Neujahrsbad auf Mallorca 2026: Can Pere Antoni wird Treffpunkt

Mutprobe am Meer: Neujahrsbäder auf Mallorca werden zur Insel‑Tradition

Am 1. Januar suchten wieder viele Mallorquiner und Gäste die Strände auf, um das neue Jahr mit einem Sprung ins Meer zu beginnen. Erstmals organisierte die Hafenbehörde der Balearen das Event am Can Pere Antoni – ein warmherziger Start in 2026 trotz kühler Luft und rund 15 °C Wassertemperatur.

Mutprobe am Meer: Neujahrsbäder auf Mallorca werden zur Insel‑Tradition

Mutprobe am Meer: Neujahrsbäder auf Mallorca werden zur Insel‑Tradition

Erstmals organisierte die Hafenbehörde den gemeinsamen „Sprung ins Meer des Jahres“ am Can Pere Antoni — und die Stimmung war typisch mallorquinisch: herzlich, etwas rau, aber voller Neugier.

Am Passeig Marítim roch es nach Salz und gebrühtem Kaffee. Früh am Neujahrsmorgen sammelten sich Menschen in bunten Badekleidern und Mänteln am Strand von Can Pere Antoni, Familien mit Kindern, ein paar fitte Rentnerinnen und Menschen, die man sonst im Winter selten in Badehose sieht. Die Hafenbehörde der Balearen (APB) hatte den ersten offiziellen Sprung ins Meer des Jahres organisiert – eine Premiere, die mehr Zuschauer und Mitmachende anzog, als mancher vermutet hätte.

Es geht nicht um Rekorde oder Wettkämpfe, sondern um ein gemeinsames Ritual. Wer an diesem Morgen ins Wasser ging, tat das in freundlicher Gesellschaft: Gespräche über das vergangene Jahr, Gelächter, das Klappern von Thermoskannen, und im Hintergrund das immer gleiche Geräusch der Wellen. In Magaluf fanden kleinere, ebenso ausgelassene Treffen statt; dort sah man Gruppen von Freunden, die den Sprung mit heißem Tee und Decken abrundeten.

Wichtig zu wissen: Die Luft bewegte sich an diesem Tag bei etwa 13 bis 15 Grad, das Meer bei Palma lag nahe 15 °C; Informationen zu Wassertemperaturen finden sich in einem früheren Beitrag. Meteorologen wie AEMET führen die vergleichsweise milden Werte unter anderem auf das Sturmtief Francis über dem Festland zurück, das Luftströmungen drehte und so milde Luft nach Mallorca brachte. Wer erwartet hatte, hier würde Eisbaden im olympischen Sinne stattfinden, wurde enttäuscht – es ist eher ein fröhliches Neujahrsspielchen als Extremsport.

Aus dem Alltag heraus betrachtet hat das Neujahrsbad etwas Verbindendes. Auf dem Weg zum Strand traf man Verkäuferinnen mit warmen Churros, Hundebesitzer, die ihre Tiere an der Leine hielten, und ältere Anwohner, die mit verschränkten Armen die Szene beobachteten. Die Atmosphäre war nicht brav, aber auch nicht überdreht — eher wie ein Nachbarschaftstreffen an einem ungewöhnlichen Ort.

Warum ist das gut für Mallorca? Solche Rituale bringen Menschen zusammen, die sonst unterschiedliche Wege gehen. Sie füllen die Promenaden in der ruhigeren Jahreszeit, schaffen Gesprächsanlässe zwischen Einheimischen und Besuchern und beleben kleine Geschäfte an der Strandpromenade. Außerdem ist das Neujahrsbad ein bodenständiger Kontrapunkt zu touristischen Hochsaisonspektakeln: wenig Show, viel gemeinsame Freude.

Für Neugierige, die mitmachen möchten: kleine Tipps aus der Praxis. Kommt mit einer warmen Jacke, organisiert eine Decke und einen heißen Tee für danach, und achtet auf die Hinweise der Rettungsschwimmer — die sind an solchen Tagen oft präsent. Wer sich das erste Mal wagt, bleibt kurz im Wasser und steigt zügig wieder raus; das ist angenehmer, als lange zu frieren. Und: Respektiert die Strandregeln und die anderen Badenden.

Blick nach vorn: Das Neujahrsbad hat das Potenzial, sich weiter zu verankern. Es ist eine einfache, low‑key Tradition, die zu Mallorca passt: draußen sein, das Meer als gemeinsame Plattform nutzen, und das neue Jahr zusammen beginnen. Wenn Ende März, Anfang April das Meer hier am kältesten ist, bleibt das Ritual zwar dasselbe, aber die Herausforderung steigt — dann finden sich sicher wieder hartgesottene Schwimmerinnen und Schwimmer, die dem Meer ein Versprechen abgeben: Wir sehen uns wieder.

Heute jedenfalls blieb der Ton freundlich und unaufgeregt. Kein Wettkampf, kein Zwang, nur Menschen, die an einem kühlen Morgen zusammenkamen, um etwas Altvertrautes neu zu feiern. Das passt zur Insel — ein bisschen rau, ziemlich menschlich und immer offen für ein neues Jahr.

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