l’Olivar saß, hat vielleicht die Plakate zur Ausstellung gesehen, die derzeit im Museum läuft: „Joan Miró i el despertar de l’art contemporani a Mallorca. Miró i Pelaires 1969–1983“. Die Schau, kuratiert von Magdalena Aguiló Victory, zeigt die Mappe als Herzstück und ist noch bis zum 15. Juni zu besuchen. Für Mallorquinerinnen und Mallorquiner wie für Gäste ist das eine seltene Gelegenheit: Vollständige Exemplare dieser Serie gibt es weltweit nur rund zehn Mal.

Die Blätter selbst sind kein Nebeneinander von Abzügen, sondern ein Experiment in Reihenfolge und Variation. Miró arbeitete mit schwarzen Linien, kräftigen Primärfarben und negativen Raumformen; jede Radierung kann als eigenständiges Werk gelesen werden, gleichzeitig erzählen alle 36 Bögen eine Folge künstlerischer Entscheidungen. Dass diese Sammlung nun in öffentlichem Besitz verbleibt, heißt auch: Forschung, Restaurierung und Vermittlung lassen sich besser planen. Die zuständigen technischen und kunsthistorischen Fachbereiche der Insel prüften das Werk und gaben grünes Licht für den Kauf.

Vor Ort spürt man den Wert solcher Entscheidungen im Kleinen: Schülergruppen, die auf dem Weg aus der Schule am Museum vorbeikommen, können künftig Mirós Arbeit direkt sehen, anstatt nur Reproduktionen in Schulbüchern. Künstlerinnen der Insel, Studierende der Kunsthochschule, Rentner, die sonntags auf der Plaça sitzen — alle profitieren, weil die Mappe nicht länger hinter verschlossenen Türen lag. Das Museum gibt sie nicht einfach in einen Depotraum; sie ist bereits Teil der laufenden Schau, eine Einladung zum Nahsehen.

Die Verbindung zur Galerie Pelaires, die die Serie anbot, gehört zur Geschichte des Werkes. In den späten 1960er- und 1970er-Jahren war die Zusammenarbeit zwischen Miró und lokalen Galerien ein Motor für die zeitgenössische Szene. Die aktuelle Präsentation beleuchtet diese Jahre: Druckgrafiken, Plakate, Briefe und Archivmaterial zeigen, wie Kunst auf Mallorca damals diskutiert und ausgestellt wurde.

Was bringt die Zukunft? Wenn man in Palma am Passeig entlanggeht und den Wind von der Bucht spürt, wünscht man sich, dass die Mappe mehr kann als nur ausgestellt sein. Sinnvoll wären begleitende Workshop-Reihen für Jugendliche, ein digitaler Katalog mit hochauflösenden Abbildungen für Schulen, Leihprogramme für regionale Museen und gemeinsame Projekte mit der Kunstakademie. Solche Angebote würden das Werk nicht institutionell verkapseln, sondern lebendig halten.

Für die Insel hat der Erwerb eine doppelte Bedeutung: Er sichert ein künstlerisches Zeugnis, das eng mit Mallorcas Atmosphäre verbunden wird, und er stärkt die lokale Kulturlandschaft als Ort, an dem Originale nicht nur gezeigt, sondern auch verstanden werden. In einer Stadt, in der Mopeds durch enge Gassen knattern und alte Männer Domino auf der Plaça spielen, ist es ein gutes Gefühl, dass ein Stück moderner Kunstgeschichte hier bleibt — zugänglich, erfahrbar und bereit, neue Blicke zu provozieren.

Wer noch hinmöchte: Die Ausstellung läuft bis zum 15. Juni im Museu de Mallorca. Danach wäre ein früher Blick auf die Vermittlungspläne der Häuser, die die Mappe künftig betreuen, kein Fehler; das Potenzial für Schulprogramme und Kooperationen ist groß. An einem sonnigen Nachmittag, mit einer Tasse Kaffee und Blick auf die Kathedrale, kann man das fast ein bisschen wie einen kleinen kulturellen Befreiungsschlag fühlen — und hoffen, dass die Insel die Arbeit hat, daraus etwas Dauerhaftes zu machen.

Häufige Fragen

Kann man im Museu de Mallorca aktuell eine echte Miró-Arbeit sehen?

Ja, im Museu de Mallorca ist derzeit die „Serie Mallorca“ von Joan Miró zu sehen. Die Mappe mit 36 Radierungen und Aquatinten ist Teil der laufenden Ausstellung und bleibt damit auf der Insel zugänglich. Für Kunstinteressierte ist das eine seltene Gelegenheit, ein geschlossenes Werkensemble von Miró in Palma zu erleben.

Wie lange läuft die Miró-Ausstellung im Museu de Mallorca noch?

Die Ausstellung „Joan Miró i el despertar de l’art contemporani a Mallorca. Miró i Pelaires 1969–1983“ ist noch bis zum 15. Juni zu sehen. Wer sie besuchen möchte, sollte den Termin also nicht zu weit nach hinten schieben. Im Mittelpunkt steht die „Serie Mallorca“, die jetzt dauerhaft in öffentlichem Besitz bleibt.

Warum gilt Joan Mirós „Serie Mallorca“ als so besonders?

Die „Serie Mallorca“ ist besonders, weil nur rund zehn vollständige Exemplare dieser Werkfolge weltweit bekannt sind. Dazu kommt, dass die 36 Blätter nicht nur einzelne Drucke sind, sondern als künstlerische Folge gedacht wurden. Der Erwerb sorgt dafür, dass dieses seltene Werk auf Mallorca bleibt und öffentlich zugänglich ist.

Was kostet es, die Kunst in Palma im Museu de Mallorca zu sichern?

Für den Erwerb der „Serie Mallorca“ hat die Inselverwaltung 400.000 Euro ausgegeben. Das Werk wurde damit aus Privatbesitz in die öffentliche Sammlung übernommen. Ziel ist, dass es langfristig auf Mallorca bleibt und für Forschung, Restaurierung und Vermittlung genutzt werden kann.

Lohnt sich ein Besuch im Museu de Mallorca auch ohne Kunst-Vorkenntnisse?

Ja, die Ausstellung ist auch für Besucher ohne kunsthistorisches Vorwissen gut zugänglich. Die Blätter der „Serie Mallorca“ lassen sich einzeln betrachten, wirken zusammen aber wie eine Folge von Entscheidungen und Variationen. So kann man Mirós Arbeitsweise auch ohne Fachsprache gut nachvollziehen.

Was verbindet Joan Miró mit Mallorca?

Joan Miró ist eng mit der Kunstgeschichte der Insel verbunden, besonders durch seine Zusammenarbeit mit lokalen Galerien und Akteuren in Palma. Die aktuelle Schau zeigt, wie wichtig Mallorca für seine zeitgenössische Wirkung war. Die „Serie Mallorca“ passt deshalb nicht nur thematisch, sondern auch historisch gut auf die Insel.

Welche Aktivitäten wären für die Miró-Mappe auf Mallorca sinnvoll?

Sinnvoll wären vor allem Formate, die das Werk über den Museumsbesuch hinaus öffnen: Workshops für Jugendliche, digitale Kataloge für Schulen und Kooperationen mit der Kunsthochschule. Auch Leihprogramme für andere Museen auf der Insel könnten helfen. So bleibt die „Serie Mallorca“ nicht nur ein Ausstellungsstück, sondern wird Teil der kulturellen Bildung auf Mallorca.

Wann ist ein Besuch in Palma für Kunst und Stadtbummel besonders angenehm?

Ein milder Frühlingstag oder ein sonniger Nachmittag eignen sich in Palma besonders gut für einen Museumsbesuch und einen anschließenden Stadtbummel. Dann lässt sich der Weg ins Museu de Mallorca gut mit einem Kaffee, einem Gang durch die Altstadt oder einem Blick auf die Kathedrale verbinden. Gerade für ruhige Kulturtermine ist Palma dann angenehm entspannt.

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