Torres del Temple in Palma: Historische Türme werden Museum (2026)

Palmas Torres del Temple werden Museum – ein neues Fenster in die Stadtgeschichte

Palmas Torres del Temple werden Museum – ein neues Fenster in die Stadtgeschichte

Die restaurierten Torres del Temple öffnen im ersten Quartal 2026 als Museum. Aus alten Balken, gefundenen Wandmalereien und modernen Eingriffen entsteht ein Ort, der Palmas Geschichte von der Vorgeschichte bis ins Mittelalter erzählt.

Palmas Torres del Temple werden Museum – ein neues Fenster in die Stadtgeschichte

Zwischen Rathausglocken und Baustellengeräusch: Wie ein altes Turmpaar neues Leben bekommt

Wer in diesen Tagen durch die Gassen rund um die Plaça Cort geht, hört mehr als die üblichen Taubenschreie: Hämmer, Stimmen, das leise Surren eines Aufzugs, der noch nicht in Betrieb ist. Zwischen den Orangenbäumen und dem Rathaus erhebt sich die Baustelle der Torres del Temple – ein Gebäude mit Wurzeln im 12. Jahrhundert, das im Frühjahr 2026 erstmals als Museum für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden soll.

Die Stadt hat das Projekt in Angriff genommen und im Rahmen der Sanierung rund 2,4 Millionen Euro investiert. Bei einer Besichtigung der Arbeiten war Bürgermeister Jaime Martínez zugegen; gemeinsam mit städtischen Kolleginnen und Kollegen wurde der Stand der Restaurierung begutachtet. Die Türme, die einst Teil der befestigten Anlage Gumara waren, hatten in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Umbauten erfahren und dienten lange Zeit als Wohnhäuser. Vor Beginn der Arbeiten beschrieben Fachleute einen Zustand, der sich über zwei Jahrzehnte hinweg zugespitzt hatte – Risse, einsturzgefährdete Abschnitte, vernachlässigte Holz- und Steinstrukturen. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel über den Teilweisen Einsturz am Baluard de Sant Pere in Palma.

Was heute anders aussieht, ist das Ergebnis behutsamer Handarbeit. Fachleute machten bei den Eingriffen überraschende Funde: original erhaltene Wandmalereien in einem mittelalterlichen Geschoss und hölzerne Profile in einem der ältesten Räume. Viele der etwa 200 Jahre alten Holzbalken, die zunächst ersetzt werden sollten, zeigten eine Qualität, die eine Wiederverwendung rechtfertigte; sie wurden gesichert und in die neue Konstruktion integriert. Zugleich blieben Bögen, Wehrgänge und Türstürze sichtbar – Elemente, die den Besucherinnen und Besuchern die Schichten der Baugeschichte vor Augen führen sollen.

Die Außenansicht der Doppeltürme hat ein neues Gesicht erhalten. Bei der Überarbeitung der Fassade folgte man einem Entwurf, der die Türme optisch vereinheitlicht und die frühere Zinnenkrone weniger betont erscheinen lässt. Dabei blieb der linke Turm, dessen Ursprung in der maurischen Epoche liegt, weitgehend in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten; der rechte Turm erfuhr stärkere Eingriffe, um statische Probleme zu beheben und ein sicheres Nutzererlebnis zu ermöglichen.

Im Inneren setzt das Konzept auf Zurückhaltung. Neue Eingriffe – Treppen, ein Aufzug und verlässliche Wege durch das Gebäude – wurden so platziert, dass sie den historischen Charakter nicht übertünchen. Die Sanierung zielt darauf ab, die Zeitspuren lesbar zu lassen: Risse, Patina, Schichten von Putz und Stein sollen Besucherinnen und Besuchern erzählen, wie das Gebäude gewachsen ist und wie die Stadt sich verändert hat.

Die zukünftige Ausstellung ist als Panorama gedacht: vom älteren, vorgeschichtlichen Leben auf der Insel bis zu den mittelalterlichen Schichten Palas. Die Stadt plant, die Räume für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen und so ein zusätzliches Angebot für Schulklassen, historische Vereine und Touristen zu schaffen. Die Barrierefreiheit wurde berücksichtigt, damit auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen das Haus besuchen können. In diesem Zusammenhang könnten die Gärten der Misericòrdia von Interesse sein, die Palmas ruhigen Herzschlag neu erstrahlen lassen.

Was das Ganze für Palma bedeutet, lässt sich besser an kleinen Szenen erklären: An einem grauen Morgen fällt bereits Licht durch die Gerüstplanen, ein Handwerker wischt sich den Schweiß von der Stirn, eine Studentin bleibt stehen und macht Fotos mit dem Handy. Solche Blicke auf die Arbeit am Baudenkmal verbinden Vergangenheit mit Alltag – und das ist vielleicht der eigentliche Gewinn. Ein Museum in den alten Türmen wird nicht nur Exponate zeigen; es wird ein Ort, an dem Nachbarinnen und Nachbarn, Schülerinnen und Schüler und Besucherinnen und Besucher die Stadtgeschichte buchstäblich anfassen können.

Wer die Torres del Temple vorbeigehen sieht, kann sich auf einen Ort freuen, der im ersten Quartal 2026 öffnen soll. Es ist ein kleines, dennoch spürbares Versprechen: Wer sich um die eigenen alten Steine kümmert, stärkt den Zusammenhalt und schafft Raum für Begegnungen zwischen Generationen. Nach den Arbeitspausen sind es oft die einfachen Dinge – eine wiederverwendete Deckenbalkenreihe, ein freigelegtes Wandbild – die Geschichten erzählen. Und diese Geschichten werden bald dort zu hören sein, wo einst ein Tor zur Stadt stand.

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