Rancho La Romana: Werner Wiedemann übergibt Kultlokal in Peguera

Rancho La Romana in Peguera: Abschied eines Inselgesichts — Werner Wiedemann übergibt

Nach über 30 Jahren übergibt Metzger und Gastgeber <strong>Werner Wiedemann</strong> das Rancho La Romana in Peguera. Ein Rückblick auf die letzten Tage, die Stimmung vor Ort und ein optimistischer Blick nach vorn.

Rancho La Romana schließt nicht leise: Ein Wochenende voller Geruchsspuren und Geschichten

In Peguera roch das letzte Wochenende im Rancho La Romana nach Bratenduft, Bier und Kiefern — eine ganz eigene Inselmischung. Werner Wiedemann, Jahrgang 1948, hat das Landgasthaus über drei Jahrzehnte geprägt und gibt es jetzt an einen neuen Betreiber aus Deutschland ab. Wer erwartet hatte, dass Teller einfach abgeräumt und die Lichter ausgemacht werden, wurde überrascht: Es wurde gefeiert, erzählt und noch einmal ordentlich nachgelegt. Eine Diskussion über die kulinarischen Entwicklungen auf der Insel scheint dabei besonders relevant zu sein.

Ein Abschied mit Band, Weißwurst und Umarmungen

Am Samstagabend donnerte eine Hard‑Rock‑Band durch die Holzbalken; am Sonntag duftete es nach Weißwurst, Leberkäse und frischen Frikadellen. Zwischen klirrenden Gläsern, alten Holzstühlen und dem leisen Rauschen der nahen Pinien saßen Stammgäste, Urlauber und Nachbarn und tauschten Anekdoten aus — manche aus den 90ern, manche vom Anfang der 2000er. „Da kommt alles, was Füße hat“, hatte ein alter Freund prophezeit. Er sollte Recht behalten: Nicht nur die Tische, auch die Erinnerungen waren gut besetzt. Ein idealer Anlass, um sich an die Schließung von Can Comas zu erinnern, die ebenfalls eine Ära in Peguera beendet hat.

Vom Metzgerburschen zum Inselgesicht

Wiedemann kam vor rund dreißig Jahren zufällig nach Mallorca — aus dem Zufall wurde Leidenschaft. Der gelernte Metzger kochte nicht nur für die Gäste seines Lokals, sondern stand bei Sportevents, auf Weihnachtsmärkten und bei privaten Feiern am Herd. Er ist bekannt für seine bodenständige Küche, für Hände, die noch wissen, wie man Leberkäse schichtet, und für eine Stimme, die mehr lacht als prahlt. „Unruhestand“, nennt er die neue Phase, und das passt: Ruhe ist schön, aber Werner bleibt in Bewegung.Neue gastronomische Konzepte könnten auf der Insel ebenfalls interessant sein.

Was bleibt: Rezepte, Rituale und eine Community

Das Rancho hinterlässt in Peguera nicht nur einen leeren Stuhl. Es bleibt eine Reihe von Gerichten, die man hier vermissen wird, die Sonntagsrunden mit vertrauten Gesichtern und die kleinen Rituale: der Gruß an der Tür, das Messer, das fachmännisch aufgescharft wurde, die spontane Tanzrunde nach dem dritten Bier. Viele der Gäste sehen das Ende als Anlass, um noch einmal zusammenzukommen — die Insel lebt von solchen Übergängen, an denen man Geschichten austauscht und sich neu sortiert. Auch die Verschiebungen im Nachtleben tragen dazu bei.

Und was wird neu?

Ein neuer Betreiber aus Deutschland will zunächst renovieren. Renovieren heißt: Chance auf Auffrischung, aber auch Risiko, dass vertraute Ecken verschwinden. Für Peguera könnte das heißen: ein modernisiertes Lokal, das trotzdem versucht, die Seele des Rancho zu bewahren. Welche Details erhalten bleiben — die schweren Holztische, die Teller, die Geschichten an der Bar —, das wird sich zeigen. Positiv ist: Werner plant weiterhin Events, darunter das Oktoberfest in Santa Ponça und den Weihnachtsmarkt Ende November. Außerdem soll es bald einen Online‑Verkauf seiner Hausmannskost geben: Leberkäse, Würste und vielleicht ein Paket voller Erinnerungen per Post.

Blick nach vorn: Gemeinschaft als Kapital

Was dieser Wechsel vor allem zeigt: Die Stärke einer Inselgemeinde liegt nicht in einzelnen Orten, sondern in den Menschen, die sie bewohnen. Werner mag das Rancho übergeben, doch die Sonntagsrunden, die Anekdoten und die Gerüche bleiben in den Köpfen derer, die hier zusammenkamen. Für Peguera ist das kein endgültiger Schluss, sondern eine Chance zur Erneuerung — mit dem warmen Gefühl, dass ein Mann, der aus dem Metzgerhandwerk kam, noch lange nicht aufhört, die Insel zu bekochen — auf seine Art.

Am Ende liefere ich keine große Sentimentalität. Stattdessen: eine Einladung. Gehen Sie hin, schütteln Sie Werner die Hand, hören Sie eine von diesen Geschichten, und wenn es soweit ist, nehmen Sie ein Stück Leberkäse mit nach Hause. Das ist die beste Art, Mallorcas Kontinuitäten zu bewahren: mit vollen Tellern und offenen Ohren.

Häufige Fragen

Wie ist die Stimmung in Peguera nach der Übergabe vom Rancho La Romana?

In Peguera wird der Abschied vom Rancho La Romana vor allem als Ende einer langen, vertrauten Ära wahrgenommen. Viele Stammgäste verbinden mit dem Haus Erinnerungen an gemeinsame Sonntage, Musikabende und bodenständige Küche. Gleichzeitig gibt es auch Neugier darauf, wie sich das Lokal unter neuer Führung entwickeln wird.

Was macht ein gutes Ausflugslokal auf Mallorca für Stammgäste aus?

Auf Mallorca sind gerade die einfachen, verlässlichen Orte oft die, an die sich Gäste besonders gut erinnern. Eine ehrliche Küche, ein persönlicher Gruß an der Tür und ein Raum, in dem sich Einheimische und Urlauber begegnen, prägen solche Lokale. Für viele ist genau diese Mischung aus Essen, Atmosphäre und Wiedererkennen entscheidend.

Woran erkennt man auf Mallorca eine bodenständige Küche?

Bodenständige Küche auf Mallorca zeigt sich oft an klaren Gerichten, handwerklicher Zubereitung und vertrauten Aromen. Im Umfeld des Rancho La Romana standen dafür etwa Leberkäse, Würste oder Frikadellen sinnbildlich, also Essen, das nicht auf Effekte setzt. Solche Lokale leben weniger von Show als von Geschmack und Verlässlichkeit.

Was kann man in Peguera bei einem Lokalwechsel erwarten?

Ein Betreiberwechsel bedeutet in Peguera oft erst einmal Veränderung, aber nicht automatisch einen kompletten Bruch. Häufig werden Räume renoviert oder modernisiert, während vertraute Elemente möglichst erhalten bleiben sollen. Für Gäste bleibt spannend, ob ein Lokal seinen Charakter bewahrt oder sich deutlich neu ausrichtet.

Wo gibt es in Santa Ponça ein Oktoberfest mit mallorquinischem Bezug?

Werner Wiedemann plant weiterhin Veranstaltungen wie das Oktoberfest in Santa Ponça. Solche Feste verbinden auf Mallorca oft deutsche Traditionen mit einem lokalen Publikum und einer entspannten Inselatmosphäre. Für viele Besucher ist das ein geselliger Anlass, ohne dass es dafür große Inszenierung braucht.

Gibt es auf Mallorca noch Weihnachtsmärkte mit Hausmannskost?

Ja, auf Mallorca gehören Weihnachtsmärkte inzwischen auch zu den festen Treffpunkten der Saison. Im Fall von Werner Wiedemann ist ein Weihnachtsmarkt Ende November geplant, bei dem offenbar auch seine Küche eine Rolle spielt. Gerade für Besucher, die deftige Speisen mit winterlicher Stimmung verbinden, ist das ein sympathisches Format.

Kann man Leberkäse und Würste von Mallorca auch online kaufen?

Laut den Plänen rund um das Rancho La Romana soll es bald einen Online-Verkauf von Hausmannskost geben. Genannt werden dabei unter anderem Leberkäse und Würste. Das ist vor allem für Menschen interessant, die solche Gerichte mit Mallorca verbinden und sie auch zu Hause genießen möchten.

Warum sind Abschiede von Lokalen auf Mallorca für viele Menschen so emotional?

Weil solche Orte oft mehr sind als nur Restaurants oder Bars. Auf Mallorca entstehen in vielen Lokalen über Jahre hinweg Rituale, Bekanntschaften und Erinnerungen, die für Stammgäste eng mit einem Ort verbunden bleiben. Wenn dann ein Betreiber wechselt oder ein Kapitel endet, fühlt sich das für viele wie ein kleiner Einschnitt im eigenen Alltag an.

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