
Knapp verloren in Barcelona: Elfmeter raubt Mallorca den Punkt
RCD Mallorca verliert 2:3 bei Espanyol – ein späten Elfmeter entscheidet. Was bleibt: Kampfgeist und die Frage nach Konstanz sowie ein paar konkrete Baustellen.
Knapp verloren in Barcelona: Elfmeter raubt Mallorca den Punkt
Es ist dieses Gefühl: stolz auf die Moral, ärgerlich über das Ergebnis. In einem hektischen Abendspiel in Barcelona unterlag der RCD Mallorca knapp mit 2:3 gegen Espanyol. Eine Partie, in der vieles für die Inselkicker sprach — bis der Schiedsrichter in der Schlussphase auf den Punkt zeigte und die Gastgeber den Unterschied markierten.
Früh in Führung gegangen, wirkte Espanyol für lange Phasen zielstrebiger. Mallorca aber zeigte Charakter. Besonders die zweite Halbzeit, als Vedat Muriqi zwei Mal traf und das Spiel kippte: Das Knistern im Stadion, das Rauschen der Stadt, die wenigen mallorquinischen Stimmen im Fanblock — man spürte, es könnte klappen. Doch der letzte Tritt vom Elfmeterpunkt machte alle Hoffnungen zunichte.
Die Leitfrage
Woran liegt es, dass trotz mutiger Aufholjagd die Belohnung ausbleibt? Ist es Pech, eine einzelne Fehlentscheidung oder ein tieferes Problem in der Struktur des Teams? Diese Frage zieht sich wie das leichte Meeresrauschen durch die Gespräche an der Plaça d’Espanya später am Abend: "Zwei Schritte vor, einer zurück", sagte ein Rentner, der die Partie in einer Bar verfolgt hatte.
Weniger beachtete Aspekte
Die Diskussion konzentriert sich oft auf den Elfmeter — zurecht. Aber darunter liegen Dinge, die seltener laut besprochen werden: die personelle Tiefe, die Art, wie das Team auf Über- und Unterzahlsituationen reagiert, und die psychologische Belastbarkeit nach Rückschlägen. Mallorca hat im Winter keinen breiten Puffer auf der Bank aufgebaut. Wenn Schlüsselspieler fehlen oder müde sind, wird das System brüchig. Zu spät gezündet: RCD Mallorca verliert unglücklich 1:2 in Bilbao
Auch die Reisestrapazen spielen eine Rolle. Die kurze Nacht vor dem Rückflug, das frühe Aufstehen, der Jetlag-ähnliche Effekt — für ein Team von der Insel sind Auswärtsspiele auf dem spanischen Festland kleine logistische Abenteuer. Das schlägt sich nicht in Statistiken nieder, aber in den letzten Minuten, wenn Konzentration zählt.
Was taktisch auffiel
Muriqis Rolle ist klar: ein Anker in der Offensive. Trotzdem ist die Abhängigkeit spürbar. Wenn der Ball nicht schnell zu ihm kommt oder die Außenbahnen nicht sauber anspielbar sind, fehlt die Durchschlagskraft. Defensiv zeigen sich Lücken bei Standards und schnellen Umschaltsituationen. Der Elfmeter kam nach einer Kombination aus Unordnung im Strafraum und einer kleinen Unaufmerksamkeit — typische Symptome fehlender Konzentration in kritischen Momenten.
Konkrete Chancen und Lösungsansätze
Es reicht nicht, nur zu lamentieren. Konkrete Ansätze helfen: intensivere Arbeit an Standardsituationen (sowohl verteidigend als auch offensiv), klare Kommunikation im Strafraum, und eine Rotation, die gezielt Frische bringt, ohne das Grundgefüge zu zerstören. Mentaltrainer könnten helfen, die Nerven in Endphasen zu stabilisieren — das gilt nicht nur für einzelne Spieler, sondern für die ganze Mannschaft. Mallorca verliert knapp gegen Villarreal – spätes Tor entscheidet
Reflexionsbedarf besteht auch beim Umgang mit Schiedsrichterentscheidungen: Weniger theatralische Proteste, mehr strukturierte Reklamationen über den Klub. Und bei wiederholten strittigen Szenen bleibt die Liga in der Pflicht, VAR transparent zu erklären — für Fans und Vereine.
Blick nach vorn
In sechs Tagen steht Son Moix im Mittelpunkt: Atlético Madrid kommt. Das ist eine Chance und ein Prüfstein. Zu Hause, wenn die Sonne tief steht und die Fankurve singt, wirkt das Team oft stärker. Die Herausforderung ist, die Energie der zweiten Halbzeit zu konservieren und die kleineren Fehler auszumerzen. Zwei Minuten entscheiden: Mallorca zeigt Mut im Bernabéu — und verliert knapp
Für die Fans heißt das: Kommen, anfeuern, und die Mannschaft spüren lassen, dass Fehler verziehen werden, wenn sie mit Mut beantwortet werden. Für das Team heißt das: aus den knapp verlorenen Spielen lernen — taktisch, mental und personell. Ein Punktgewinn in Barcelona hätte gutgetan, doch das, was zählt, ist die Reaktion in Son Moix.
Spielstand: Espanyol 3 — Mallorca 2
Torschütze(n) Mallorca: Muriqi (2)
Nächstes Spiel: RCD Mallorca vs Atlético Madrid, Son Moix, Sonntag, 16:15 Uhr
Fazit: Herz gezeigt, aber noch nicht genug Substanz. Die Insel muss sich Fragen stellen — und Antworten liefern. Son Moix wird ein erstes, deutliches Stimmungsbarometer. Führung verloren, Fragen bleiben: Warum RCD Mallorca das 2:2 gegen Osasuna nicht über die Zeit brachte
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