
Jan Hofer auf Mallorca: Heimweh nach Vollkorn — und trotzdem angekommen
Jan Hofer auf Mallorca: Heimweh nach Vollkorn — und trotzdem angekommen
Der 75-jährige TV-Altstar lebt mit seiner Frau auf der Insel, legt kleine Heimatausflüge nach Can Pastilla ein und vermisst manchmal deutsches Vollkornbrot. Warum das für Mallorca mehr ist als eine Anekdote.
Jan Hofer auf Mallorca: Heimweh nach Vollkorn — und trotzdem angekommen
Leitfrage: Bleibt Mallorca Heimat und Neuanfang zugleich?
Es ist die Art von Nachricht, die an einem grauen Januarmorgen auf der Insel ein Lächeln hervorruft: Ein Mann, der fast sein ganzes Leben vor Kameras gearbeitet hat, steht in einem kleinen Supermarkt in Can Pastilla und sucht nach dem Geschmack seiner Kindheit. Kein Staatsakt, kein Skandal — nur Vollkornbrot und Zwiebelmett auf der Einkaufsliste.
Der 75-jährige Wahl-Mallorquiner Jan Hofer lebt mit seiner Partnerin Phong Lan auf der Insel. In Alltagsszenen, die man hier oft beobachtet, wirkt viel Vertrautes: Er kommt in kurzen Hosen und Jacke, die Möwen kreischen über der Playa de Palma, auf der Promenade rollt ein Fahrrad vorbei, am Kiosk klirrt das Kaffeegeschirr. Solche kleinen Fluchten in den deutschen Laden an der Strandpromenade sind für ihn mehr Ritual als Notwendigkeit — ein Stück Heimat in der Tasche.
Seine Geschichte ist keine Ausnahme: Viele, die auf die Insel ziehen, nehmen Lieblingsessen, kleine Gewohnheiten und manchmal einen Hauch Heimweh mit. Aber bei ihm fällt es auf, weil er lange Zeit täglich in deutschen Wohnzimmern präsent war. Er selbst spricht gern davon, wie sehr er das ruhige Tempo, die hellen Morgen und die entspannte Nachbarschaft schätzt. Diese Beobachtung teilen nicht wenige hier: Das Leben auf Mallorca hat seine eigene Schwere verloren, die Stunden fühlen sich freier an.
Der Besuch im deutschen Supermarkt ist mehr als eine Einkaufsfahrt. Für Einheimische und Zugezogene ist es ein Treffpunkt, ein Ort, wo Sprachen sich mischen und Rezepte ausgetauscht werden. Wenn jemand mit dem Einkaufskorb auf dem Rückweg die Straßen von Can Pastilla durchquert, treffen sich Blicke, Hunde werden gestreichelt, und der Geruch von Brot mischt sich mit Meeresluft. Das ist gut für die Insel: kleine, lokale Umsätze, ein bisschen mehr Leben in Vierteln, die sonst vor allem von Touristen genutzt werden.
Natürlich lässt sich Vollkornbrot auch hier backen. In Palma experimentieren inzwischen Bäcker häufiger mit dunkleren Mehlsorten und längeren Teigführungen. Einige Konditoren und Handwerksbäcker in der Stadt haben auf Nachfrage begonnen, Rezepte anzupassen — nicht weil ein einzelner Prominenter es verlangt, sondern weil Geschmack und Nachfrage sich verändern. Das ist ein Beispiel dafür, wie Austausch funktioniert: Zugezogene bringen Vorlieben mit, lokale Anbieter reagieren, und am Ende entsteht etwas Neues.
Was diese kleine Meldung über die Insel aussagt, ist schlicht und wichtig: Mallorca bleibt ein Ort, an dem Menschen ihre Gewohnheiten beibehalten und gleichzeitig etwas Neues finden können. Es gibt Platz für Erinnerungen an die alte Heimat und für die kleinen Freuden des Alltags hier — die zerbrechliche Balance zwischen Vertrautem und lokalem Leben.
Für die Nachbarschaft ist das interessant, weil es zeigt, wie Integration im Kleinen aussieht. Ein Einkauf, ein Gespräch an der Bäckertheke, eine kurze Begegnung mit Einheimischen — das sind die Momente, in denen Gemeinschaft entsteht. Und sie sind leiser als jede Titelgeschichte, aber vielleicht nachhaltiger.
Wer jetzt anregt, dass mehr Vollkornbrote in den Regalen liegen sollten, dem sei gesagt: Es reicht oft ein Gespräch mit dem Bäcker um die Ecke. Und wenn genug Menschen dort anklopfen, nimmt der Ofen eine neue Richtung. Kleine Wünsche, lebendige Straßensituationen, ein Mann, der morgens die Meeresluft auf dem Paseo genießt — das ist die Insel im Kleinen.
Am Ende ist es eine einfache, warme Anekdote: Ein 75-Jähriger, der das Inselleben lobt und ab und an die vertrauten Aromen sucht. Für Mallorca ist das mehr als ein Prominenten-Statement. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Insel ihre Anziehungskraft nicht verloren hat — und dass hier Platz ist für Heimweh und Neuanfang zugleich.
Ausblick: Kleine kulinarische Lücken sind leicht zu schließen, wenn Nachfrage und Handwerk zusammentreffen. Ein paar Nachbarschaftsgespräche, ein Angebot an traditionellen Brotsorten in lokalen Bäckereien — fertig ist ein weiteres Stück Alltag, das Mallorca bunter macht.
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