Copa del Rey in Palma: Nah dran im Presse-Speedschlauchboot

Mit Motorenlärm ganz nah an der Copa: Wie sich die Regatta in Palmas Bucht anfühlt

Mit Motorenlärm ganz nah an der Copa: Wie sich die Regatta in Palmas Bucht anfühlt

Von einem Presse-Schlauchboot aus beobachtet: Segelrümpfe, knappe Kommandos und das unerschütterliche Bild der „Hispania“. Warum die Copa del Rey der Insel in diesen Augusttagen guttut.

Mit Motorenlärm ganz nah an der Copa: Wie sich die Regatta in Palmas Bucht anfühlt

Ein Tag im Presse-Speedschlauchboot zwischen Wellen, Fotografen und eleganten Großseglern

Wenn man am Passeig Marítim den Geruch von nassem Teer und Meersalz mit dem Klang röhrender Außenborder mischt, weiß man: Die Copa del Rey ist wieder da. Es ist heiß in Palma – AEMET meldete tagsüber weit über 30 Grad – und trotzdem stehen Menschen in leichter Kleidung am Kai, um die Segler zu beobachten. Vom Muelle aus wirkt die Bucht wie ein riesiges Schachbrett aus weißen Rümpfen und bunten Spinnakern.

Ich sitze in einem der schnellen, schwarzen Schlauchboote, die der Real Club Náutico de Palma für Pressefahrten bereitstellt. Der Fahrer setzt den Motor an, schiebt uns durch Gischt und Schaum, und sofort ist da dieses rohe Gefühl: Geschwindigkeit, das Klatschen der Wellen gegen den Bug, ein ständiges Auf und Ab. Fotografen hinter mir fahren die Schultern hoch, halten die Kameras wie eine Verteidigungslinie. Ziel sind die Wendebojen – die auffälligen, gelben Baken, die über zwei Meter hoch sind und für die Crews als Referenzpunkte dienen.

Vor uns verteilt sich das Feld in zwei Hauptarealen, die in der Bucht als Alpha und Beta bezeichnet werden. In Alpha messen sich die großen ORC-A-Yachten: klassische Rümpfe, teils 12 bis 15 Meter lang, deren Besatzungen kurz und präzise Kommandos rufen. Auf einem dieser Boote liegt die „Hispania“, das aktuelle Schiff, auf dem König Felipe VI. segelt. Wenn solche Boote mit gesetztem Spinnaker kommen, sehen sie aus wie fahrende Skulpturen. Auf der Suche nach Bildern kurven wir nahe an den Kurs heran – immer mit Respektabstand, aber nah genug, um die feuchten Hände an den Tampen zu sehen, die konzentrierten Blicke der Steuermänner.

Auch internationale Teams sind präsent. Auf der Startliste stehen deutsche Boote wie die „Halbtrocken 4.5“ (Skipper: Michael Berghorn) und die „Red Bandit“ (Skipper: Carl‑Peter Forster), die Schweizer „Kilara II“ sowie Yachten aus Frankreich, Brasilien und den USA. Neben den ORC-A-Klassen treten ORC 0, ORC B, ORC C und die schnellen Clubswan 42 an; besonders bemerkenswert ist eine Frauenregatta mit 15 Teams, die viel Publikum anzieht.

Wer das Regattageschehen nur vom Ufer aus sieht, verpasst die kleinen, intensiven Momente. Auf dem Wasser ist alles unmittelbarer: Ein taktischer Wechsel der Taktik, ein abruptes Abfallen des Windes, das leise Klackern am Mast, wenn eine Schot nachgezogen wird. Bei Wendemanövern kommen die Boote manchmal so dicht zusammen, dass man instinktiv die Luft anhält. Dann schlägt der Adrenalinpegel hoch, auch bei Zuschauern im Schlauchboot.

Die Copa hat eine lange Geschichte: Sie begann 1982 und hat über die Jahrzehnte verschiedene Epochen gekannt. Vor der Pandemie dominierten enorm große Maxi-Yachten die Szene; heute sind diese Kolosse seltener, dafür ist die Flotte vielseitiger und internationaler. Das verändert den Ton der Regatta: weniger Spektakel durch Größe, mehr Vielfalt und kniffelige Wettfahrten, die Segelkunst zeigen.

Auf den Kais von Portixol bis zur Lonja stehen Einheimische, Urlauber und Fotografen nebeneinander. Manche haben einen Kaffee in der Hand, andere bringen Liegestühle und Picknickkörbe mit. Kinder zeigen aufgeregt auf die Boote, ältere Segelfreunde diskutieren über Taktik und Winddreher, anlandende Taxiboote tuckern vorbei. Diese Vielfalt macht die Wochen an der Bucht so lebendig und ist eine kleine, konkrete Freude für Palma: Ein Event, das Arbeit für lokale Betriebe bringt und Menschen zusammenbringt.

Die Regatten laufen noch bis zum kommenden Samstag, und auch wenn die Hitze manchen Besuch kurzatmig macht, sorgt der Wind auf dem Wasser für Abkühlung – zumindest für die Crews. Für diejenigen von uns, die vom Schlauchboot aus zuschauen, bleibt das Bild hängen: Segel in allen Farben, Kommandos in mehreren Sprachen, und die ganze Stadt als Kulisse. Wer Lust auf echtes Segelgefühl hat, sollte bei der nächsten Runde ein solches Presseboot ausprobieren oder früh morgens an die Mole gehen, wenn sich die Ruhe vor dem Anpfiff noch in der Luft hält.

Es ist nicht nur ein Sportereignis; die Copa del Rey ist ein Stück Mallorcas Sommeralltag: ein lauter Motor, eine knappe Ansage beim Halsen, ein Applaus, wenn ein Team perfekt durch eine Wende kommt. Und dazu die kleine, angenehme Gewissheit, dass Palma so etwas kann: große Boote, viele Stimmen und ein Revier, das zu einem Moment der Gemeinschaft wird.

Häufige Fragen

Wie wirkt sich die Copa del Rey in Palmas Bucht atmosphärisch auf Zuschauer aus?

Es ist heiß, die Bucht wirkt wie ein Schachbrett aus weißen Rümpfen und bunten Spinnakern. Motorengeräusche mischen sich mit Gischt, Meerduft und dem drängenden Blick auf das Geschehen. Zuschauer am Kai stehen in leichter Kleidung, fotografieren und verfolgen das Duell der Boote zwischen Alpha- und Beta-Kursen.

Wie sieht das Beobachten aus einem Presse-Schlauchboot bei der Copa del Rey aus?

Ich sitze in einem schnellen Schlauchboot des Real Club Náutico de Palma, der Motor sorgt für Fahrt durch Gischt. Der Blick ist nah am Kurs, mit Abstand zu den Wendebojen und zu den großen ORC-Yachten. Das Klacken der Takelage, Wind und Wellen erzeugen ein intensives Regatta-Gefühl, während Fotografen um mich herum Bilder machen.

Welche Bootsklassen und Teilnehmer gibt es bei der Copa del Rey in Palma?

Im Feld treten ORC-Klassen wie A, B, C und 0 sowie ClubSwan 42 gegeneinander an. Internationale Teams aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Brasilien und den USA mischen die Startliste, dazu kommt eine Frauenregatta mit vielen Teilnehmerinnen. Prominente Yachten wie die Hispania mit König Felipe VI. gehören ebenso zum Spektrum.

Welche Aussichtspunkte eignen sich in Palma, um die Regatta zu beobachten?

Vom Ufer aus lässt sich das Geschehen gut entlang des Passeig Marítim verfolgen. Besonders schön ist der Blick von Portixol bis zur Lonja am Wasser, aber auch der Muelle bietet Nähe zu den Booten. Dort versammeln sich Einheimische, Urlauber und Fotografen, die die Farben der Segel einfangen.

Wie hat sich die Copa del Rey im Laufe der Jahre verändert?

Die Copa del Rey begann 1982 und hat sich von großen Maxi-Yachten zu einer vielseitigen, internationalen Flotte entwickelt. Heute dominieren Vielfalt und kniffelige Wettfahrten statt purer Größe, und die Regatta zieht Teams aus mehreren Ländern an.

Wie ist das Klima während der Copa del Rey in Palma und was sollte man beachten?

Es ist heiß, oft über 30 Grad. Am Ufer tragen Besucher leichte Kleidung, und auf dem Wasser sorgt der Wind für Abkühlung bei Crews und Zuschauern.

Was macht die Copa del Rey heute besonders?

Im Vergleich zu früheren Jahren steht heute eine vielfältige, internationale Flotte im Mittelpunkt, statt nur großer Maxi-Yachten. Dazu gibt es unterschiedliche Bootsklassen und eine lebhafte Regatta, die Palma als Sommeralltag prägt und lokale Betriebe verbindet.

Wie kann man die Copa del Rey in Palma am besten erleben?

Man kann früh an die Mole gehen, solange noch Ruhe herrscht, oder eines Presseboots mieten, um nah dran zu sein. Wer lieber vom Ufer zuschaut, findet entlang des Wassers ebenfalls gute Perspektiven.

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