
Sechs Millionen für die Straße Peguera–Port d’Andratx: Zwischen Komfort und Nachtruhe
Die Fahrbahndecke zwischen Peguera und Port d'Andratx wird erneuert — 6,4 Mio. Euro, Nachtarbeiten und Fertigstellung bis Mai 2026. Die große Frage: Wie lassen sich Verkehrssicherheit und Nachtruhe am besten vereinbaren?
Sanierung mit Augenmaß? Die Grundfrage
Endlich steht die Sanierung der Landstraße zwischen Peguera und Port d'Andratx auf dem Plan: Rund 6,4 Millionen Euro hat der Inselrat bereitgestellt, die Fahrbahndecke zwischen Kilometer 21 und 32 soll erneuert werden. Die zentrale Frage bleibt jedoch: Wie lassen sich bessere Verkehrssicherheit und die Nachtruhe der Anwohner vernünftig unter einen Hut bringen?
Warum die Straße so wichtig ist
Die Strecke ist für viele Alltag: Schulbusse, Pendler, Lieferfahrer und Touristenbusse nutzen sie täglich. Bei Sonnenaufgang hört man hier oft das Grollen alter Lieferwagen, später klagen Radfahrer über die Risse im Asphalt – und im August bilden sich schnell lange Kolonnen. Eine neue Deckschicht bedeutet nicht nur Komfort; sie reduziert Unfallrisiken, verringert Abrieb bei Fahrzeugen und sorgt für gleichmäßigeren Verkehrsfluss in der Hauptsaison. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel zur nächtlichen Erneuerung der Ma-1.
Die Nachtarbeit — pragmatisch oder störend?
Um den Tagverkehr nicht lahmzulegen, sollen die Arbeiten überwiegend nachts zwischen 23:00 und 05:00 Uhr stattfinden. Auf dem Papier klingt das vernünftig: weniger Staus am Tag, schnellere Baufortschritte. In der Realität bedeutet Nachtarbeit aber auch Lärm, Lichtkegel und vibrierende Fensterrahmen für Anwohner in Andratx und Peguera. Besonders betroffen sind Menschen, die früh aufstehen — Fischer, Bäcker, Handwerker — und die Nachteulen, die hier noch immer das eine oder andere Glas auf der Promenade trinken. Detaillierte Einblicke zu den Nacharbeiten finden Sie in unserem Artikel zur Sanierung der Ma-1 bei Andratx.
Was in der öffentlichen Debatte oft zu kurz kommt
Im offiziellen Informationsblatt ist viel von „Lärm- und Staubschutz“ die Rede. Das klingt gut, aber konkrete Vorgaben fehlen häufig: Welche Lärmpegel gelten als Obergrenze? Werden Schallschutzwände nur temporär an den sensibelsten Stellen aufgestellt? Wer misst und sanktioniert Verstöße? Und: Gibt es einen Plan, wie die Arbeiten bei hoher Windstärke oder an Feiertagen mit vielen lokalen Veranstaltungen (Markttage in Andratx, Sommerfeste) pausiert werden?
Ein weiterer Punkt: Wie wird mit schweren Fahrzeugen umgegangen, wenn zwischenzeitlich Fahrverbote für Lkw gelten? Schon kleine Umleitungen über enge Ortsstraßen können für Anwohner zu einer Belastung werden, wenn Lieferverkehr dorthin ausweicht.
Haushalt und Qualität — reicht das Geld?
6,4 Millionen wirken auf den ersten Blick stattlich. Doch die Kosten für hochwertige Asphaltmischungen, dauerhaften Unterbau, Entwässerung und sichere Leitplanken summieren sich. Ein knapperes Budget könnte nach Jahren zu frühzeitigem Verschleiß führen. Deshalb ist es wichtig, dass der Vertrag nicht nur eine Fertigstellung bis Mai 2026 festlegt, sondern auch Gewährleistungsfristen, Qualitätskontrollen und Stichproben nach Jahren einschließt.
Konkrete Vorschläge, um Ärger zu reduzieren
Ein paar pragmatische Maßnahmen würden vielen helfen:
- Transparente Nachtpläne: Wöchentlich kommunizierte Arbeitsschwerpunkte und -zeiten, damit Anwohner ihre Nachtruhe planen können.
- Lärmsensoren und öffentliches Monitoring: Mobile Messstationen entlang der sensibelsten Abschnitte, Daten online einsehbar.
- Leise Technik und Arbeitsmethoden: Einsatz lärmarmer Fräsen, Begrenzung besonders lauter Tätigkeiten auf bestimmte Stunden und verstärkte Wartung der Maschinen, damit sie nicht unnötig brummen.
- Rücksichtsvolle Umleitungen: Klare Ausschilderung, Belastungsbegrenzungen für Ortsdurchfahrten und Abstimmung mit lokalen Geschäften und Bussen.
- Berücksichtigung lokaler Termine: Abstimmung mit Bürgermeisterin Estefanía Gonzalvo, damit Wochenmärkte und Festtage ruhen und die Bauarbeiten darauf Rücksicht nehmen.
Was Anwohner, Verkehrsteilnehmer und Politik jetzt tun sollten
Wer täglich pendelt, sollte die Nachtpläne prüfen und alternative Routen kennen. Eltern und Schulen müssen Fahrzeiten der Schulbusse an Baustellensperrungen anpassen. Die Politik wiederum sollte auf transparente Kontrolle pochen: öffentliche Lärmdaten und ein klarer Ansprechpartner beim Inselrat helfen, Misstöne früh zu erkennen. Und die Auftragsbedingungen müssen Gewährleistung und messbare Qualitätsziele enthalten. Alles dazu finden Sie auch in unserem Artikel über die nächtliche Sanierung der Ma-1 bei Andratx.
Im Sommer 2026 könnten wir dann alle vom glatteren Asphalt profitieren — wenn Planung, Budget und lokale Rücksichtnahme zusammenpassen. Bis dahin wird mancher auf dem Balkon sitzen und den Rhythmus der Maschinen zählen, während im Bergwind der Geruch nach heißem Teer kurz über die Buchten zieht. Es ist eine klassische mallorquinische Abwägung: Nutzen für viele gegen Unruhe für einige. Gut, wenn die Projektsteuerung hier mit Augenmaß und klaren Regeln antritt.
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