Portocolom: Fischerhütten und Kai werden restauriert

Portocolom rüstet auf: Fischerhütten und Kai bekommen neuen Schutz

Portocolom rüstet auf: Fischerhütten und Kai bekommen neuen Schutz

Handwerker, Boote und der salzige Geruch des Hafens: In Portocolom laufen diesen Winter umfangreiche Arbeiten an der Promenade und an den typischen Fischerhütten. Die Balearen investieren rund 10 Millionen Euro, damit Kai, Treppen und alte Anlegestellen der Bucht erhalten bleiben.

Portocolom rüstet auf: Fischerhütten und Kai bekommen neuen Schutz

Die Küstenpromenade im Osten der Insel wird diesen Winter Schritt für Schritt gesichert

Wenn man an einem windstillen Vormittag am Hafen von Portocolom steht, mischen sich der Geruch von Meer und frischem Mörtel. Handwerker mit wettergegerbten Jacken schieben Karren, Boote schaukeln leise, und Möwen stemmen sich gegen den leichten Nordwest. An mehreren Stellen sieht man derzeit Gerüste, Hebebühnen und Bauleute – nicht das übliche Sommertreiben, sondern gezielte Arbeit an etwas, das vielen hier am Herzen liegt: den alten Fischerhütten und dem Kai.

Die Regionalregierung hat für die verschiedenen Projekte in und um den Handelshafen rund 10 Millionen Euro bereitgestellt. Damit sollen die massiven Steine des Kais, die Promenade entlang der Straßen Pescadors und Cristòfol Colom sowie die historischen Hütten stabilisiert werden. Besonders die Stützpfeiler am Kai haben innen Schäden davongetragen, weil Salzwasser und stürmische Wellen über Jahre Material ausgespült haben.

Für die Menschen aus Portocolom ist das kein abstraktes Denkmalprojekt. Die kleinen Hütten, die meist Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden sind, dienen noch immer als Unterstand für Boote und zur Lagerung von Netzen und Ausrüstung. Manche sind nur wenige Schritte vom Wasserspiegel entfernt, erreichbar über Außen­treppen und mit einem kleinen Anlegeplatz vor der Tür. Andere wurden in den vergangenen Jahren gesichert oder sogar eingezäunt, weil ihr Zustand bedenklich war.

Im Hafen gibt es mehrere Gruppen dieser Baracken, verteilt über die Bucht. In Es Riuetó stehen rund 90 solcher Hütten, während Orte wie Es Babo deutlich kleinere Ansammlungen haben. Diese Vielfalt macht das Bild von Portocolom aus: große, kleine, farblich verblichene Holztore, handgeschriebene Markierungen und einzelne Boote, die an einem Floss hängen. Aktuell konzentrieren sich die Arbeiten besonders auf Sa Bassa Nova und Es Babo.

Die Maßnahmen sind handwerklich anspruchsvoll. Arbeiter kommen sowohl vom Land als auch vom Wasser, Schwimmgerüste und kleine Arbeitsboote werden eingesetzt, wenn das Gelände unmittelbar am Meer zu erreichen ist. Alte Anlegestellen, die seit Jahren unbenutzt sind, werden wiederhergestellt, damit sie als Zeugnis der lokalen Schifffahrts- und Fischereitradition erhalten bleiben.

Für die Balearische Hafenbehörde ist die Reihenfolge klar: zuerst die sicherheitsrelevanten Stützpfeiler stärken, dann die betroffenen Abschnitte der Promenade ausbessern und schließlich die Hütten sanieren. Voraussetzung für zügiges Arbeiten ist das Wetter. Wenn der Winter gnädig bleibt, hofft die Behörde, die Arbeiten in Sa Bassa Nova und Es Babo noch vor dem Sommer abzuschließen.

Was bedeutet das für den Alltag hier? Spaziergänger am Hafen werden Baustellen sehen und gelegentlich umgeleitet. Fischer finden ihre Plätze wieder gesichert, und die kleinen Bootsverleiher atmen auf, weil Anlegeflächen repariert werden. Für die Gastronomie an der Mole heißt das: langfristig mehr Besucher, die den Hafen als festen Bestandteil eines abendlichen Bummels schätzen.

Ein leiser gesellschaftlicher Effekt ist auch spürbar: Wenn Stadtbild und Uferbefestigung erneuert werden, wächst die Bereitschaft, das Erbe zu achten. Ein Cafébesitzer in der Straße Pescadors erzählte neulich beim Aufräumen der Terrasse, wie seine Großmutter dort früher Netze flickte. Solche Alltagsgeschichten verbinden die Technik des Bauens mit Erinnerung und Identität.

Weiter gedacht könnte dieses Projekt Vorbildcharakter für andere Küstenorte haben: Erhalt statt Entkernung, Reparatur statt Abriss. Das schützt nicht nur Bausubstanz, sondern auch Arbeitsplätze und das Gefühl, dass Orte wie Portocolom ihre Eigenheit behalten. Wer in den kommenden Monaten entlang der Mole spaziert, hört Hämmern, sieht frische Mörtelnähte und bemerkt, wie aus alten Steinen Stück für Stück wieder ein Hafen wird, in dem Fische, Boote und Menschen Platz haben.

Abschließend ein praktischer Tipp für Besucher: Spaziergänge entlang der Promenade am späten Nachmittag lohnen weiterhin, auch wenn einzelne Abschnitte abgeriegelt sind. Der Blick auf die Bucht, die bunten Hütten und die Arbeiter, die dem Ort neues Leben geben, ist eine eigene Art von Mallorca-Bild — nicht aus dem Prospekt, sondern echt und vor Ort.

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