Frontalcrash auf der Ma-11 bei Sóller – Drei verletzt, Forderungen nach mehr Sicherheit

Frontalcrash auf der Ma-11: Drei Verletzte – und die unbequeme Frage nach mehr Sicherheit

Ein Frontalzusammenstoß kurz vor dem Tunnel von Sóller hat die Ma-11 stundenlang blockiert. Drei Menschen wurden verletzt. Anwohner und Rettungskräfte fordern jetzt konkrete Maßnahmen gegen die Gefährdungen auf der Strecke.

Frontalzusammenstoß auf der Ma-11: Drei Verletzte, lange Sperrung und viele Fragen

Gestern Abend, gegen 20:15 Uhr, verwandelte sich die sonst so malerische Landstraße Richtung Sóller für kurze Zeit in eine Unfallstelle: Ein Pkw geriet wenige hundert Meter vor dem Tunnel auf die Gegenfahrbahn und stieß frontal mit einem anderen Wagen zusammen. Die Hitze des Spätsommers hing noch über den Olivenhainen, die Grillen zirpten — dann das Sirenengeheul und das grelle Blaulicht der Rettungsfahrzeuge.

Drei Menschen wurden verletzt, teilte die Guardia Civil mit. Zwei von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, einer wurde vor Ort versorgt. Nach ersten Angaben handelte es sich bei den Verletzten um Urlauber im Familienfahrzeug. Über den genauen Gesundheitszustand gibt es noch keine offiziellen Updates.

Augenzeugen beschrieben die Szene als „chaotisch, aber professionell“. Feuerwehr und mehrere Rettungswagen waren schnell vor Ort. Trümmer lagen auf der Fahrbahn, erschrockene Insassen stiegen aus ihren Autos, und auf der Ma-11 bildeten sich Rückstaus, die bis in die Orte jenseits von Sóller reichten. Ein Taxifahrer aus Deià berichtete, er habe erst am Ortsausgang von Sóller wieder langsam freie Fahrt gehabt.

Wie konnte es so weit kommen?

Die Guardia Civil nimmt Ermittlungen auf. Alkohol- oder Drogenkonsum sowie Geschwindigkeit wurden bislang nicht als Ursache bestätigt. Das bleibt die zentrale Frage: War es ein Fahrfehler, eine Unaufmerksamkeit, die tückische Geometrie der Strecke — oder ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren? Die Ma-11 ist berüchtigt: schmale Fahrbahn, enge Kurven, kaum Ausweichmöglichkeiten und immer wieder Verkehr aus vielen Ländern, der die Strecke kaum kennt.

Das macht die Situation besonders prekär. Ortsunkundige Fahrerinnen und Fahrer unterschätzen oft Kurvenradien oder reagieren zu spät auf den Gegenverkehr. In der Dämmerung verschärft sich das Problem: Scheinwerfer blenden, Schatten verschlucken Markierungen, und der Blick sucht vergeblich nach vertrauten Landmarken.

Was bislang zu kurz kommt

In Gesprächen am Unfallort hörte man Forderungen, die oft wenig beachtet werden: Mehr sichtbare Kontrollen, bessere Markierungen und langfristig bauliche Anpassungen. Weniger diskutiert wird allerdings die Frage, wie Tourismus und Verkehrskonzepte zusammenpassen. Die Ma-11 trägt nicht nur Pendler, sondern auch Mietwagen mit Fahrern, die Mallorca nur für eine Woche kennen. Die Folge sind uneinheitliche Fahrstile und erhöhte Unfallrisiken. Ein Beispiel hierfür ist der Frontalcrash bei Andratx, bei dem ebenfalls mehrere Verletzte zu beklagen waren.

Es ist auch ein logistisches Problem: Bei größeren Unfällen blockiert die Strecke schnell, Rettungswege sind eng, und die Nachbarorte spüren die Auswirkungen unmittelbar — von verspäteten Taxiaufträgen bis zu Ärzten, die weite Umwege fahren müssen.

Konkret: Was jetzt helfen würde

Die Situation verlangt kurzfristige und mittelfristige Lösungen. Kurzfristig könnten Durchsetzungsmaßnahmen und Sichtbarkeitsverbesserungen helfen: mobile Geschwindigkeitsanzeigen, temporäre Kontrollen durch die Guardia Civil, besser reflektierende Leitpfosten und zusätzliche, mehrsprachige Warnschilder vor den besonders gefährlichen Kurven. Beispielsweise kam es auch zu einem schweren Frontalcrash bei Paguera, der eine ähnliche Problematik zeigte.

Mittelfristig sollten Entscheider über bauliche Maßnahmen nachdenken: Fahrbahnverbreiterungen an Engstellen, zusätzliche Schutzplanken an kritischen Abschnitten, Rumble Strips vor Kurven und solarbetriebene LED-Bodenmarkierungen, die bei Dunkelheit Orientierung geben. Auch gezielte Informationskampagnen für Mietwagenkunden — bei Vermietern, Hotels und Fährhäfen — wären sinnvoll: kurze Hinweise zur Ma-11, empfohlene Geschwindigkeiten und typische Gefahrenpunkte.

Wichtig ist außerdem eine genaue Datenanalyse: Wann passieren Unfälle auf der Ma-11? Welche Fahrzeuge sind überdurchschnittlich beteiligt? Nur mit belastbaren Zahlen lassen sich sinnvolle Prioritäten setzen — und Geld gezielt einsetzen.

Ausblick und Verantwortung

Die wichtigste Frage bleibt die nach der Verhütung weiterer Unfälle. Die Guardia Civil ermittelt, Anwohner und Verkehrsteilnehmer fordern schnelle Maßnahmen. Der Consell und die örtlichen Rathäuser sind in der Pflicht, sichere Lösungen vorzuschlagen und umzusetzen. Und jede Fahrerin, jeder Fahrer kann sofort etwas tun: langsamer fahren, besonders in Kurven, aufmerksam bleiben und keine riskanten Überholmanöver starten.

Für die Betroffenen zählt nun die Genesung. Für alle anderen zählt, aus diesem Zwischenfall zu lernen — bevor es wieder an einem lauen Sommerabend blinkt und sirenengeheul durch die Berge hallt.

Wenn Sie etwas gesehen haben: Bitte melden Sie sich bei der Guardia Civil. Ihre Beobachtungen können helfen, das Geschehen aufzuklären und künftige Unfälle zu verhindern.

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