Freigelegte mittelalterliche Tür am Haus Can Bordils in Palma nach Sanierung

Can Bordils in Palma: Sanierung beendet – ein Stück Stadtgeschichte tritt wieder hervor

Can Bordils in Palma: Sanierung beendet – ein Stück Stadtgeschichte tritt wieder hervor

Die Sanierung des historischen Hauses Can Bordils in Palma ist abgeschlossen. Eine freigelegte mittelalterliche Tür und Maßnahmen gegen Feuchtigkeit sollen die sechs Kilometer Archivgut nun besser schützen.

Can Bordils in Palma: Sanierung beendet – ein Stück Stadtgeschichte tritt wieder hervor

120.000 Euro, eine freigelegte Tür und viele Meter Papier, die jetzt besser geschützt sind

Die Arbeiten am Gebäude Can Bordils in Palma sind beendet. Wer in den vergangenen Wochen am alten Stadtrand oder durch die engen Gassen rund um Plaça Cort spazierte, hat die Handwerker schon gehört: das Klopfen auf Gerüste, das leise Rattern der Trockner, der Geruch von Zement und frischem Holz. Die Stadt hat rund 120.000 Euro in die Instandsetzung gesteckt, damit das Haus, das heute das Stadtarchiv beherbergt, künftig weniger unter Feuchtigkeit und maroden Konstruktionen leidet.

Im Innenhof wurde beim Abtragen moderner Verputzschichten eine Überraschung sichtbar: eine mittelalterliche Tür mit einem dekorativ profilierten Bogen, die zuvor verborgen war. Solche Funde sind kleine Fenster in die Vergangenheit. Man stellt sich sofort vor, wie Händler, Handwerker und manchmal auch Soldaten hier vorbeigegangen sind, als Palma noch andere Takte hatte als heute.

Wesentliche Arbeiten zielten auf Schutz: Feuchteschäden wurden beseitigt, das Dach abgedichtet und tragende Teile des Gebäudes stabilisiert. Für Archive ist das mehr als nur Ziegel und Putz: Wenn Mauern atmen und Restfeuchte bleiben kann, sind empfindliche Papiere bedroht. In Can Bordils lagern etwa sechs Kilometer an Dokumenten. Das sind Protokolle, Karten, Briefe, Registraturen – die Art von Material, das Forscher, Familien und Schulen heranziehen, wenn sie in Mallorcas Vergangenheit blättern wollen.

Das Haus selbst stammt aus dem 15. Jahrhundert, doch seine Substanz ist älter. Ein Abschnitt der Mauer gehört noch zur römischen Stadtbefestigung. Das macht den Ort zu einer Schichttorte der Geschichte: römische Grundmauern, mittelalterliche Arcaden, neuere Einbauten. In Palma ist das Alltag: Beim Blick in eine Gasse kann man oft drei Epochen auf einmal sehen.

Die Sanierung ist kein glitzerndes Großprojekt. Es sind pragmatische Schritte: Dichten, Stabilisieren, Freilegen. Genau das aber schafft Ruhe für die Bestände. Wer schon einmal in einem Archiv gestanden hat, kennt die besondere Stille – den leisen Atem der Seiten, den Staub, das Lampenlicht. Ein sicherer, trockener Speicher ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Handschriften und Pläne noch Jahrzehnte für Forschung und Kulturpflege zur Verfügung stehen.

Für die Nachbarschaft bedeutet die fertiggestellte Arbeit auch ein kleines Aufatmen. Statt ständigem Tropfen von der Decke und Baugerüchen gibt es nun wieder Platz für den Alltag: ein Bäcker, der morgens Teig knetet, Fußgänger mit ihren Einkaufstaschen, Kinder auf dem Weg zur Schule. Das wiederentdeckte Tor im Hof könnte künftig auch ein kleines kulturelles Aushängeschild werden – ein Ort, an dem historische Führungen beginnen oder Stationen für Schulausflüge eingerichtet werden.

Was jetzt folgen könnte, ist klar: gezielte Konservierung der freigelegten Strukturen, vielleicht dezente Beschilderung, und eine Überlegung, wie die Archivräume langfristig klimatisiert und digitalisiert werden. Digitalisierung kostet Zeit und Geld, aber sie macht Bestände zugänglich, ohne das Original zu belasten. Und: Wenn man schon eine historische Tür sichtbar macht, lohnt es sich, die Geschichte dahinter sichtbar zu erklären.

Am Ende ist dieses fertiggestellte Projekt auch ein kleines Signal: Stadtgeschichte braucht Pflege. Es sind nicht immer die großen Glasbauten, die entscheiden, wie lebendig eine Stadt ist, sondern die kleinen Maßnahmen, die alte Mauern atmen lassen, Archive sichern und Nachbarschaften ihren Klang behalten. Wenn die Sonne mittags über der Carrer de la Lonja steht, wirkt Can Bordils ein bisschen ruhiger, aber auch einladender. Ein Stück Mallorca, das seine Story weitergeben kann.

Ausblick: Wer sich für die Baugeschichte Palmas interessiert, kann künftig nachfragen, ob Führungen durch den Innenhof möglich sind. Schulen und Forschungseinrichtungen profitieren, wenn konservatorische Maßnahmen und Digitalisierungspläne nun Schritt für Schritt umgesetzt werden. Für die Stadt ist es eine Investition in den kulturellen Schatz – schlicht, bodenständig und nützlich.

Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle

Ähnliche Nachrichten