Rundkurs von Cala Millor ins ländliche Mallorca – Tipps und Streckeninfo

Abseits der Küste: Rundkurs von Cala Millor in Mallorcas ländlichen Osten

Abseits der Küste: Rundkurs von Cala Millor in Mallorcas ländlichen Osten

Eine neue Rundroute startet in Cala Millor und führt durch Son Servera, Artà und Sant Llorenç. Ideal für erprobte Fahrer, mit landschaftlichen Pausen, regionaler Küche und klaren Ausrüstungstipps.

Abseits der Küste: Rundkurs von Cala Millor in Mallorcas ländlichen Osten

Zwischen Pinien, Possessions und Plaça – eine Tour für erfahrene Beine und neugierige Augen

Am Morgen, wenn die Fischer ihre Netze im Hafen von Cala Millor sortieren und ein leichter Salzigkeitsduft über der Promenade hängt, starten derzeit immer mehr Radfahrer ihre Runde ins Inselinnere. Die Route beginnt und endet in Cala Millor und lässt sich als kompakter Rundkurs oder mit zusätzlichen Schleifen fahren.

Offizielle Angaben sprechen von knapp 44 Kilometern Basislänge; wer Varianten einbaut, kommt leicht auf rund 60 Kilometer. Die Strecke verknüpft flache Küstenabschnitte mit steileren Anstiegen ins Hinterland. Wer hier unterwegs ist, wechselt zwischen ruhigen Nebenstraßen, kurzen Feldwegen und auffälligen Abschnitten, die fahrtechnisch fordern.

Erste Etappe führt in Richtung Son Servera. Die Ortschaft wirkt mit ihren schattigen Seitenstraßen und dem Klang von Cafés für eine kurze Bäckerei-Pause wie geschaffen für die erste Rast. Weiter geht es in die bergigere Zone um Artà: Die Wege nähren den Blick auf markante Erhebungen wie den Morro den Farrutx. In Artà lohnt sich ein Zwischenstopp auf der Plaza; Steinmauern, eine Bäckerei mit noch warmen Ensaimadas und das leise Klappern von Tellern in einem kleinen Café bilden eine angenehme Kulisse.

Ein Stück der Strecke verläuft über die sogenannte Carretera dels rentadors – hier sind kräftige Beine gefragt. Die Steigungen wechseln mit engen Kurven; wer unsicher ist, nimmt das Tempo raus oder schiebt das Rad an der steilsten Stelle. Nach Artà öffnet sich die Landschaft, Olivenhaine und vereinzelte Possessions säumen den Weg, kleine Wasserkanäle gluckern hin und wieder am Straßenrand.

Der Weg nach Sant Llorenç führt teilweise über den Camí de Carrossa. In Orten wie Sant Llorenç fallen die Unterschiede zwischen Küste und Hinterland sofort ins Auge: bescheidene Dorfplätze, eine Kirche, ein Supermarkt – ideal für Proviantnachschub. Achtung: Einige ländliche Abschnitte sind in schlechtem Zustand. Speziell in und um Sant Llorenç gibt es Stellen mit rauer Fahrbahn, auf denen Vorsicht geboten ist.

Auf dem Rückweg Richtung Küste passiert die Route Son Carrió und Sa Torre Nova. Zwischen alten Steinmauern und Feldern befinden sich zahlreiche Zugänge zu typischen mallorquinischen Landhäusern. Die Geräusche ändern sich: weniger Autolärm, mehr Vögel und das ferne Summen von Traktoren.

Praktisch heißt das: Ein robustes Rennrad oder ein Gravelbike sind für diese Tour empfehlenswert. Gute Reifen, Flickzeug und eine kleine Pumpe gehören in den Rucksack, ebenso genügend Wasser. Versorgungsmöglichkeiten tauchen in kleineren Orten auf, sind aber nicht durchgängig garantiert.

Die beste Zeit für solche Ausfahrten ist die Übergangszeit von Herbst bis Frühling; in den Hochsommermonaten können Temperaturen über 30 Grad fordernd werden. Wer vormittags startet, erlebt angenehme, kühle Stunden und kehrt meist mit der warmen Spätnachmittagssonne zurück.

Für Freizeit- wie ambitionierte Fahrer bringt die Strecke mehr als nur Kilometer: Sie verteilt das Interesse weg von den vollen Stränden, bietet Einkehrmöglichkeiten in Dörfern und zeigt die ländliche Seite Mallorcas. Gäste entdecken Werkstätten, kleine Produzenten und traditionelle Speisen – Sobrasada, Pa amb Oli und frische Pastelería sind überall eine Einladung zum Innehalten.

Wer kein Risiko eingehen will, nutzt Navigationsdaten oder eine GPX-Datei; Beschilderung ist vorhanden, aber selten perfekt. Und: Respekt vor Land und Leuten zahlt sich aus – langsamere Überholmanöver, kein Müll am Wegesrand und Rücksicht auf landwirtschaftlichen Verkehr gehören zur guten Fahrkultur.

Fazit: Die Rundtour ab Cala Millor ist ein guter Kompromiss zwischen sportlicher Herausforderung und entspanntem Landschaftsgenuss. Sie entlastet die Küstenorte, bringt Besucher zu kleinen Gemeinden und lässt sich je nach Trainingsziel verlängern oder verkürzen. Für den Beginn der Saison ist sie ein verlässlicher Tipp – mit Blick auf die Plaça von Artà und einer Portion Mallorcas Alltag am Wegesrand.

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