Mediterranean Yacht Club in Port d'Andratx: Gemeinschaft statt Einzelbesitz

Gemeinschaft auf See: Ein Segelclub in Port d’Andratx öffnet die Schotten

Gemeinschaft auf See: Ein Segelclub in Port d’Andratx öffnet die Schotten

Im Hafen von Port d’Andratx teilen Anwohner ein 13-Meter-Segelboot, organisieren Fahrten selbst und halten so eine kleine, lebendige Segelgemeinschaft am Leben. Kein Anteilskauf, sondern Mitmachen ist hier die Devise.

Gemeinschaft auf See: Ein Segelclub in Port d’Andratx öffnet die Schotten

Ein Boot, viele Hände – und Platz für Neue

Am Steg riecht es nach Diesel, frischem Lack und spanischem Kaffee. Ein Schlauchboot setzt die Crew an Bord, jemand wirft die Leinen los, der Motor schiebt die Yacht aus dem Hafen und bald übernimmt der Tramuntana-leichte Wind. So sehen Samstagsnachmittage im Mediterranean Yacht Club aus: entspannt, handwerklich, mit Zeit für ein Gespräch über Kurse und Knotentechnik.

Die Yacht, die der Verein nutzt, ist eine Beneteau First 44.7 – rund 13,35 Meter Rumpflänge, Serien-Rigg, genug Platz für eine gemischte Crew. Das Boot liegt an einer Boje vor Port d’Andratx und wird nicht kommerziell vermietet. Stattdessen organisieren sich die Mitglieder: Wer segeln möchte, stellt eine Fahrt über das interne Veranstaltungsbrett ein; melden sich genug Leute und ist ein qualifizierter Skipper zur Stelle, geht es raus.

Die Idee dahinter reicht weiter zurück: Ursprünglich war die Gruppe um ein anderes, deutlich sportlicheres Boot herum organisiert – einen etwa 15 Meter langen Karbon-Racer, der 1993 in Deutschland bei großen Wettfahrten für Aufsehen sorgte. Der damalige Eigner stellte das Schiff 2012 einer Gruppe von Residenten zur Verfügung. Ein Mastbruch zwang die Gemeinde später zu schweren Entscheidungen; verkauft wurde, und vor zwei Jahren kam die heute genutzte Beneteau an Bord.

Wichtig zu wissen: Hier kauft niemand Anteile, wie bei manchem Yacht-Sharing. Mitgliedschaft heißt Jahresbeitrag und Mitwirkung. Aktuell sind 300 Euro Jahresgebühr und rund 25 Euro Teilnahmegebühr pro Törn üblich; außerdem bitten die Organisatoren um eine bestimmte Zahl von Arbeitsstunden. Das Boot will gepflegt werden – Pülverchen auf dem Deck schrubben, Akkus prüfen, Tücher nach dem Segeltörn zum Trocknen hängen. Bei all dem hilft ein kleiner Stamm von Aktiven, die in Port d’Andratx wohnen und schon mal ein Auge auf die Boje werfen.

Wer mitsegeln will, bringt idealerweise seglerische Grundkenntnisse mit: ein B- oder SKS-Nachweis sind empfehlenswert, Erfahrung auf Charteryachten oder einer eigenen kleinen Yacht zahlt sich aus. Für die Praxis gibt es Einweisungen; beim An- und Ablegen unterstützen häufig erfahrene Skipper oder die Marinero am Steg. Die Lernkurve ist Teil des Reizes: Menschen üben Wenden, legen Manöver an und lachen, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt.

Was diesen Verein für die Insel besonders macht, ist die Mischung aus Gemeinschaftsprojekt und niedrigschwelliger Teilhabe. In einer Zeit, in der Liegeplätze knapp und Eignerkosten hoch sind, bietet dieses Modell eine Alternative: Ressourcen werden geteilt, Know-how weitergegeben, und die Bootssektion bleibt lebendig. Gleichzeitig lebt Port d’Andratx von solchen Initiativen: Arbeit für Werften, Nachfrage für Hafenbetriebe und kleine Kneipen, in denen nach dem Törn das Bier kalt gestellt wird.

Wer an einem normalen Samstagabend durch die Hafenpromenade spaziert, hört das Klappern der Bootszubehörläden und gelangweilte Möwen, sieht das spiegelnde Blau auf dem Rumpf und Gruppen, die noch die letzten Sonnenstrahlen bei einem Glas genießen. Das ist Alltag auf der Insel, aber ein Alltag mit Gemeinschaftssinn: Leute, die sich durch Wind, Welle und Wartungslisten verbinden.

Der Blick nach vorne ist einfach: Mehr Mitmacher sind willkommen. Wer neugierig ist oder eine Probefahrt machen möchte, kann sich informieren – telefonisch unter +4917620498190 (Kontakt: Ilona Engler). Für Mallorca ist das Modell ein Plus: es schenkt Menschen, die hier leben, eine nautische Heimat ohne die ganzen Lasten des Alleinbesitzes.

Am Ende bleibt das Bild von einer Yacht, die nicht einzelnen gehört, sondern einer Gruppe, die regelmäßig zusammenkommt. Das ist, ganz schlicht, praktisch und schön – und eine Einladung an alle, die Lust aufs Segeln und aufs Mitmachen haben.

Häufige Fragen

Wie funktioniert der Segelclub in Port d’Andratx und welche Kosten fallen an?

Der Club operiert als Gemeinschaftsprojekt: Es gibt eine Jahresgebühr von 300 Euro, eine Teilnahmegebühr pro Törn von rund 25 Euro und eine bestimmte Zahl von Arbeitsstunden. Es gibt keine Anteile zu kaufen; Mitsegler melden sich über das interne Veranstaltungsbrett an, und ein qualifizierter Skipper wird organisiert, wenn genug Teilnehmer zusammenkommen.

Welche Qualifikationen braucht man, um mitsegeln zu können?

Idealerweise verfügt man über B- oder SKS-Nachweis; Erfahrung auf Charteryachten hilft. Es gibt Einweisungen vor Ort, und erfahrene Skipper unterstützen beim An- und Ablegen.

Wie oft und wann wird normalerweise gesegelt?

Normalerweise finden Samstagnachmittage Törns statt, die sich nach der Meldung der Mitsegler und der Verfügbarkeit eines Skippers richten.

Welches Boot wird genutzt und wie ist die Clubstruktur bezüglich Eigentum?

Eine Beneteau First 44.7 gehört dem Club als Gemeinschaftsboot; es gibt keine Anteile zu kaufen. Teilnehmer melden sich über das interne Veranstaltungsbrett an; eine Fahrt wird organisiert, wenn genügend Mitsegler und ein Skipper vorhanden sind.

Wie funktioniert die Bootspflege und welche Aufgaben übernehmen Mitglieder?

Mitglieder übernehmen die Bootspflege: Deckreinigung, Akku-Checks und nach dem Törn die Tücher zum Trocknen aufhängen; eine kleine Stammgruppe kümmert sich um Boje und allgemeine Abläufe.

Welche Vorteile bietet dieses Modell für Bewohner von Mallorca im Vergleich zum klassischen Yacht-Sharing?

Das Modell verzichtet auf Anteile; stattdessen gibt es eine Jahresgebühr und Mitwirkungspflichten, wodurch nautische Teilhabe leichter und gemeinschaftlicher wird.

Wie wirkt sich der Club auf Port d’Andratx und die lokale Wirtschaft aus?

Die Initiative schafft Arbeit für Werften, Hafenbetriebe und Kneipen durch Törns, Wartung und Begegnungen, stärkt das Hafenleben und die Gemeinschaft.

Wie erreicht man den Clubkontakt, um eine Probefahrt zu vereinbaren?

Interessierte können sich telefonisch an Ilona Engler wenden; dort erhält man Infos zur Probefahrt und zum Einstieg. Die angegebene Nummer lautet +4917620498190.

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