
100 Jahre Banca March: Von Sant Miquel bis London – eine mallorquinische Erfolgsgeschichte
100 Jahre Banca March: Von Sant Miquel bis London – eine mallorquinische Erfolgsgeschichte
Vor 100 Jahren begann in Palma an der Calle Sant Miquel eine Familiengeschichte, die heute weltweit reicht. Was die Banca March für Mallorca bedeutet und warum die Insel davon profitiert.
100 Jahre Banca March: Von Sant Miquel bis London – eine mallorquinische Erfolgsgeschichte
Wie ein kleines Büro in Palma zur internationalen Familienbank wurde und warum das der Insel nützt
Am 1. April 1926 stellte sich ein Mann in Palmas Altstadt an einen Schreibtisch in der Calle Sant Miquel und öffnete ein Büro, das heute nach einem Jahrhundert noch als Ausgangspunkt einer eigenwilligen Erfolgsgeschichte gilt. Joan March Ordinas legte damit den Grundstein für ein Institut, das man heute in ganz Spanien kennt, aber das seine Wurzeln nicht verleugnet: Can Gallard des Canyà, die Aromen von frisch gebrühtem Kaffee aus der Nachbarbäckerei und die Kirchenglocken, die morgens über die Dächer von Palma schlagen – das war der erste Schauplatz.
In den ersten Jahrzehnten blieb die Bank auf den Balearen präsent: Filialen in Llucmajor, Inca, Felanitx, später Manacor und Sa Pobla sorgten für Nähe zu Kundinnen und Kunden überall auf der Insel. 1941 wandelte sich das Haus in eine Aktiengesellschaft – ein formaler Schritt, der die Struktur veränderte, nicht aber die Eigentümer: Die Familie blieb am Ruder, ein Merkmal, das das Selbstverständnis der Bank bis heute prägt.
Die 1960er- und 1970er-Jahre brachten neuen Schwung. Von Palma aus öffnete die Banca March Filialen auf dem Festland, in Städten wie Barcelona und Madrid, und setzte die Präsenz auf den übrigen Inseln fort. 1976 zog die Zentrale an die Avenidas in Palma – ein deutliches Statement: lokal verankert, aber mit Blick nach außen. Wer heute an einem klaren Morgen an der Avingudes vorbeigeht, trifft auf Angestellte mit Taschen, Lieferanten, die den Tag planen, und Cafés, in denen Bänker und Kunden ihr Morgenbriefing halten.
Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von Neuausrichtungen: Mit der Gründung einer Investmentgesellschaft 1986 diversifizierte das Haus seine Aktivitäten. In den 1990er-Jahren verschob sich der Fokus hin zu Privatkundengeschäft und Vermögensverwaltung – eine Spezialisierung, die dem Institut half, sich in einem immer komplexeren Markt zu behaupten. Heute gehören außerdem Standorte in London und Luxemburg zum Netzwerk, die als Brücken ins internationale Geschäft dienen.
Was auffällt: Die Bank trägt weiter Familienzeichen. Die Leitung liegt inzwischen in vierter Generation. Das bedeutet nicht, dass alles gemütlich bleiben darf; im Gegenteil: Wer in Palma die Straßenecken beobachtet, sieht junge Kolleginnen, die mit Headset und Tablet aus Besprechungen eilen. Das ist die Mischung aus Tradition und Modernität, die das Haus kennzeichnet.
Für Mallorca hat diese Entwicklung handfeste Folgen. Eine lokal verwurzelte Bank sorgt für Arbeitsplätze, sie finanziert Projekte, unterstützt Kulturinitiativen und bleibt in Entscheidungen nah an der Region. Die von der Familie gegründete Stiftung spielt dabei eine sichtbare Rolle – nicht nur auf der Insel, sondern auch in Madrid – und prägt das kulturelle Leben durch Ausstellungen und Förderung.
Natürlich ist die Zukunft kein Spaziergang entlang der Uferpromenade. Digitalisierung, Regulierungsdruck und ein wandelndes Kundenverhalten fordern Anpassung. Und doch spricht einiges dafür, dass das Modell weiter trägt: Familienführung, ein Fokus auf Vermögensverwaltung und eine Struktur, die auf Langfristigkeit setzt, haben der Bank in den vergangenen Jahren Anerkennung für Stabilität und Solvenz eingebracht.
Was bleibt als Eindruck, wenn man an einem Frühlingsnachmittag durch Palmas Altstadt schlendert? Da sind noch immer die Spuren des Anfangs in der Calle Sant Miquel, daneben moderne Schilder an Glasfassaden, und Menschen – Angestellte, Kundinnen, Kunstinteressierte – die zeigen, dass sich ein Haus verändern kann, ohne seine Herkunft zu vergessen. Für Mallorca ist das eine Geschichte, die Mut macht: Lokale Wurzeln und internationale Ambitionen lassen sich verbinden, und das bringt der Insel mehr als nur Prestige. Es schafft Arbeitsplätze, Kulturförderung und einen Partner, der – zumindest bislang – die Insel nicht aus den Augen verloren hat.
Zum Jubiläum heißt das: feiern darf man ruhig, mit einem Espresso in der Sonne von Plaça Major. Gleichzeitig ist es eine Einladung, die nächsten 100 Jahre aktiv mitzugestalten – von nachhaltigen Investments bis zu digitaler Zugänglichkeit. Dass eine Bank ihre Herkunft achtet und dennoch über Grenzen denkt, ist für Mallorca eine stabile Botschaft in stürmischen Zeiten.
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