
Anwohnerparkplätze in Cala Millor und Cala Bona: Anfang mit Warnhinweisen
Ab November reserviert Son Servera etwa 300 Parkplätze in Cala Millor und Cala Bona für Anwohner. Gute Nachricht — aber die zentrale Frage bleibt: Werden Kontrollen und Ausweichbewegungen genug bedacht?
Endlich Ordnung auf der Plaça Mallorca, aber reicht das?
Als ich letzten Freitag gegen 9:30 Uhr die Plaça Mallorca entlangging, summten die Mücken, irgendwo klapperte ein Lieferwagen und Autos drehten ihre Runden wie ein schlecht geöltes Karussell. Ab November will der Rat von Son Servera Ruhe schaffen: rund 300 Stellplätze in Cala Millor und Cala Bona sollen offiziell als Anwohnerzonen markiert werden. Eine Erleichterung für viele, keine Patentlösung für alle — und genau das ist die Frage, die bleiben muss.
Was die neue Regelung konkret vorsieht
Die betroffenen Flächen reichen von der Plaça Mallorca über den Carrer Llambies in Cala Millor bis zu Teilen von Cala Bona. Wer in der Gemeinde gemeldet ist und seine Fahrzeugabgaben bezahlt hat, kann eine kostenlose Plakette beantragen. Die Plakette sitzt künftig sichtbar unten rechts auf der Windschutzscheibe und gilt vier Jahre; danach soll die Erneuerung ohne Gebühr erfolgen. Das Rathaus spricht von einer Testphase, die beobachtet und bei Bedarf nachgesteuert werden soll.
Zentrale Leitfrage
Die zentrale Frage lautet: Reduziert diese Maßnahme wirklich das Suchverkehrsproblem — oder verlagert sie es nur? Kurzfristig dürfte sie Betroffenen morgens Zeit und Nerven sparen. Langfristig können jedoch Nebeneffekte entstehen: Verdrängung in Nebenstraßen, Beeinträchtigungen für Handwerker, Lieferanten und kurzzeitige Besucher sowie möglicher Missbrauch von Plaketten.
Aspekte, die bisher wenig diskutiert werden
In öffentlichen Debatten hörte man viel von Schildern und Pollern, aber wenig über die praktische Umsetzung: Wie wird kontrolliert? Reichen zufällige Kontrollen durch die lokale Polizei oder braucht es systematische Überwachung mit mobilen Teams? Wie werden Dauermieter ohne Gemeindemeldung oder Ferienwohnungen behandelt? Und: Wer trägt die Kosten für Zusatzmaßnahmen wie Parkraumsensorik oder Abschleppen?
Wer als Verlierer auftauchen könnte
Neben Touristinnen und Touristen, die künftig etwas mehr laufen müssen, sind es oft saisonale Arbeiter, Handwerker und Besucher von kleinen Läden, die das Nachsehen haben könnten. Wenn die ausgewiesenen Anwohnerplätze gut gefüllt sind, besteht die reale Gefahr, dass die Suche in die Nebenstraßen wandert — und dort neue Konflikte erzeugt. Auch Mietwagenfahrer, die spät ankommen oder früh losfahren, könnten in Sackgassen landen.
Konkrete Nachbesserungen und Chancen
Die gute Nachricht: Viele Probleme lassen sich mit pragmatischen Maßnahmen abmildern. Vorschläge aus der Praxis:
- Zeitliche Staffelung: Anwohnerzonen nicht rund um die Uhr, sondern etwa von 8–20 Uhr, um Gewerbe und Lieferverkehr zu ermöglichen.
- Digitale Plakette mit QR-Code: Erleichtert Kontrollen und reduziert Fälschungen; Daten bleiben lokal und zeitlich begrenzt.
- Mobile Kontrollteams: Statt nur sporadischer Streifen könnten feste Kontrollintervalle Abhilfe schaffen und die Abschreckung erhöhen.
- Sichtbare Ladezonen: Vor Geschäften und Cafés, damit Lieferanten nicht in Anwohnerstraßen parken müssen.
- Perimeterparkplätze & Shuttle: Besucher parken am Ortsrand, ein Kleinbus verbindet die Parkplätze mit Strand und Ortszentrum in der Hauptsaison.
Messbare Ziele für die Pilotphase
Damit die Testphase mehr als gut gemeintes Experiment bleibt, sollten klare Kennzahlen her: durchschnittliche Zeit bis zum Finden eines Parkplatzes, Veränderung der Belegung in Nebenstraßen, Anzahl Beanstandungen pro Woche, Rückgang des ruhestörenden Umherfahrens und — wichtig — Zufriedenheitswerte der Anwohner. Ohne Zahlen bleibt vieles nur Gefühl.
Blick nach vorn — und mein persönlicher Eindruck
Ich glaube, die Plakettenregelung ist ein notwendiger erster Schritt. Wenn im November die Schilder stehen und die ersten Aufkleber kleben, wünsche ich mir vor allem eins: ehrliche Kontrolle und Anpassungsbereitschaft. Dann kann aus einem pragmatischen Anfang eine nachhaltige Verbesserung werden — weniger Knattern auf der Plaça Mallorca, mehr Raum für Alltag: Kinderwagen, Lieferanten, alte Nachbarinnen, die in Ruhe ein Brot holen können. Und falls doch wieder Leute im Kreis fahren, werde ich wieder spazieren gehen und zuhö- ren — die Geräusche sagen oft mehr als offizielle Zahlen. Weitere Informationen zu den aktuellen Herausforderungen finden Sie in diesem Artikel über Vandalismus in Cala Millor, wo die Parkplatzsituation ebenfalls angesprochen wird.
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