Bestes Gebäck in Palma: Fünf Bäckereien, die man besuchen sollte

Fünf Bäckereien, die Palma morgens zum Duftparadies machen

Fünf Bäckereien, die Palma morgens zum Duftparadies machen

Croissants, Ensaïmadas, Kanelbullar: Eine kurze Tour durch fünf besondere Bäckereien in Palma — wo Handwerk, lokale Zutaten und internationale Rezepte zusammenkommen.

Fünf Bäckereien, die Palma morgens zum Duftparadies machen

Wenn die ersten Lieferwagen noch vorsichtig durch die engen Gassen der Altstadt rollen und der Geruch von Butter und frisch gebackenem Brot die Straßen füllt, merkt man: Palma atmet Backkunst. Ich habe fünf Läden zusammengestellt, die an ganz unterschiedlichen Orten der Stadt zeigen, wie viel Geschmack in Handwerk und guten Zutaten steckt.

Forn Fondo in der Carrer Unió Nr. 15 ist so etwas wie ein Stück Lebendgeschichte: eine traditionelle Bäckerei, die seit Generationen in Familienhand ist. Morgens stehen Einheimische Schlange, um die klassischen Ensaïmadas zu kaufen — von der kleinen Version bis zur riesigen, die man für besondere Anlässe bestellt. Die Auswahl reicht bei Festtagen von herzhafter Espinagada bis zur Ensaïmada mit Sobrassada; und ja, für die XXL-Variante zahlt man spürbar mehr, dafür bleibt das Lächeln länger.

Ganz anders, aber genauso liebevoll, arbeitet das Paar hinter La Petite Boulangerie (Carrer Ample de la Mercé 26). Rémi und Paula bringen französische Backtradition in eine stille Seitengasse: Baguettes mit offenporiger Krume, Croissants aus echter Butter und Brote mit Xeixa — ein Getreide, das man inzwischen auf Mallorca wieder öfter antrifft. Hier steht Qualität vor Schnellschuss, und das merkt man beim ersten Biss.

Wer es nordisch-süß mag, findet bei Fika Farina (Carrer del Sindicat 4, nahe Plaça Major) schwedische Zimtschnecken, Kokosgebäck und kleine, belegte Happen für die Kaffeezeit. Der Name verbindet das schwedische Ritual der Fika mit dem katalanischen Wort für Mehl, und hinter der Theke trifft sich eine bunte Mischung aus Touristinnen, Büroangestellten und Rentnern — ganz so, wie es in Schweden sein sollte.

In der Carrer del Carme 16a hat ein anderes Paar seine eigene Idee von Brotherstellung verwirklicht: Full Proof Bakery. Jo Semola und Sarah Kim Gries backen Brote, die eher lange atmen als kurz auffallen — Weizenmischbrot, Roggen, Dinkel-Kartoffel-Varianten und ein luftiges Pan de Cristal stehen hier hoch im Kurs. Der Laden ist ein guter Beleg dafür, dass gut gemachtes Brot seine Kundschaft findet, selbst wenn es nicht nach viel Social-Media-Show aussieht.

Im lebendigen Santa Catalina, an der Calle de Annibal Nr. 24, betreibt der Wiener Thomas Grasberger mit seiner Frau Michelle das thomas’ bakeshop. Seine Sauerteige reifen lang, manchmal bis zu 18 Stunden. Er achtet auf Biozutaten — eine Herausforderung auf der Insel, aber für ihn unverhandelbar. Das Ergebnis sind Brote und Teilchen, die nicht nur satt machen, sondern auch im Magen angenehm nachhallen.

Was diese fünf Adressen verbindet, ist weniger ein einheitlicher Stil als eine Haltung: Ruhe bei der Teigführung, Respekt vor dem Mehl, und die Bereitschaft, traditionelle Rezepte anzupassen ohne sie glattzubügeln. Das schmeckt man in kleinen Details — im Rand eines Croissants, in der Fülle der Ensaïmada, im Biss eines Roggenlaibs.

Eine kleine Tour durch diese Läden kann man leicht zu Fuß machen: vom historischen Forn Fondo Richtung La Petite, weiter zur Plaça Major und Fika Farina, dann hinüber zur Carrer del Carme und schließlich nach Santa Catalina. Unterwegs: Geräusche der Stadt, ein Brombeer- oder Kaffeeduft, das Klappern von Teller und Löffel in einem Café — und immer wieder Menschen, die sich ihr Stück Handwerk holen.

Für Mallorca ist das mehr als nette Vielfalt: solche Betriebe zeigen, dass lokale Wirtschaft, kulturelle Wurzeln und internationale Impulse zusammenpassen. Sie schaffen Arbeitsplätze, halten traditionelle Rezepte lebendig und bringen Zutaten aus der Region auf die Tische. Wer hier kauft, unterstützt also handwerkliche Arbeit und kurze Lieferwege — und bekommt dafür ehrliches Gebäck.

Mein Tipp: Probiert die Ensaïmada in einer kleinen Version zum Kaffee, lasst euch im thomas’ bakeshop ein Sauerteigbrötchen in die Hand drücken und nehmt beim Verlassen von La Petite ein Pistazien-Croissant mit. Vielleicht seid ihr am Ende des Morgens ein bisschen klebrig an den Fingern, aber auch sehr glücklich.

Palma hat Platz für große Bäckereien und kleine Manufakturen. Und wenn die Sonne über den Dächern von Santa Catalina steht, merkt man: Auf dieser Insel wird Frühstück noch ernst genommen — mit Herz, Mehl und sehr viel Geduld.

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