Toter nach Auffahrunfall auf Ma‑5013 bei Sant Jordi – War es vermeidbar?

Toter bei Auffahrunfall auf Ma‑5013: War der Unfall vermeidbar?

Auf der Ma‑5013 bei Sant Jordi prallte ein VW Golf R auf einen Lkw – ein 28‑jähriger Familienvater starb, der Lkw‑Fahrer liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Die Guardia Civil ermittelt. Unsere Frage: Hätte dieses Unglück verhindert werden können?

Toter bei Auffahrunfall auf Ma‑5013: War der Unfall vermeidbar?

Ein sonniger, früher Morgen auf Mallorca, Hahnenschrei im Dorf, und dann das Dröhnen der Sirenen: Gegen 6.40 Uhr verwandelte sich die Landstraße Ma‑5013 bei Sant Jordi in eine Unfallstelle. Ein schwarzer Volkswagen Golf R fuhr aus bislang ungeklärter Ursache auf einen vor ihm fahrenden Nissan-Lastwagen auf. Der Fahrer des Pkw, ein 28‑jähriger Familienvater aus Algaida, verstarb noch an der Unfallstelle. Der 68‑jährige Lkw‑Fahrer musste von der Feuerwehr aus der Kabine befreit und in kritischem Zustand ins Klinikum Son Espases gebracht werden.

Das Bild an der Unfallstelle

Blaulichter, Absperrbänder, Polizisten, die Spuren sichern — die Ma‑5013 war stundenlang gesperrt. Anwohner berichten von kilometerlangen Staus, hupenden Lieferwagen und verärgerten Pendlern, die auf der engen Landstraße stehenblieben. Ein Café am Straßenrand hielt kurz die Tür offen; der Besitzer schüttelte nur den Kopf: „So etwas rührt uns alle an.“ Gerüche von Diesel, heißem Metall und Gummi blieben lange in der Luft, die Sonne stand noch tief, der Verkehr war eigentlich noch nicht voll angekommen. Die Situation auf der Ma-5013 bleibt daher ein ernstzunehmendes Thema für die Gemeinde.

Betroffenheit in Algaida

Der Tote, laut Ortspersonen Josep A. B., hinterlässt eine junge Familie: Ehefrau und zwei Kinder im Alter von sieben und zwei Jahren. Er arbeitete als Mechaniker, war im Dorf bekannt und beliebt, früher sogar Torwart beim örtlichen Fußballverein. Die Nachricht vom Tod des jungen Mannes trifft die Gemeinde hart; bereits in den ersten Stunden sammelten sich Nachbarn, Freunde und Vereinskollegen, um der Familie Beistand zu leisten. Die Tragödie erinnert an andere Vorfälle, wie den schweren Unfall bei Santa Eugènia, und verdeutlicht die Gefahren auf den Straßen der Insel.

Leitfrage: Hätte das verhindert werden können?

Die Guardia Civil ermittelt, doch die zentrale Frage bleibt: Hätte dieses Unglück verhindert werden können? Erste Hinweise deuten auf hohe Geschwindigkeit des Pkw, mehr ist noch nicht bekannt. Neben der reinen Schuldfrage lohnt sich ein Blick auf die Umstände: Ist die Ma‑5013 an dieser Stelle für hohen Durchgangsverkehr geeignet? Gibt es ausreichend Beschilderung, Bodenmarkierungen und Beleuchtung? Wie steht es um die Verkehrskontrollen auf solchen Landstraßen, wo zwischen Mandelhainen und Gewerbegebieten schnell gefahren wird? Diese Fragen sind besonders relevant angesichts ähnlicher Vorfälle, wie dem Frontalcrash auf MA-19 bei Santanyí.

Aspekte, die oft zu kurz kommen

Bei Unfällen rücken meist nur die beiden Fahrzeuge in den Fokus. Doch vier Punkte bekommen selten genug Beachtung:

1. Straßeninfrastruktur: Viele Landstraßen auf Mallorca sind historisch gewachsen, eng, kurvenreich und ohne ausreichend Ausweichstreifen. Rumble Strips, verbesserte Sichtachsen und klarere Fahrbahnmarkierungen könnten an Gefahrenstellen helfen.

2. Lkw‑Sicherheit: Moderne Assistenzsysteme in Lastwagen (Bremsassistent, Abstandsradar) verringern Auffahrrisiken. Wie aktuell ist die Flotte der regionalen Transporteure? Regelmäßigere Kontrollen und Anreize für bessere Technik wären sinnvoll.

3. Fahrerverhalten und Gesundheit: Ablenkung, Müdigkeit oder plötzliches gesundheitliches Versagen spielen oft eine Rolle. Der Verstorbene hatte in der Vergangenheit eine Herzkrankheit – ob das eine Rolle spielte, ist Teil der Ermittlungen. Medizinische Nachweise und regelmäßige Checks besonders bei Berufskraftfahrern verdienen mehr Beachtung.

4. Notfallversorgung und Rettungskette: Augenzeugen lobten das schnelle Eingreifen von Ersthelfern, Polizei und Feuerwehr. Trotzdem zeigen solche Einsätze, dass an bestimmten Orten spezielle Rettungspfade, bessere Ausrüstung oder noch schnellere Alarmketten Leben retten könnten.

Konkrete Vorschläge

Aus dem Ort kommen bereits erste Forderungen nach mehr Sicherheit. Konkrete Maßnahmen, die kurzfristig Wirkung zeigen könnten:

• Temporäre Geschwindigkeitskontrollen und mobile Blitzer an bekannten Gefahrenstellen der Ma‑5013.
• Prüfung des Straßenzustands zwischen Sant Jordi und Manacor: Sichtlinien, Randstreifen, Markierungen auffrischen.
• Informationskampagnen in Gemeinden wie Algaida über Ablenkung, Müdigkeit und die Risiken von Herz‑ oder Kreislaufproblemen beim Führen eines Fahrzeugs.
• Förderprogramme für lokale Transporteure, damit ältere Lkw schneller mit Assistenzsystemen nachgerüstet werden.

Was jetzt zählt

In den kommenden Tagen müssen polizeiliche Ermittlungen, technische Gutachten und möglicherweise medizinische Befunde klären, wie es zu dem Zusammenstoß kam. Noch wichtiger aber ist die Unterstützung für die Familie des Verstorbenen und die psychische Betreuung der Einsatzkräfte, die am Morgen das Schlimmste sahen.

Das Unglück wirft Fragen auf, die über diesen Einzelfall hinausgehen: Wie sicher sind unsere Landstraßen im Alltag, und welche Verantwortung tragen Gemeinden, Unternehmen und Behörden, um solche Tragödien zu verhindern? Die Antworten wird die Zeit zeigen, doch das Gespräch darüber sollte jetzt beginnen — bevor die Ma‑5013 wieder zur normalen Pendelstrecke wird und wir ahnungslos weiterfahren.

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