
Llonguetada: Palmas Brötchen-Tag zieht durch die Gassen
Llonguetada: Palmas Brötchen-Tag zieht durch die Gassen
Wenn Palma an einem Januar-Tag nach frisch gebackenem Llonguet duftet, ist Llonguetada — das Brötchenfest — in vollem Gange. Bäckereien und Bars servieren die kleine Palma-Spezialität in vielen Variationen, oft mit Musik und Publikum auf der Straße.
Llonguetada: Palmas Brötchen-Tag zieht durch die Gassen
Ein Tag, an dem die Stadt nach frischem Brot riecht
Heute sieht man sie überall: Menschen mit einem kleinen, länglichen Brötchen in der Hand, die so genannten Llonguets. Wer durch Palmas Altstadt schlendert, von der Plaza Cort über die Carrer de Sant Miquel bis zur Blanquerna-Straße, hört das leise Knacken der Kruste, sieht zufriedene Gesichter und das hektische Unterwegs-Essen zwischen Tür und Bar. Es ist Llonguetada — das lokale Brötchenfest, das einen Tag vor dem großen San-Sebastián-Grillen stattfindet und die Aufmerksamkeit auf dieses einfache, aber typische Stück Mallorcas kulinarischer Identität lenkt.
Die Teilnahme ist bunt: Traditionelle Bäckereien backen ihren Teig nach Familienrezepten, kleine Bars wie die Bar Mónaco und das Suquía Café auf der Blanquerna bieten belegte Varianten an, und manche Lokale stellen kleine Marktstände auf. Manche Llonguets sind klassisch mit Mallorquin-Schinken und Tomate, andere überraschen mit gebratenem Gemüse, lokalen Käsesorten oder sogar einer süßen Füllung für den Nachmittag. Wer möchte, setzt sich an einen Stehtisch, trinkt einen Cortado dazu und beobachtet, wie die Stadt ihren morgendlichen Rhythmus findet.
Das Wetter hilft: Ein klarer, kühler Januarmorgen mit milder Sonne und einer leichten Brise vom Meer macht den Spaziergang angenehm. Kinder mit dicken Jacken und Senioren auf dem Weg zur Bank mischen sich, und Touristen, die gerade im Hafen angekommen sind, bleiben stehen, um ein Llonguet zu probieren. An manchen Ecken untermalen Straßenmusiker die Szene — ein Gitarrenspiel, ein leises Saxophon —, an anderen gibt es kleine Ausstellungen zu Brotformen und zur Geschichte des Llonguet. Diese Mischung aus Alltagsleben und kleiner Festlichkeit ist typisch für Palma im Januar.
Warum ist das gut für Mallorca? Weil ein Tag wie die Llonguetada lokale Betriebe sichtbar macht. Bäcker, Konditoren und kleine Bars profitieren direkt: erhöhte Laufkundschaft, Gespräche mit Gästen und die Chance, neue Kreationen vorzustellen. Außerdem stärkt es das Bewusstsein für lokale Produkte. Ein Llonguet ist keine Modeerscheinung, sondern ein Stück städtischer Identität — und heute kann man das schmecken und anfassen. Wer ein Llonguet kauft, unterstützt jemanden aus der Nachbarschaft statt einer anonymen Kette.
Für die Stadt ist das Ereignis eine entspannte, echte Alternative zu großen kommerziellen Aktionen. Die Gassen bleiben offen, es gibt keine Absperrungen, dafür viel Austausch. Lokale Kulturämter oder Nachbarschaftsgruppen nutzen den Tag mitunter für kleine Begleitaktionen: Workshops zum Brotbacken, Info-Stände zur Herkunft regionaler Zutaten oder Führungen, die die Route der besten Llonguets ablaufen. Diese kleinen Impulse sorgen dafür, dass ein einfacher Snack zu einem Anlass wird, die Stadt neu zu entdecken.
Mein Tipp, wenn Sie noch losziehen wollen: Machen Sie eine kleine Llonguet-Tour. Starten Sie in der Nähe des Mercat de l'Olivar, probieren Sie eine Version mit sobrasada, wechseln Sie zum Suquía Café für eine moderne Interpretation und beenden Sie den Rundgang mit einem klassischen Llonguet in einer alten Bäckerei. Achten Sie auf lokale Hinweise: Manche Bars haben Live-Musik, andere bieten auszugsweise Infos über die Zutaten. Und nehmen Sie sich Zeit — stehen bleiben, das Brötchen in Ruhe essen und den Klang der Stadt wahrnehmen.
Die Llonguetada ist kein großes Spektakel, sondern ein guter, direkter Blick auf Palmesaner Alltag. Es ist die Art von Fest, die nicht auf glamouröse Inszenierung setzt, sondern auf Geschmack, Nachbarschaft und die Freude an kleinen Dingen. Für Mallorca ist das eine feine Erinnerung daran: Kultur kann einfach sein, und manchmal reicht ein warmes Brötchen, um die ganze Stadt zusammenzubringen.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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