
Zwei Jahrzehnte RANA — wie Puppen, Bücher und ruhige Beharrlichkeit Kinder auf Mallorca stärken
Seit 20 Jahren arbeitet die Stiftung RANA still und wirksam auf Mallorca: Prävention, Aufklärung und Nachsorge für Kinder und Familien. Ein Blick auf Menschen, Zahlen und das kommende Jubiläumsprogramm in Palma.
Zwanzig Jahre RANA: klein angefangen, jetzt aus Palma nicht mehr wegzudenken
Wenn morgens die Straßenbahnen in Palma ihr leises Quietschen abgeben und der Duft von frischem Kaffee aus der Plaça Cort weht, hängen an manchen Laternen die freundlichen Plakate mit dem Wort „Feliz“. Sie sind ein kleines Zeichen dafür, dass im Hintergrund seit 2005 etwas Beständiges wächst: die Stiftung RANA, gegründet auf Mallorca, inzwischen für viele eine feste Adresse, wenn es um den Schutz von Kindern geht.
Prävention, Geschichten und echte Begegnung
Ana Maria Durán, Pädagogin aus Manacor, arbeitet seit sieben Jahren für RANA. Wer sie erlebt, sieht mehr als eine Fachfrau: in ihrer Tasche stecken manchmal Handpuppen, kleine Bücher und eine Geduld, die mehr wirkt als große Worte. Die Arbeit richtet sich an Kinder zwischen vier und elf Jahren — einfache Rituale, kurze Erzählungen, Raum für Sprache. Die Botschaft ist klar: Kindern eine Stimme geben, damit sie Grenzen erkennen und benennen können. Das ist keine spektakuläre Intervention, sondern Alltagsarbeit, die sich Stück für Stück auszahlt.
RANA nennt beeindruckende Zahlen: Rund 55.000 Kinder und Jugendliche sollen inzwischen erreicht worden sein. Etwa 5.000 Erwachsene nahmen an Fortbildungen teil, und das Therapieprogramm begleitete knapp 800 erwachsene Betroffene. Zahlen, die zeigen: Prävention und Nachsorge müssen Hand in Hand gehen — und beides kostet Zeit, Personal und Nerven. Aktuelle Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel über Über 850 Kinder bei Inselrats-Ferienprogrammen.
Programm, Termine und wie Sie mitmachen können
Zum 20. Geburtstag öffnet RANA die Türen in Palma: Am Mittwoch, 19. November, und Donnerstag, 20. November, lädt die Stiftung ins Haus der Handelskammer in der Calle Estudi General 7. Der erste Abend (Start gegen 18 Uhr) bietet einen Film und eine anschließende Diskussion mit Beteiligten aus Theater und Stiftung; am Donnerstag beginnen die Vorträge bereits um 9 Uhr. Ana Maria Durán stellt außerdem ein neues Kinderbuch vor, das zusammen mit Kolleginnen entstanden ist. Wer teilnehmen möchte, findet das Anmeldeformular auf den Social-Media-Kanälen der Stiftung. Die Teilnahmegebühren sind bewusst moderat (12 € für beide Tage; einzeln 5 € bzw. 10 €).
Mehr als Workshops: Öffentlichkeit schaffen
Aus der einstigen Initiative ist ein Team mit Pädagoginnen, Psychologinnen und Kriminologinnen geworden — professionell, aber nicht unnahbar. Ein zentrales Ziel bleibt: Erwachsene sollen hinschauen, statt wegzusehen. Die direkte Ansprache ist unbequem, das stimmt; aber ohne Worte und Aktionen bleibt Prävention oft nur ein guter Vorsatz. RANA versucht, Öffentlichkeit zu schaffen, damit das Thema nicht nur in Fachkreisen verhandelt wird, sondern in Schulen, bei Familien und auch im Café um die Ecke.
Unterstützung kommt auch von unerwarteter Seite: Ein Videoprojekt wird von der TUI Care Foundation gefördert. Ja, das große Tourismusgeschäft kann lokal etwas bewegen — nicht immer perfekt, aber manchmal konstruktiv. Solche Kooperationen bringen Geld in Projekte, eröffnen Reichweiten und sorgen dafür, dass Botschaften auch bei Menschen ankommen, die sonst nicht erreicht würden. Wer sich für ähnliche Themen interessiert, kann auch unseren Artikel über 30 Jahre SOS Animal in Calvià lesen.
Wie Sie helfen können — und warum es wichtig ist
RANA freut sich über Spenden, Freiwillige und Teilnehmende an Workshops. Lokale Initiativen leben von Engagement: von kleinen Händen, die Plakate aufhängen, und von großen Herzen, die Zeit geben. Auf einem kühlen Vormittag durch Palma zu schlendern und eines der «Feliz»-Plakate zu sehen, bedeutet kurz innezuhalten. Hinter dem freundlichen Wort steckt zwei Jahrzehnte Gesprächsarbeit, Beratungen, oft unspektakuläre Stunden, in denen Vertrauen wächst.
Die Bilanz ist kein glanzvolles Siegesbanner, sondern ein leises Versprechen: Möglichst viele Kinder sicherer aufwachsen zu lassen. Und das betrifft uns alle — Eltern, Lehrkräfte, Nachbarn, Touristinnen und Geschäftsleute. Wenn Sie also demnächst an der Calle Estudi General vorbeigehen, nehmen Sie das Plakat als Einladung: hinsehen, mitmachen, Verantwortung übernehmen. Kein großer Showeffekt, dafür dauerhafte Wirkung.
Im Klang der Stadt, zwischen Marktständen und Busgeräuschen, bleibt die Arbeit von RANA ein Beispiel dafür, wie viel Ruhe, Beharrlichkeit und kleine Gesten bewirken können. Und wer will, kann Teil dieser Geschichte werden. Weitere Informationen finden Sie unter Playa de Palma: Tod am Balneario 2.
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