Nächtliche Ma-1-Sanierung Paguera–Andratx: Lärm, Kosten, Lösungen

Nächtliche Erneuerung der Ma-1: Paguera–Andratx — notwendiger Eingriff oder zu hoher Preis für Anwohner?

Ab Oktober wird die Ma-1 zwischen Paguera und Puerto de Andratx nachts erneuert — 11 Kilometer Asphalt, 6,4 Millionen Euro Kosten. Gute Idee für die Straße, aber was bedeutet das für Anwohner, Nachtschichtpendler und kleine Hafenbetriebe?

Die zentrale Frage: Muss es nachts sein — und für wen wird bezahlt?

Ab Oktober rollen die Baufahrzeuge an der Küste: Auf rund elf Kilometern wird die Ma-1 zwischen Paguera und Puerto de Andratx neu asphaltiert. Hand aufs Herz — die Straße war fällig. Schlaglöcher, Flickwerk und Gehölz am Fahrbahnrand haben in diesem Sommer so manchen Stoßdämpfer geprüft. Dennoch bleibt die Frage im Raum: Ist nächtliches Arbeiten das kleinere Übel, oder zahlt vor allem die Nachbarschaft den Preis für einen reibungslosen Tagesverkehr?

Was genau geplant ist

Die Inselverwaltung übernimmt die rund 6,4 Millionen Euro teure Maßnahme. Geplant sind Asphaltarbeiten vornehmlich in der Nacht, um den Tagverkehr nicht zu blockieren: Sperrzeiten an Wochentagen von 23:00 bis 05:00 Uhr, Bauzeit insgesamt etwa sechs Monate mit Ziel Mai 2026. Tagsüber bleibt die Ma-1 offen — die Baustellenbeleuchtung, die laufenden Maschinen und Umleitungen aber nicht.

Wer spürt die Folgen zuerst?

Anwohner:innen entlang der Strecke und Kleinunternehmer im Hafen sind die unmittelbaren Betroffenen. Ich habe mir vorgestellt, wie es klingt: das Surren der Walzen gegen den nächtlichen Seewind, Bremsen, Stimmen der Bauleute, das dumpfe Schlagen beim Verdichten — Geräusche, die um drei Uhr früh anders ankommen als am Tag. Für Hoteliers und Gastronomen an den Küstenpromenaden kann das zu schlaflosen Nächten bei Gästen führen. Die gute Seite: eine glattere Fahrbahn für die Busse und Lieferfahrzeuge, weniger Pannen für Urlauber im Frühjahr. Hinweise zu diesen Aspekten finden sich in meinen Berichten.

Aspekte, die selten besprochen werden

Ein paar Punkte, die in der öffentlichen Debatte oft untergehen: Wie gut werden Nachtarbeiten technisch gedämpft? Welche Rücksicht nimmt man auf Wochenenden oder Festtage? Gibt es eine Beschränkung, wie viele aufeinanderfolgende Nächte einzelne Anwohner Belastungen ausgesetzt sind? Und: Wie wirkt sich das Aufheizen und die Ausdünstung frischer Asphaltmischungen in den engen Hafengebieten auf Luftqualität und Geruchsbelastung aus?

Konkrete Chancen und Lösungsansätze

Die Sanierung ist sinnvoll — aber es gibt Spielräume, sie sozial verträglicher zu gestalten. Ein paar Vorschläge, die relativ schnell umzusetzen wären:

1. Lärmfenster und Rotation: Keine Dauernächte an derselben Stelle; maximal drei aufeinanderfolgende Nächte mit Arbeiten direkt vor Wohnhäusern.

2. Niedriglärm-Technik: Einsatz gedämpfter Walzen, elektrische Maschinen wo möglich, spezielle Asphaltmischungen, die bei geringerer Temperatur eingebaut werden können.

3. Kommunikation und Transparenz: Frühzeitige, detaillierte Sperrpläne, Tageweise Info per SMS und Aushang in den betroffenen Orten. Wer weiß, wann genau gearbeitet wird, kann besser planen — vom Taxifahrer bis zur Hotelrezeption.

4. Kompensation und Unterstützung: Lärmschutzfenster-Prämien für besonders belastete Haushalte, flexible Lieferzeiten für Hafenbetriebe, sowie klare Ansprechpartner für Beschwerden.

5. Umweltmonitoring: Messpunkte für Feinstaub und Geruch an besonders sensiblen Stellen wie dem Hafen von Andratx und Peguera.

Tipps für Anwohner und Nachtschwärmer

Praktisch heißt das: Plane Abendfahrten etwas großzügiger, check die Busfahrpläne, passe Routen an wenn Umleitungen ausgeschildert sind. Wer empfindlich schläft: Ohrstöpsel einpacken oder ein Gespräch mit dem Vermieter über mögliche Zimmertausch-Optionen suchen. Gewerbetreibende sollten jetzt mit Lieferanten und Gästen kommunizieren — ein netter Hinweis auf Baustellenzeiten erspart später Frust.

Blick nach vorn

Die Zielgerade ist klar: eine bessere, sicherere Ma-1 im Frühsommer 2026. Ob der Weg dorthin fair gestaltet wird, hängt nicht nur von Technik, sondern vor allem von Organisation und Kommunikation ab. Wenn die Verantwortlichen jetzt auf die genannten Maßnahmen setzen, lässt sich der nächtliche Eingriff sozial und ökologisch abmildern. Tun sie das nicht, drohen Ärger und lange Diskussionen — und das bei einer Straße, die eigentlich verbinden soll: Dörfer, Häfen, Menschen. Weitere Einblicke zu diesen Themen gibt es in meinen Artikeln.

Für uns bleibt: aufmerksam bleiben. Ich werde weiter vor Ort hören, berichten und nachhaken — zwischen dem Surren der Baumaschinen und der Morgenbrise über Puerto de Andratx.

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