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Palma de Mallorca

Festa de l'Estandard – Palmas jahrhundertealte Feier

Jedes Jahr im Dezember erinnert Palma mit Trommeln, Trachten und der Lesung der ›Colcada‹ an die Landung König Jaumes I. Eine Mischung aus Ritual, Kirche und lokalem Stolz.

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3. Dezember 2025
5 Min. Lesezeit
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Festa de l'Estandard – Palmas jahrhundertealte Feier
In Palma gibt es Tage, da fühlt sich die Stadt wie ein offenes Geschichtsbuch an. Die Festa de l'Estandard ist so ein Tag: laute Trommeln, bunte Trachten und die traditionelle Platzzeremonie auf dem Plaça Cort. Die Feier erinnert an die Ankunft von Jaume I. und das Ende der muslimischen Herrschaft auf der Insel – eine Erinnerung, die hier seit dem Mittelalter lebendig gehalten wird. Der Ablauf ist überraschend klar: am Vormittag wird das königliche Banner aufgestellt, anschließend zieht man in die Kathedrale zur Messe. Um die Mittagsstunde wird die ›Colcada‹ vorgelesen, ein Text, den noch viele Einheimische aus dem Kopf mitsprechen. Wenn man dabei ist, merkt man, wie sehr die Veranstaltung Teil des Alltagsgefühls von Palma geworden ist: nicht touristisch glatt, sondern ein bisschen rau, mit ehrlichen Emotionen. Wer das erste Mal kommt, sollte sich warme Kleidung und gute Schuhe einpacken – die Plätze sind Stein und die Sonne im Dezember ist manchmal trügerisch. Nach der Zeremonie empfiehlt sich ein Kaffee in den Gassen hinter der Plaça Cort; dort diskutieren Nachbarn gern über Details der Lesung.

Festa de l'Estandard – Die Feier selbst

Die Festa de l'Estandard ist kein großes Pop-Festival, sondern eine lebendige, leicht schräge Tradition, die man in Palma seit Jahrhunderten pflegt. Am Morgen werden die Fahnen auf dem Plaça Cort gehisst – das ist der sichtbare Auftakt. Menschen in traditionellen Kostümen mischen sich mit Großeltern, Familien mit Kindern und ein paar neugierigen Touristen. Die Zeremonie ist kurz und sachlich: ein kurzes Zeremoniell um das Banner, dann ein Marsch zur Kathedrale. Besonders beeindruckend ist die Mischung aus staatlichem und kirchlichem Ritual; man spürt, dass hier mehrere Geschichten gleichzeitig erzählt werden – Macht, Religion und lokales Gedächtnis. Wenn man genau hinschaut, erkennt man die Details: Messgewänder, die leichte Schwere alter Instrumente, und die routinierte Art, wie die Teilnehmer ihre Positionen einnehmen. Es gibt keine großen Bühnen, keine Lautsprecheranlagen – die Stimmen und Trommeln füllen den Platz selbst. Für Einheimische ist der Tag oft mehr Familientreffen als historisches Reenactment: Nachbarn, die sich seit Jahrzehnten kennen, plaudern, Kinder laufen ungestört zwischen den Beinen der Erwachsenen umher. Als Besucher sollte man pünktlich erscheinen; die besten Blicke bekommt man an den Seiten des Platzes nahe den alten Rathausfenstern. Und falls man ein persönliches Souvenir sucht: oft verkaufen Einheimische handgeschriebene kleine Programme mit Erklärungen zur Lesung der ›Colcada‹.

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