
Neuer Platz über dem Hafen von Portopetro: Grün, Spiel und 20 Parkplätze – aber zu welchem Preis?
Auf der kleinen Anhöhe von Portopetro entsteht ein Platz mit Aussichtsterrasse, Spielbereich und einer Tiefgarage für rund 20 Autos. Das Projekt kostet knapp 950.000 Euro und wirft Fragen zur Priorität von Parkraum, öffentlichem Raum und langfristiger Pflege auf.
Ein neuer Treffpunkt über dem Hafen – und die zentrale Frage
Wer in diesen Wochen am Hafen von Portopetro entlanggeht, hört nicht nur Möwen und das ständige Klappern der Fischerboote: Baustellenlärm mischt sich dazu, frühmorgendliche Lieferungen rollen bereits gegen 7 Uhr den Hang hoch. Auf der kleinen Anhöhe über dem Hafen entsteht ein neuer Platz mit Grün, Spielbereich und einer Tiefgarage für etwa 20 Autos. Die zentrale Frage lautet: Verbessert dieses Projekt die Aufenthaltsqualität wirklich – oder kaufen wir uns nur Parkplätze, verpackt in Zierpflanzen?
Was geplant ist
Geplant ist ein offener Platz mit festen Sitzmöglichkeiten, neuen Grünflächen und einem kleinen Aussichtspunkt, der frontal aufs Wasser blickt. Kinder sollen auf einer Spielzone toben können, Eltern auf Bänken sitzen und Fischer, Einheimische und Urlauber den Blick über die Bucht genießen. Unterhalb der Fläche wird die Tiefgarage errichtet, die in Spitzenzeiten Entlastung versprechen soll. In diesem Zusammenhang wird auch über die Bedeutung von öffentlichen Räumen diskutiert.
Die Zahlen – knapp und nicht ohne Diskussion
Das Gesamtbudget liegt bei rund 950.000 Euro. Den größten Anteil übernimmt eine Tourismusförderung, einen Rest trägt die Gemeinde Santanyí. Auf den ersten Blick fällt die Relation auf: fast eine Million für einen Platz, dessen Untergeschoss Platz für nur 20 Fahrzeuge bietet. Kritiker fragen zurecht: Ist das effizienter Einsatz öffentlicher Mittel? Befürworter jedoch betonen den Zugewinn an öffentlichem Raum – etwas, das an der Küste nicht allein Luxus, sondern Teil einer nachhaltigen Ortsentwicklung sein kann, wie zum Beispiel durch nachhaltige Projekte.
Wenig beleuchtete Aspekte
Nur selten gesagt wird: Ein Platz ist nicht nur Bauwerk, sondern Verpflichtung. Wer kümmert sich später um Bewässerung, Ersatzpflanzungen, Reinigung und Beleuchtung? Werden die Bänke robust genug für Salznebel und Wind sein? Und wie soll die Tiefgarage später betrieben werden – Festplatzvergabe an Anwohner, Kurzzeitparkplätze für Gäste, oder öffentlicher Raum, der sich in Parkraum verwandelt, wenn Besuchermassen kommen? Diese Details entscheiden, ob das Projekt lebendig bleibt oder schnell nachlässig wirkt. Weitere Informationen über die Entwicklung von öffentlichen Plätzen sind dazu hilfreich.
Wie realistisch ist die Fertigstellung?
Die offizielle Zielmarke lautet: Ende des Jahres. Wenn das Wetter mitspielt, keine Materialengpässe auftreten und keine archäologischen Überraschungen die Bagger stoppen, ist das möglich. Als Anwohnerin beobachte ich morgens Handwerker, die über den Platz eilen, und Touristen, die neugierig Fotos machen. Doch die Baupraxis auf Mallorca hat gelehrt: Unvorhergesehenes kann Zeit und Kosten addieren.
Was die Menschen vor Ort sagen
Am Kiosk an der Ecke, wo seit zwei Jahrzehnten Croissants an Frühaufsteher verkauft werden, freut man sich: „Endlich etwas Grünes, nicht nur Asphalt.“ Ein älterer Fischer lächelt und hofft, der Aussichtspunkt nehme ihm nicht die Fische weg. Andere Stimmen bleiben skeptisch: „Warum so teuer?“ heißt es dann. Diese Mischung aus Hoffnung und Misstrauen ist typisch für kleine Orte, in denen jeder Euro und jeder Quadratmeter genutzt wird.
Konkrete Chancen und praktische Vorschläge
Wenn das Projekt mehr sein soll als eine kostspielige Parklösung, helfen klare Vorgaben: Erstens, die Tiefgarage sollte bevorzugte Plätze für Anwohner und Lieferanten bereithalten, nicht ausschließlich für Tagesgäste. Zweitens, Fahrradständer und Abstellflächen an der Oberfläche fördern nachhaltige Wege statt Autoverkehr. Drittens, native Pflanzenarten, wassersparende Bewässerung und eine Regenwasserrückhaltung senken Folgekosten. Viertens, eine transparente Instandhaltungsvereinbarung zwischen Gemeinde und Fördergeber sichert Pflege und Budget. Und fünftens, temporäre Nutzungen – Wochenmärkte, kleine Konzerte oder Kinderveranstaltungen – können den Platz schnell in Herzen der Gemeinde verwandeln.
Blick nach vorn
Portopetro bekommt zum Jahresende wohl einen neuen Ort zum Verweilen: mit Grün, Spiel und einer neuen Aussichtsterrasse. Ob am Ende Einheimische und Gäste den Gewinn an Aufenthaltsqualität spüren oder die Fläche primär Parkzwecken dient, hängt von wenigen, aber wichtigen Entscheidungen ab. Ich werde weiter hinschauen, zwischen Baustellenstaub, dem Duft frischer Croissants und dem Krähen der Möwen – denn solche Orte erzählen, wie wir unseren Alltag an der Küste gestalten wollen.
Fazit: Ein neuer Platz kann eine schöne Bereicherung werden – wenn Planung, Betrieb und Pflege das Anliegen öffentlicher Räume ernst nehmen. Sonst bleibt nach dem Feiern nur ein Parkplatz mit Aussicht.
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