
Von München nach Peguera: Pia Bolte bringt Farbe und Mode auf die Insel
Die Münchner Designerin Pia Bolte, unterwegs von Miami bis Shanghai, plant einen Laden in Peguera und verknüpft auf Mallorca Kunst, Laufstrecke und lebendige Mode.
Von München nach Peguera: Pia Bolte bringt Farbe und Mode auf die Insel
Von München nach Peguera: Pia Bolte bringt Farbe und Mode auf die Insel
Die Designerin, die weltweit Kundinnen und Promis einkleidet, will in Peguera einen Shop eröffnen — und bleibt der Insel treu
Wenn im Dezember die Sonne flach über dem Hafen von Port d’Andratx liegt und Segelboote leise in ihren Liegeplätzen schaukeln, diskutieren die Menschen hier gern über das, was die Insel frisch macht: neue Cafés, renovierte Fincas — und hin und wieder eine Modeschöpferin, deren Kleider plötzlich überall auftauchen. Pia Bolte gehört seit Jahren zu diesen Gesprächsthemen. Die gebürtige Essenerin pendelt zwischen München und internationalen Shows, bringt aber immer wieder Farbtupfer auf Mallorca.
Bolte ist keine Unbekannte auf der Insel. Sie wohnte Anfang der 2010er-Jahre einige Zeit nahe Bendinat, entwarf Kollektionen, die auf lokalen Events gezeigt wurden, und kleidete bekannte Inselpersönlichkeiten in farbenfrohe Looks. In jüngster Zeit war ihre Arbeit auf der Art Basel in Miami zu sehen; neben luftigen Sommerkleidern gehören inzwischen auffällige Swimsuits und Beachwear zu ihrem Repertoire.
Besonders spannend für Mallorcas Mode- und Kulturszene: Die Designerin plant gemeinsam mit Fürst Heinz von Sayn‑Wittgenstein einen Store in Peguera. Ein Laden vor Ort bedeutet mehr als Verkaufsflächen — er ist ein Treffpunkt. Ein Ort, an dem Touristin und Nachbarin über Stoffe fachsimpeln, wo ein Laufsteg für eine Abendveranstaltung schnell zum Schaufenster wird. Für Peguera kann das einen kleinen, aber spürbaren Impuls bedeuten: mehr lokale Sichtbarkeit für kreative Angebote und zusätzliche Besucherströme in der Nebensaison, wie sie auch auf dieser Seite zu den Events in Peguera thematisiert werden.
Was Bolte auszeichnet, ist die Mischung aus Handwerk und Alltagstauglichkeit. Angefangen hat sie mit Dirndln aus recycelten Sari-Stoffen und einem kleinen Onlineshop; heute entwirft sie Hoodies, Strandmode und maßgeschneiderte Stücke. Namen wie Sarah Connor, Snoop Dogg oder Bill Kaulitz tauchen in der Kundenliste auf — Ausdruck davon, dass ihre Kreationen ziemlich unterschiedliche Leute ansprechen. Und das Beste: In ihren Entwürfen bleibt immer Raum für Menschen mit normalem Budget, sagt sie — eine Haltung, die man auf der Insel schätzt, wie auch in Birgit Müllers Küchenideen für Mallorca.
Auf Mallorca verbindet Bolte ihre Mode mit lokaler Kunst. Gemeinsam mit der in Palma tätigen Künstlerin Natalie Bernsteiner, bekannt als Mrs. Marnali, entstehen Stücke, die Bilder und Stoff verschränken — diese Zusammenarbeit soll demnächst auf internationalen Bühnen wie der Shanghai Fashion Week präsentiert werden. Solche Projekte zeigen: Die Modewirtschaft hier ist kein Insel-Idyll isolierter Atelierbetriebe, sondern Teil eines Netzwerks von Gestaltern, Galerien und kleinen Läden, wie es auch bei den kleinen Läden auf Mallorca der Fall ist.
Wer Pia Bolte trifft, bemerkt schnell ihre Bodenständigkeit. Sie lebt mit einem bayerischen Partner und einem Hund, joggt oft — offenbar auch auf Mallorca, wenn sie zwischen Meetings und Shows Zeit findet — und hat sich vorgenommen, den Halbmarathon in New York zu laufen. Diese Mischung aus Reisefreiheit und Alltagsrhythmus schafft ihren Arbeitsstil: produktiv, aber nicht abgehoben.
Für die lokale Szene bringt das Vorteile: Ein Showroom oder ein Laden in Peguera eröffnet jungen Designerinnen und Schneidereien Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Maßanfertigungen, Stofflieferungen von regionalen Betrieben, kurzfristige Ausstellungen in Cafés und Galerien — all das sind kleine Wirtschaftskreisläufe, die Leben in Ortskerne zurückbringen. Gleichzeitig können Veranstaltungen in Hafenstädtchen wie Puerto Portals Modeinteressierte anziehen, ohne dass große, ressourcenfressende Events nötig wären.
Eine konkrete Alltagsbeobachtung: Bei einem Spaziergang am späten Nachmittag durch den Passeig Marítim trifft man derzeit mehr Menschen in farbigen Jacken und lässigen Hoodies — kein Wunder, wenn Designerinnen aus dem Ausland ihre Stücke zeigen. Die Farben wirken wie ein Gespräch mit der Insel: warm, manchmal provokant, aber immer präsent. Solche visuellen Signale verändern die Wahrnehmung eines Ortes, machen ihn aufmerksamer für Kreatives.
Ausblick und Inspiration: Ein kleiner Laden in Peguera muss nicht groß wirken, um Wirkung zu entfalten. Pop‑up‑Präsentationen, gemeinsame Schaufensteraktionen mit lokalen Galerien, oder ein regelmäßiger ‚Design‑Talk‘ in einem Café könnten zeigen, wie Mode und Inselkultur zusammenpassen. Für Mallorcas Alltag heißt das: mehr Möglichkeiten für Handwerk, mehr Begegnungen zwischen Einheimischen und Gästen und neue Perspektiven für junge Kreative.
Am Ende bleibt ein praktischer Gedanke: Mode, die auf Reisen entsteht und hier Wurzeln schlägt, ist mehr als ein Trend. Sie ist ein Angebot an die Nachbarschaft — an Schneiderinnen, Galeristen und Ladenbetreiber — die gemeinsam etwas schaffen können. Wenn in Peguera bald die Türen eines neuen Stores aufgehen, wird man das nicht nur an einem schönen Schaufenster erkennen, sondern an den Gesprächen, die dann in den Cafés der Gemeinde geführt werden.
Warum das gut für Mallorca ist: Es fördert lokale Netzwerke, bringt frische Kundschaft in ruhige Orte und macht kreative Arbeit sichtbarer — ohne großen Aufriss, sondern im kleinen, spürbaren Alltag.
Beim nächsten Spaziergang in Port d’Andratx oder Puerto Portals lohnt sich ein Blick auf die Kleider: Manchmal erzählen Farben die besten Geschichten.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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