Cala Millor: Warum Strandliegen teurer werden könnten

Preise am Strand von Cala Millor: Warum die Liegen teurer werden könnten

Preise am Strand von Cala Millor: Warum die Liegen teurer werden könnten

Die Konzessionsbedingungen für den Strandbetrieb in Cala Millor verlangen eine hohe Vorauszahlung. Wer zahlt am Ende die Rechnung – Urlauber, Einheimische oder die Gemeinde? Ein Reality-Check mit Lösungen.

Preise am Strand von Cala Millor: Warum die Liegen teurer werden könnten

Ein Reality-Check zur neuen Konzession und was das für Besucher und Anwohner bedeutet

Leitfrage: Muss die Öffentlichkeit jetzt einpreisen, dass Sonnenschirme und Strandliegen in Cala Millor teurer werden — und wenn ja, wer trägt die höheren Kosten?

Die Fakten sind klar: Für den neuen Betreiber der Strandausstattung in Cala Millor sieht das Vergabeverfahren eine Vorauszahlung von 3,4 Millionen Euro für einen Zeitraum von vier Jahren vor. Zur Übernahme gehören insgesamt 1.446 Liegen, 124 hochwertigere Liegen, 785 Mini-Safes und 785 Sonnenschirme. Hinzu kommen motorisierte und nicht-motorisierte Wassersportgeräte — ein Wasserskiboot mit Fallschirm, 14 Tretboote, zehn Paddle-Boards und sieben Kayaks — sowie die Installation neuer Webcams und die Ausleihe von Büchern. Angebote können bis zum 6. März eingereicht werden. Außerdem schreibt die Gemeinde vor, dass der Betreiber Besucher auf einen nachhaltigen Umgang mit dem Sand hinweisen muss; die Bucht hat in den vergangenen Jahren stellenweise Sand verloren und wurde zeitweise aufgefüllt.

Kritische Analyse: Eine hohe Lizenzsumme wie 3,4 Millionen Euro ist ein klarer Kostentreiber. Wenn ein Unternehmen diese Summe plus laufende Betriebskosten — Personal, Wartung, Versicherungen, Sicherheitsdienste, Energie für Webcams, Ersatz für Strandgeräte — tragen muss, ist es wirtschaftlich naheliegend, dass die Gebühren für Mietliegen, Schirme und Verleihe höher angesetzt werden. Noch unklar bleibt, ob die Gemeinde Preisobergrenzen, Sozialtarife für Einheimische oder Kontrollen vorgesehen hat. Ohne solche Regeln kann die Konzession dazu führen, dass Strandzugang sich stärker marktwirtschaftlich organisiert und weniger sozial ausgeglichen ist.

Was im öffentlichen Diskurs fehlt: Transparenz über die Kalkulation der hohen Vorauszahlung, Informationen zur Verwendung der Einnahmen durch die Gemeinde und klare Vorgaben, wie der Schutz des schmaler gewordenen Strandes langfristig finanziert werden soll. Ebenfalls kaum diskutiert wird die Frage, wie die zusätzlichen Angebote — Webcams, Buchverleih, Wassersportgeräte — datenschutzrechtlich und versicherungstechnisch abgesichert werden. Auch die Auswirkungen auf Saisonarbeitsplätze und auf Kleingewerbe entlang der Promenade sind bislang nur am Rande behandelt worden.

Alltagsszene aus Cala Millor: Vormittags auf der Promenade hört man das Rauschen der Wellen, die Stimmen von Handwerkern, die Strandkörbe richten, und das Klappern von Sonnenstühlen. Familien mit kleinen Kindern schauen misstrauisch auf den schmaleren Streifen Sand nahe am Wasser, während ein älterer Herr eine Tüte Bücher aus dem Verleih nimmt. Eine Strandaufseherin klebt Hinweisschilder zum Sandschutz auf eine Informationstafel — gute Absicht, aber reicht das, wenn gleichzeitig die Preise steigen?

Konkrete Lösungsansätze: Erstens sollte die Gemeinde ein transparentes Preismodell fordern, das eine maximale Gebühr für Standardliegen sowie ermäßigte Tarife für Bewohner, Familien mit kleinen Kindern und Menschen mit geringem Einkommen vorsieht. Zweitens macht ein vergütungsorientiertes Modell Sinn: Statt einer hohen Einmalzahlung könnten Teile der Konzessionssumme an Leistungsziele geknüpft werden — etwa regelmäßiges Sandmanagement, dokumentierte Investitionen in Nachhaltigkeit oder Nachweise über erschwingliche Preise. Drittens ist eine öffentliche Kontrollinstanz nötig, die Abrechnungen prüft und Beschwerden entgegennimmt. Viertens sollten Datenschutz- und Sicherheitsauflagen für Webcams klar geregelt werden; Kameras können nützlich sein, dürfen aber nicht zu einer Überwachung der Badegäste ausarten. Fünftens: Ein eigener Topf in der Gemeindekasse für Strandpflege und Sandaufspülungen, finanziert anteilig aus den Konzessionszahlungen, stellt sicher, dass Strandpflege nicht an der falschen Stelle eingespart wird.

Praktische Einfälle für die Betreiberpflichten: Staffelpreise nach Uhrzeit (früh morgens günstiger), Kombi-Tickets (Liegen plus Safe), Sonderpreise für Inselbewohner und Jahreskarten für Stammgäste. Umweltchecks sollten verpflichtend sein: weniger Motorstunden für das Wasserskiboot, definierte Zonen für Paddles und Kayaks, Informationsmaterial in mehreren Sprachen zu Beach-Erosion. Der Buchverleih ist charmant — er sollte kostenlos für Kinder und Bewohner sein, um soziale Akzeptanz zu erhöhen.

Pointiertes Fazit: Ein Strand ist kein reiner Wirtschaftsraum, er ist Gemeingut. Die Vergabe einer teuren Konzession kann kurzfristig Geld in die Gemeindekasse spülen, aber ohne klare Regeln droht die Privatisierung von Strandnutzung, die sich im Preis für Besucher und Anwohner bemerkbar macht. Wenn Sant Llorenç des Cardassar und der künftige Betreiber ernsthaft wollen, dass Cala Millor Strandqualität, Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit behält, müssen sie die Konditionen so gestalten, dass Einnahmen in dauerhafte Strandpflege, soziale Tarife und transparente Kontrolle fließen.

Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle

Ähnliche Nachrichten