
Palma — Abu Dhabi: Neue Etihad-Verbindung wirft mehr Fragen auf als Antworten
Ab Juni 2026 verbindet Etihad Palma de Mallorca dreimal wöchentlich mit Abu Dhabi. Gute Nachricht für die Hotellerie, aber: Kann Son Sant Joan die Extra-Last stemmen? Ein Blick auf Infrastruktur, Komfort und die kaum diskutierten Folgen.
Palma — Abu Dhabi: Neue Etihad‑Verbindung wirft mehr Fragen auf als Antworten
Ab dem 12. Juni 2026 will Etihad Airways drei Mal pro Woche von Abu Dhabi nach Palma fliegen: dienstags, freitags und sonntags. Die Maschine landet laut Fahrplan gegen 08:15 Uhr in Son Sant Joan und startet um 10:30 Uhr zurück in die Emirate. Eingesetzt wird ein Airbus A321LR, die reine Flugzeit beträgt knapp sieben Stunden. Auf den ersten Blick eine willkommene Direktverbindung — doch was heißt das praktisch für die Insel? Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel über die Direktflüge von Etihad.
Zentrale Frage: Kann Palma den Zuwachs vertragen?
Die Leitfrage ist nicht nur eine Banalität für Flughafenfans: Son Sant Joan operiert bereits in den Sommermonaten nahe seiner Belastungsgrenze. Ein zusätzlicher Langstreckenflug, der frühmorgens landet, verschiebt den Tagesbeginn für Bodenpersonal, Gepäckbänder, Mietwagenfirmen und die benachbarten Parkhäuser wieder nach vorne. Das Ergebnis: längere Schlangen, mehr Verkehr auf der MA‑19 und morgens mehr Stimmen im Flughafen, die manche Anwohner an den Wochenenden wecken werden. Mein Taxifahrer vom Paseo Mallorca kommentierte trocken: „Die Maschine bringt mehr Leute — aber das Parkhaus ist immer noch dasselbe.“ Eine Herausforderung, die auch in unserer Analyse zur neuen Etihad-Verbindung thematisiert wird.
Technik, Komfort — und die kleine A321‑Ironie
Ein A321LR auf einer siebenstündigen Strecke ist ungewöhnlich, aber möglich. Vorteil: weniger Sitzreihen, höhere Privatsphäre, moderne Kabinenkonzepte. Nachteile: weniger Fracht- und Gepäckkapazität pro Flug verglichen mit klassischen Großraumjets. Das hat Folgen für Transfergäste mit viel Gepäck, für Luxusreisende und für Yachteigner, die oft mit Koffern und Equipment anreisen. Auch ökologisch ist die Rechnung nicht trivial: pro Sitzplatzverbrauch und Emissionen kann ein voll besetzter A321LR effizienter sein, doch bei geringer Auslastung sieht die Bilanz anders aus.
Wenig beachtete Aspekte: Personal, Kultur und Infrastruktur
In der öffentlichen Diskussion bleiben einige Punkte oft unbeleuchtet. Erstens: Personalplanung. Zusätzliche Langstrecken erfordern erfahrene Check‑in‑Teams, erweiterte Gepäckabwicklung und mehr Sicherheitskräfte zu ungewöhnlichen Zeiten. Zweitens: kulturelle Anforderungen. Gäste aus Abu Dhabi bringen andere Erwartungen mit — Halal‑Verpflegung, ruhigere Bord- und Hotelbereiche zur Gebetszeit, Diskretion und Sicherheitsstandards. Hotels, Marinas und Restaurantbetreiber müssen darauf vorbereitet sein, sonst verpufft das Potenzial. Auch die Anbindung ist entscheidend, wie in unserer Diskussion über die Zukunft der Anbindung in Palma beschrieben.
Drittens: Anbindung. Die erste Maschine landet früh am Morgen — aber Busse und Züge fahren nicht immer mit passenden Taktungen. Wenn Gäste statt eines Taxis ins Zentrum wollen, braucht es bessere Frühverbindungen und klare Informationen. Sonst bleiben viele auf den Transferdiensten hängen und die Straßen werden eng.
Chancen für Inselwirtschaft und Tourismus
Natürlich hat die Verbindung auch greifbare Vorteile. Direktflüge aus dem Golfraum bringen zumeist zahlungskräftige Gäste, die in Luxushotels, auf Yachten und in privaten Villas übernachten. Für die Hoteliers, die Yachtbranche und bestimmte Gastronomie‑Nischen kan
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