
Fonts Ufanes: Wochenende mit Besucheransturm — wer regelt Zufahrt und Schutz?
Fonts Ufanes: Wochenende mit Besucheransturm — wer regelt Zufahrt und Schutz?
Nach Regen sprudeln die Fonts Ufanes wieder. Behörden sperren Zufahrtswege, doch Parkknappheit und Umweltrisiken bleiben. Eine kritische Einordnung mit praktischen Lösungen für das Wochenende 24./25.01.
Fonts Ufanes: Wochenende mit Besucheransturm — wer regelt Zufahrt und Schutz?
Campanet rüstet sich für das Spektakel am 24./25.01 — aber reicht das?
Wenn die unterirdischen Quellen der Fonts Ufanes nach Starkregen außer Rand und Band geraten, zieht das Menschen an wie ein guter Marktstand am Sonntagmorgen. Seit einigen Tagen sprudeln die Quellen wieder, die Umweltbehörde Ibanat und die Gemeinde Campanet erwarten viele Besucherinnen und Besucher für das Wochenende 24./25.01. Schon seit dem frühen Morgen ist rund um den Ort das leise Rauschen der Reifen zu hören: Autos über die MA‑13 Richtung sa Pobla, Motorräder, einige Radfahrer mit Kamera an der Lenkstange. Dazwischen der Geruch von Pinien und feuchter Erde — Natur, die zur Schau steht.
Die Behörden haben Verkehrsbeschränkungen angekündigt: Der Camí de na Pontons wird samstags und sonntags nur in eine Richtung befahrbar sein, die Zufahrt erfolgt über den Kreisverkehr bei sa Pobla an der MA‑13, die Abfahrt über den Camí Blanc in Richtung Campanet. Diese Regelung ist sinnvoll, um Stau aus dem Dorfkern zu halten und den Durchfluss zu organisieren. Trotzdem bleibt ein Kernproblem unangetastet: Vor Ort gibt es nur sehr wenige Parkplätze.
Leitfrage: Genügt die temporäre Einbahnregelung, um Besucherströme, schützenswerte Natur und Anwohnerinteressen in Balance zu halten? Die Kurzantwort: Nicht auf lange Sicht. Für dieses eine Wochenende mag die Maßnahme ausreichen, wenn viele Leute diszipliniert früh kommen und wieder abfahren. Aber wiederkehrende Sprudelereignisse verlangen ein strukturierteres Management.
Kritische Analyse: Erstens schafft Einbahnverkehr allein keine Abstellfläche. Autos werden an Nebenwegen parken, Fußwege werden ausgetreten, und empfindliche Vegetation an der Zufahrt leidet. Zweitens fehlt oft eine klare, leicht zugängliche Echtzeitinformation: Wer weiß schon, ob die Quellen noch sprudeln, wie voll die Parkplätze sind oder ob Shuttlebusse fahren? Drittens werden Regelungen ohne sichtbare Kontrolle schnell umgangen — zu viele Fahrzeuge, die Rückstaus an der MA‑13 oder im Ortskern verursachen, sind nicht nur lästig, sie bringen Unfallrisiken.
Was im öffentlichen Diskurs bislang zu kurz kommt: die Perspektive der Anwohnerinnen und Anwohner. Für sie bedeutet ein Besucheransturm oft Lärm, blockierte Zufahrten, Müll und das Gefühl, dass der eigene Lebensraum für die Attraktion geopfert wird. Ebenso wenig wird ausreichend über Naturschutz gesprochen: Fonts Ufanes entspringen aus einem komplexen Karstsystem; anhaltend dichter Besucherandrang kann Böden verdichten, Wasserwege verschmutzen und seltene Pflanzen an den Rändern schädigen.
Eine Alltagsszene aus Campanet: Ein älteres Ehepaar macht morgens die Einkäufe, findet die kleine Parkbucht besetzt, steigt aus und trägt die Taschen zwei Straßen weiter. Ein Vater versucht, seinen Sohn mit dem Kinderwagen durch matschige, nicht befestigte Wege zu schieben, weil offizielle Parkflächen voll sind. Solche Bilder sind zwar unspektakulär, aber sie zeigen, wo die Maßnahmen hinken.
Konkrete Lösungsansätze — kurzfristig und mittelfristig:
Kurzfristig (für dieses und kommende Wochenenden): Mobile Beschilderung an der MA‑13 mit abgestufter Information („Fonts sprudeln — Parkplätze begrenzt“), Einsatz von ordnendem Personal oder Freiwilligen an Einfahrten, klar ausgewiesene Notparkflächen außerhalb der engsten Zone und ein temporärer Shuttleverkehr vom Kreisverkehr sa Pobla/Campanet. Ein digitaler Status auf der Gemeindeseite oder ein einfacher Twitter/Instagram‑Post am Morgen würde viele Fragen vorab beantworten.
Mittelfristig: Ausbau eines kleinen, befestigten Parkplatzes an strategischer Stelle außerhalb sensibler Flächen, offizielle Fußwege mit Drainage, ein Leitsystem für Besucherströme und ein abgestimmtes Konzept zwischen Ibanat, Gemeinde und Tourismusbehörde. Hier wäre eine Beschränkung der Fahrzeugzahl mit einer einfachen Online‑Anmeldung denkbar — kein kompliziertes Ticketing, sondern ein Opt‑in für Spitzenzeiten.
Finanzierungsvorschläge: Kombination aus Gemeindemitteln, kleinen Parkgebühren an Spitzentagen und Unterstützung durch regionale Umweltfonds. Wichtig: Einnahmen sollten zweckgebunden in Schutzmaßnahmen und Wegebau fließen, damit Anwohner und Natur einen direkten Nutzen sehen.
Zum Verhalten von Besucherinnen und Besuchern: Kommen Sie möglichst zu Fuß, mit dem Rad oder nehmen Sie eine Fahrgemeinschaft. Respektieren Sie Sperrungen und Hinweisschilder, nehmen Sie keinen Müll mit — und, ja, der frühe Vogel hat oft das beste Foto.
Pointiertes Fazit: Die kurzfristigen Verkehrsregeln sind eine notwendige Reaktion, aber kein Ersatz für ein nachhaltiges Besucherlenkungskonzept. Die Fonts Ufanes sind ein Naturereignis, das Menschen anzieht — und genau deshalb brauchen wir jetzt Planung, Information und einfache, durchsetzbare Regeln. Sonst bleibt nach dem Weekend nur eines: volle Wege, gequälte Natur und genervte Einheimische. Wer also am 24./25.01. dabei sein will, plant anders: früh ankommen, Geduld mitbringen oder lieber einen Spaziergang in ruhigeren Ecken Mallorcas wählen.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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