
Mallorcas Refugios brechen 2025 ihren Übernachtungsrekord
Sieben öffentliche Wanderhütten auf Mallorca zählten 2025 rund 43.200 Übernachtungen, etwa 7 % mehr als im Vorjahr. Fast 270 Betten stehen zur Verfügung, Spitzenreiter war So n’Amer mit Blick ins Lluc-Tal.
Mallorcas Refugios brechen 2025 ihren Übernachtungsrekord
Mallorcas Refugios brechen 2025 ihren Übernachtungsrekord
Auf den Bergen und in den Tälern der Insel hört man morgens jetzt häufiger Rucksackrascheln als Autohupen: 2025 haben die sieben öffentlichen Wanderhütten, die der Inselrat betreibt, zusammen rund 43.200 Übernachtungen gezählt. Das ist ungefähr sieben Prozent mehr als im Jahr davor und ein neuer Rekord für die Refugios.
Fast 270 Schlafplätze stehen insgesamt zur Verfügung — von einfachen Lagern bis zu Zimmern mit Blick in die Tramuntana. Die meistgebuchte Herberge war in diesem Jahr So n’Amer, bekannt für die Aussicht ins Tal von Lluc und für die kurzen Pfade, die von dort zu alten Trockenmauern und einsamen Aussichtspunkten führen.
Warum das zählt
Wenn Menschen in Gruppen oder allein auf Schusters Rappen die Insel erleben, passiert mehr als nur Freizeitvergnügen. Solche Übernachtungen verteilen Besucherinnen und Besucher abseits der Küste, bringen Einkommen in kleine Bergdörfer und halten Wege und Infrastruktur im Blick. Beim Aufstieg riecht man Kiefernharz, hört ferne Kirchenglocken aus Lluc und trifft Wanderer, die Holz sammeln, um ihre Stirnlampen nach einem langen Tag wieder anzumachen. Das ist ein anderes Mallorca als die Postkartenstrände — und offenbar ein Wunschziel vieler Gäste.
Die Zahlen zeigen auch: Naturnahes Reisen hat Saisonverlängerungspotenzial. Wandernde bleiben länger, kaufen lokal ein und nutzen Dienstleistungen vor Ort. Kleine Bars, Handwerksläden und öffentliche Parkplätze profitieren, wenn Hütten gut besucht sind. Für Quartiere nahe der Refugios bedeutet das eine willkommene Ergänzung zum Sommergeschäft.
Einfacher Alltag an den Hütten
Ein typischer Morgen am Refugi: Frühnebel in den Tälern, Kaffeegeruch, das leise Klappern von Kochgeschirr. Freiwillige und Hüttenwarte begrüßen die Gäste, erklären die nächsten Etappen, füllen Wasserkanister auf. Viele Wandernde planen ihre Etappen über die offiziellen Buchungsseiten des Inselrats, andere nutzen spontane Nächte unter dem Sternenzelt. Trotz der erhöhten Nachfrage bleiben die Refugios keine Hotels — das gemeinschaftliche Miteinander, das Teilen von Geschichten und die einfache Infrastruktur sind Teil des Reizes.
Wohin es führen kann
Die Nachricht vom Rekordjahr ist ein positives Signal für nachhaltigen Landtourismus. Wer mobil in die Berge kommt, nimmt tendenziell Rücksicht auf Pfade und Flora. Das heißt nicht, dass alles perfekt ist, aber es eröffnet Möglichkeiten: bessere Wegemarkierungen, zusätzliche Transportverbindungen zu beliebten Startpunkten, saisonale Angebote für Einheimische und Schulklassen — alles Maßnahmen, die das Erlebnis sichern können, ohne die Natur zu überfrachten.
Für viele Mallorquinerinnen und Mallorquiner ist das kein abstraktes Statistikthema. Es bedeutet Wochenenden, an denen die Straßen ins Tramuntanaleben pulsieren; es bedeutet Beschäftigung für Hüttenwarte, Handwerker und kleine Gastronomen; es bedeutet, dass das stille Mallorca auch wirtschaftlich sichtbar wird.
Blick nach vorne
Der Rekord 2025 lädt ein, das Wanderangebot weiter zu pflegen: verlässliche Reservierungssysteme, saubere und gut zugängliche Hütten, Infopunkte in Dörfern und mehr Aktionen für Einheimische. Und schließlich ist da noch etwas ganz Persönliches: Die Hütten erinnern uns daran, dass ein Abend über dem Tal, eine einfache Mahlzeit mit Fremden und das Schlafen unter einem Milchstraßenhimmel manchmal mehr aus einem Urlaub machen als jede Luxusadresse.
Fazit: Mehr Übernachtungen in den Refugios heißen nicht nur volle Matratzen, sondern auch mehr Lebenszeichen in Mallorcas Berglandschaften. Für Wandernde, für Dörfer — und für eine Insel, die ihre Vielfalt neu schätzt.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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