Sineu im Pink: Much, Muca und die Mucada feiern

Sineu im Pink: Wenn Much und Muca das Dorf verzaubern

Die Mucada in Sineu taucht das Dorf in Rosa: Masken, Musik, eine alte Legende und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte — ein herzlicher Dorfabend zwischen Theater und Tradition.

Sineu im Pink: Die Mucada hat wieder geöffnet

An einem warmen Augustnachmittag klingt das Klappern der Marktstände anders: mehr Gelächter, mehr Stimmen, und irgendwo in der Ferne zirpen die Grillen lauter als sonst. Die Plaça Major ist ein Blickfänger in Rosatönen — Schals, Papiergirlanden, sogar eine alte Tür mit einem spontanen Pinkanstrich. Die Mucada hat begonnen, und das kleine Sineu fühlt sich an wie ein großes, lautes Wohnzimmerfest.

Wer sind Much und Muca?

Im Kern des Spektakels stehen zwei Figuren: der Much und die Muca. Ein junger Mann, eine junge Frau — oder zumindest Menschen, die diese Rollen mit Herz spielen. Der Much taucht nicht einfach auf. Traditionell wird er versteckt, mal heißt es in einer Scheune am Ortsrand, mal hinter den Mauern der Pfarrkirche. Stunden später wird er in einer kleinen Prozession hervorgeführt, geführt von Trommeln, Rufen und dem erwartungsvollen Murmeln der Zuschauer — bis die Begegnung mit der Muca das Ereignis „vollendet“.

Die Maske des Much wirkt auf den ersten Blick schelmisch-furchteinflößend: ein Konstrukt aus Holz, Stofffetzen und Erinnerungen. Sie knarzt ein wenig, wenn der Träger lacht. Für die Menschen hier ist das kein Gruselkabinett, sondern eine Einladung zum Mitmachen: Theater, Ritual und Gemeinschaft zugleich. Wenn der Much durch die Gassen stolziert, mischt sich das Klappern der Maske mit dem Läuten der Kirchturmglocke — ein Klang, der hier zur Abendstimmung gehört.

Pink ist Programm

Eine unausgesprochene Regel macht die Mucada sofort erkennbar: Pink oder Rosatöne sind Pflicht. Wer in Blau auftaucht, wird freundlich herausstechen. Kinder laufen mit selbstgebastelten Masken herum, Alte blicken lächelnd von ihren Fensterbänken, und die Cafés servieren Bocadillos neben Tassen mit starkem Kaffee, während der Duft von frittierter Teigware in der Luft hängt. Es ist laut, es ist ein bisschen chaotisch — und genau deshalb so vertraut.

Die kleine, ungewöhnliche Liebesgeschichte

Zur Legende gehört auch eine zarte, fast schelmische Liebesgeschichte: Der Much, so sagt man, verliebte sich einst unsterblich in die Muca — nicht sofort, eher durch eine Reihe von verlegenen Auftritten und scheuen Blicken. Ob das historisch stimmt? Wahrscheinlich nicht ganz. Aber diese Erzählung gibt dem Fest einen warmen Kern: Es ist die Vorstellung, dass aus Spiel und Verkleidung echte Nähe entstehen kann. In Sineu wird daraus kein Pathos, sondern eine augenzwinkernde Erinnerung daran, dass Traditionen Menschen zusammenbringen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel über Sineu leuchtet Rosa.

Praktisches für Besucher

Wenige Worte noch zu logistischen Realitäten: In diesem Jahr gibt es wegen Bauarbeiten keine zusätzlichen Sonderzüge nach Sineu. Wer aus der Ferne anreist, sollte den regulären Fahrplan prüfen oder das Auto einplanen. Parkplätze sind während Markt- und Festzeiten rar; ein früheres Ankommen oder ein kleiner Spaziergang vom Ortsrand ersparen Stress. Und: Bringen Sie etwas Pink mit, sonst werden Sie auffallen — im besten Sinne. Weitere Informationen zu Verkehrsverbindungen finden Sie in unserem Beitrag über Mare de Déu d’Agost.

Die Mucada ist kein steifes Ritual. Sie lebt von Improvisation, Lachen und der Bereitschaft, mitzuspielen. Für die Einheimischen ist sie eine Möglichkeit, den Sommer gemeinsam zu schließen, Generationen zu verbinden und dem Alltag ein wenig Theater zuzumischen. Wenn Sie heute Abend noch nichts vorhaben: Sineu hat Platz, eine Prise Ironie und genug Rosatöne für alle. Und vergessen Sie nicht, die besondere Atmosphäre in Sineu zu genießen, die vielleicht auch in unserem Artikel über Rosa Wirbelwind in Sineu festgehalten ist.

Ein letzter Tipp: Hören Sie genau hin. Zwischen den Trommeln, dem Lachen und dem leisen Knarren der Maske lassen sich kleine, echte Momente finden — oft zwischen zwei Menschen, die einfach beschlossen haben, den Much oder die Muca zu spielen.

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