Katharina Grosse in der Llotja: Die Farbe erobert Palma

Farbgewalt in der Llotja: Katharina Grosse macht Palmas Seehandelsbörse begehbar

Farbgewalt in der Llotja: Katharina Grosse macht Palmas Seehandelsbörse begehbar

Mitten in Palma hat Katharina Grosse die gotische Llotja in eine begehbare Farblandschaft verwandelt. Die Arbeit „Arrels“ lässt die historische Halle selbst Teil der Kunst werden – ein Erlebnis, das Touristen und Einheimische anzieht.

Farbgewalt in der Llotja: Katharina Grosse macht Palmas Seehandelsbörse begehbar

„Arrels“ vernetzt Malerei, Skulptur und Architektur in der gotischen Halle

Wenn man derzeit an einem warmen Frühlingsnachmittag durch die Altstadt von Palma zum Passeig del Born schlendert, bleibt der Blick fast automatisch an der Llotja haften: Die jahrhundertealten Säulen tragen nicht nur das Gewölbe, sie tragen jetzt auch Farbe. Katharina Grosse hat mit ihrer Installation „Arrels“ die große Halle in eine begehbare Bildlandschaft verwandelt.

Im Raum liegt ein mächtiger Baumstamm mit sichtbarem Wurzelballen, an dessen Fuß Sand und Steine aufgeschichtet sind. Aus diesem Zentrum ergießen sich Farbschichten, die sich wie Bäche über den Steinboden ziehen, sich an Säulen anschmiegen und das Gewölbe in andere Töne setzen. Das Ergebnis wirkt wie ein einziges, sehr großes Gemälde, das man betreten, umkreisen und in Abschnitten entdecken kann.

Die Schau entstand in Kooperation zwischen der Balearen-Regierung und dem Kunstmuseum Es Baluard; kuratiert wurde das Projekt von David Barro. Für die lange, gedrungene Halle der Llotja bedeutet das Werk mehr als eine zeitlich begrenzte Bühne: Die Architektur antwortet auf die Farbe, und die Farbe macht die Architektur neu erfahrbar. Die Künstlerin selbst beschreibt ihren Weg, die Fläche hinter sich zu lassen und Räume mit einer Sprühtechnik zu behandeln, seit Jahrzehnten immer wieder anders.

Katharina Grosse, 1961 in Freiburg geboren, gehört international zu den bedeutenden Gegenwartskünstlerinnen. Sie arbeitet seit den 1990er-Jahren mit großformatiger Sprühfarbe, die sie oft mit einer Industriesprühpistole aufträgt. Die Technik verwandelt Wände, Böden und Objekte in eine diffuse, fließende Oberfläche; dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Malerei, Skulptur und Architektur. Bei „Arrels“ wird diese Methode zum Mittel, die historische Funktion der Llotja als Handels- und Versammlungsort spürbar zu machen.

Für die Stadt ist die Ausstellung ein Gewinn. Besucher, die sonst nur kurz durch die Altstadt bummeln, bleiben länger stehen. Einheimische nutzen die ruhige Vormittagsstunde, um sich mit einem Kaffee in der Nähe zu treffen und die veränderte Halle zu erleben. Die bunte Intervention schafft Gesprächspunkte: Touristen mit Kameras, ältere Residenten, Schülergruppen, die plötzlich historischen Stein mit leuchtender Farbe verbinden – so entsteht eine neue Nähe zwischen Publikum und Ort.

„Arrels“ ist inhaltlich auch ein Spiel mit Zeit: eine vergängliche Arbeit in einem dauerhaften Bau. Die Farbe reagiert auf Licht und Perspektive, man sieht andere Details, wenn die Sonne am späten Nachmittag durch die Fenster fällt. In dieser Kombination aus Ephemerem und Historischem liegt eine kleine Lektion über Wahrnehmung: Ein bekannter Ort kann sich verändern, ohne seine Geschichte zu verlieren.

Die Schau läuft bis zum 31. Januar 2027; die Llotja ist montags bis sonntags von 10.30 bis 13.00 Uhr sowie von 16.00 bis 21.00 Uhr geöffnet (ab November bis 19.00 Uhr). Wer zu Fuß kommt, erreicht die Llotja bequem aus der Altstadt; wer auf dem Passeig Mallorca steht, hört vielleicht die Stadtgeräusche – das Klingeln einer Straßenbahn, das Stimmengewirr von Markttagen – und findet drinnen eine ganz andere Klangfarbe: die stille Gegenwart von Malerei, die man umschreitet.

Was bleibt als Ausblick? Projekte wie dieses öffnen Räume für ungewohnte Begegnungen: Kunst zieht Menschen an, die sonst vielleicht an Touristenpfaden vorbeigehen, und es lädt Einheimische ein, ihr eigenes Erbe neu zu sehen. Für Palma bedeutet das nicht nur ein kulturelles Highlight im Kalender, sondern eine Chance, die Altstadt als lebendigen Ort zu behaupten, an dem Geschichte und Gegenwart miteinander reden.

Praktisch: Ausstellung: „Arrels“ von Katharina Grosse; Ort: La Llotja, Palma; Laufzeit bis 31. Januar 2027; Öffnungszeiten: 10.30–13.00 und 16.00–21.00 (ab November bis 19.00).

Häufige Fragen

Was ist die Ausstellung „Arrels“ von Katharina Grosse in Palma?

„Arrels“ ist eine begehbare Kunstinstallation in der Llotja in Palma. Katharina Grosse verwandelt die gotische Halle mit farbigen Sprühschichten, einem Baumstamm und einer räumlichen Komposition in eine Art großes, betretbares Bild. Die Arbeit verbindet Malerei, Skulptur und Architektur auf ungewöhnliche Weise.

Kann man die Llotja in Palma mit der Ausstellung frei besichtigen?

Die Llotja ist während der Öffnungszeiten für Besucher zugänglich, und die Installation kann im Raum erlebt werden. Da es sich um eine historische Halle handelt, lohnt sich ein ruhiger Rundgang, um die Wirkung der Farben und der Architektur auf sich wirken zu lassen. Wer in Palma unterwegs ist, kann den Besuch gut mit einem Spaziergang durch die Altstadt verbinden.

Wann ist die Ausstellung in der Llotja Palma geöffnet?

Die Ausstellung läuft bis zum 31. Januar 2027. Geöffnet ist die Llotja täglich von 10.30 bis 13.00 Uhr und am Nachmittag von 16.00 bis 21.00 Uhr; ab November schließt sie früher. Für einen Besuch in Palma ist der späte Nachmittag oft besonders interessant, weil das Licht die Farben anders wirken lässt.

Lohnt sich ein Besuch der Llotja in Palma auch ohne Kunstinteresse?

Ja, denn die Installation verändert einen historischen Ort auf sehr anschauliche Weise. Auch wer nicht gezielt wegen Gegenwartskunst kommt, erlebt die besondere Architektur der Llotja neu und bekommt einen starken Eindruck davon, wie Raum und Farbe zusammenwirken. Gerade in Palmas Altstadt ist das ein ungewöhnlicher und zugänglicher Zwischenstopp.

Wie kommt man von der Altstadt von Palma zur Llotja?

Die Llotja liegt nah an der Altstadt und ist gut zu Fuß erreichbar. Ein Spaziergang durch die Innenstadt, etwa in Richtung Passeig del Born, führt direkt in den Bereich rund um das Gebäude. Wer in Palma unterwegs ist, kann den Besuch problemlos in einen Stadtbummel einbauen.

Was ist das Besondere an Katharina Grosses Kunst in Palma?

Katharina Grosse arbeitet mit großformatiger Sprühfarbe und behandelt Räume nicht wie klassische Leinwände, sondern als ganze Umgebung. In Palma nutzt sie diese Technik, um die Llotja mit Farbe, Boden, Säulen und Gewölbe zu verbinden. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Malerei, Skulptur und Architektur.

Kann man die Ausstellung in Palma gut mit einem Altstadtspaziergang verbinden?

Ja, das passt sehr gut zusammen. Die Llotja liegt in einem Bereich, den viele bei einem Spaziergang durch Palmas Altstadt ohnehin passieren, und die Installation lässt sich als kurzer kultureller Halt einbauen. Wer mag, kann den Besuch mit einem Kaffee in der Nähe oder einem Bummel durch die historischen Straßen verbinden.

Ist die Llotja in Palma für einen Besuch bei schlechtem Wetter geeignet?

Ja, gerade dann ist ein Besuch praktisch, weil die Ausstellung in einem überdachten historischen Gebäude stattfindet. Man kann die Räume in Ruhe erkunden und muss nicht vom Wetter abhängig sein. Für Tage mit Wind oder Regen ist die Llotja in Palma daher eine gute Option.

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