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Pollença, Mallorca

Im Kartenraum von Pollença: Ein persönlicher Bericht

Eine private Tour durch die historische Kartenkollektion im Rathaus von Pollença, erzählt von jemandem, der dabei war. Danach ein gemütliches Mittagessen in Can Costa.

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MM
Mallorca Magic
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28. Dezember 2025
5 Min. Lesezeit
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Im Kartenraum von Pollença: Ein persönlicher Bericht
Vor einigen Tagen hatte ich das Vergnügen, an einer ungewöhnlichen, sehr mallorquinischen Veranstaltung teilzunehmen: einer privaten Führung durch eine kleine, aber feine Kartenkollektion im alten Rathaus von Pollença. Wer denkt, Karten sind nur Geschichte auf Papier, irrt. Zwischen handschriftlichen Notizen, vergilbten Küstenlinien und zarten Kolorierungen erzählen diese Blätter von Handel, Stürmen und Menschen, die hier vor Jahrhunderten gelebt haben. Die Stimmung war entspannt — ein Vormittag mit maximaler Neugier, sehr lokalen Erklärungen und genug Kaffee im Anschluss, um noch lange über winzige Inseln zu diskutieren. Die Führung wurde von der Person arrangiert, die die Sammlung zusammengetragen und der Gemeinde übergeben hat; sie erläuterte Herkunft, Einbandprägungen und warum bestimmte Meeresrouten auf alten Karten so prominent sind. Nach der Besichtigung folgte ein gemeinsames Mittagessen in Can Costa, wo typische Inselgerichte aufgetischt wurden und man weiter plauschen konnte. Wenn Sie Interesse an solchen Privatanlässen haben: frühzeitig anfragen, Gruppen sind klein, Termine lassen sich oft auf vormittags legen, und die beste Jahreszeit ist das späte Frühjahr, wenn es noch nicht zu heiß ist. Ein Tipp: Nehmen Sie eine Lupe mit — es macht einen überraschenden Unterschied.

Die Sammlung im alten Rathaus von Pollença

Der Raum im Rathaus, in dem die Karten aufbewahrt werden, hat eine bescheidene Ausstrahlung: steiniger Boden, hohe Fenster, und Möbel, die eher an ein Büro denn an ein Museum erinnern. Genau das trägt zum Charme bei. Die Kollektion umfasst Karten aus dem 15. bis 18. Jahrhundert — nautische Pläne, Inselansichten und handkolorierte Blätter, die Mallorca aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen. Besonders eindrücklich sind die Seekarten mit markierten Routen, die zeigen, wie Kapitäne früher die Balearen umgingen: kleine Notizen am Rand verraten Windrichtungen und Untiefen, handschriftliche Anmerkungen erzählen von Landgängen und Proviantstopps. Viele Blätter stammen aus privaten Beständen; die meisten wurden über Jahrzehnte gesammelt und schließlich an die Gemeinde übergeben, damit sie der Öffentlichkeit nicht verlorengehen. Bei der Führung sieht man die Details: der schabende Ton der Tinte, Risse im Papier an Stellen, die oft gefaltet wurden, und restaurierte Stellen, die auf spätere Pflege hinweisen. Die Person, die die Sammlung zusammengetragen hat, berichtete von überraschenden Entdeckungen — einer Karte mit ungewöhnlicher Kartusche, einer falsch platzierten Bucht, die erst durch Vergleich mit anderen Blättern auffiel — und von dem Gefühl, ein so zerbrechliches Stück Geschichte zu bewahren. Die Gruppe war bewusst klein (ungefähr 25–30 Personen), damit jede Erklärung Zeit zum Verweilen hat; man konnte Fragen stellen, Karten nahe heranholen und mit einer Lupe arbeiten. Fotos sind meist erlaubt, aber auf vielen Blättern nur ohne Blitz. Der Zugang ist am besten per vorheriger Anmeldung beim Rathaus, da die Sammlung nicht ständig ausgestellt ist. Für Sammler oder einfach nur Neugierige ist das eine dieser seltenen Gelegenheiten, bei der man echte Handschrift aus Jahrhunderten berühren kann — und zwar ohne Museumsrummel, sehr persönlich und, ja, überraschend intim.

Die Führung: Stimmen, Details, kleine Anekdoten

Der Raum im Rathaus, in dem die Karten aufbewahrt werden, hat eine bescheidene Ausstrahlung: steiniger Boden, hohe Fenster, und Möbel, die eher an ein Büro denn an ein Museum erinnern. Genau das trägt zum Charme bei. Die Kollektion umfasst Karten aus dem 15. bis 18. Jahrhundert — nautische Pläne, Inselansichten und handkolorierte Blätter, die Mallorca aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen. Besonders eindrücklich sind die Seekarten mit markierten Routen, die zeigen, wie Kapitäne früher die Balearen umgingen: kleine Notizen am Rand verraten Windrichtungen und Untiefen, handschriftliche Anmerkungen erzählen von Landgängen und Proviantstopps. Viele Blätter stammen aus privaten Beständen; die meisten wurden über Jahrzehnte gesammelt und schließlich an die Gemeinde übergeben, damit sie der Öffentlichkeit nicht verlorengehen. Bei der Führung sieht man die Details: der schabende Ton der Tinte, Risse im Papier an Stellen, die oft gefaltet wurden, und restaurierte Stellen, die auf spätere Pflege hinweisen. Die Person, die die Sammlung zusammengetragen hat, berichtete von überraschenden Entdeckungen — einer Karte mit ungewöhnlicher Kartusche, einer falsch platzierten Bucht, die erst durch Vergleich mit anderen Blättern auffiel — und von dem Gefühl, ein so zerbrechliches Stück Geschichte zu bewahren. Die Gruppe war bewusst klein (ungefähr 25–30 Personen), damit jede Erklärung Zeit zum Verweilen hat; man konnte Fragen stellen, Karten nahe heranholen und mit einer Lupe arbeiten. Fotos sind meist erlaubt, aber auf vielen Blättern nur ohne Blitz. Der Zugang ist am besten per vorheriger Anmeldung beim Rathaus, da die Sammlung nicht ständig ausgestellt ist. Für Sammler oder einfach nur Neugierige ist das eine dieser seltenen Gelegenheiten, bei der man echte Handschrift aus Jahrhunderten berühren kann — und zwar ohne Museumsrummel, sehr persönlich und, ja, überraschend intim.

Mittagessen im Can Costa nach der Führung

Nach der Besichtigung traf sich die Gruppe im nahegelegenen Can Costa — ein Lokal, das für seine einfache, saisonale Küche bekannt ist. Auf dem Tisch landeten typische Inselgerichte: gemischte Tapas zum Start, ein zarter Fischauflauf mit mallorquinischen Kräutern und als Nachklang eine Mandelcreme. Die Atmosphäre war entspannt; man tauschte Eindrücke aus, diskutierte Lieblingskarten und genoss lokalen Wein. Für größere Gruppen empfiehlt es sich, vorher ein Menü zu vereinbaren. Ach ja: die Portionen sind genau richtig, damit man nach einem informativen Vormittag weder hungrig noch zu voll ist. Und wenn der Bürgermeister vorbeischaut — wie an jenem Tag — ist das eher ein Zeichen für Gemeinschaft als für Protokoll.

Praktische Hinweise: So planen Sie Ihren Besuch

Planen Sie im Voraus: Anfragen laufen in der Regel über das Rathaus von Pollença. Gruppen sind bewusst klein, deshalb rechtzeitig reservieren. Frühling und Herbst funktionieren am besten, weil das Wetter mild ist und die Gassen noch nicht überlaufen sind. Nehmen Sie eine Lupe und bequeme Schuhe mit — der Kartenraum hat zwar Sitzgelegenheiten, aber oft steht man beim Schauen. Fotografieren ist meist erlaubt ohne Blitz; respektieren Sie bitte Hinweise zur Handhabung. Wer danach noch länger in Pollença bleiben will, findet in der Altstadt kleine Cafés, Aussichtspunkte in den Hügeln und Wochenmärkte mit lokalen Produkten. Wenn Sie mit dem Auto kommen: Parkplätze in der Nähe sind vorhanden, aber am Vormittag voll; ein früher Start erspart Sucherei.

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