
Laser auf dem Anflug: Ryanair-Maschine bei Son Sant Joan geblendet – Zeit zum Handeln
Beim Landeanflug auf Son Sant Joan blendete ein Laser die Crew einer Ryanair-Maschine. Wer steckt dahinter – und was muss Mallorca jetzt tun, um die Sicherheit zu erhöhen?
Laser ins Cockpit über Son Sant Joan: ein Albtraum in grellem Grün
Es war ein warmer Samstagabend, die Sonne schon hinterm Horizont, als ein Ryanair-Flug aus Köln kurz vor 20:00 Uhr in den Anflug auf Palma ging. Die üblichen Geräusche: das leise Brummen der Triebwerke, das entfernte Rauschen der Autopistas und das sanfte Flackern der Landebahnlampen. Und dann, sagen Passagiere, ein greller Lichtkegel, der ins Cockpit schoss. Sekunden, die Piloten und Fluggäste nicht vergessen.
Die Leitfrage: Wer schießt mit Lasern auf Flugzeuge – und warum?
Solche Fragen klingen wie aus einem schlechten Krimi, sind aber Realität. Die Piloten meldeten den Vorfall umgehend an die Flugsicherung. Die Maschine landete sicher. Glück, Routine und Erfahrung spielten mit. Doch das Glück ändert nichts an der ernsten Tatsache: Ein gezielter Laserstrahl kann eine Crew blenden, Instrumente irritieren und kritische Manöver gefährden. Wer also leuchtet absichtlich in Flugwege hinein – und wie kann die Insel das verhindern?
Hintergründe und ein Blick, den man selten hört
Dienstliche Stellen erklärten schnell die möglichen Folgen: Blendung, punktuelle Augenschäden, kurzzeitige Desorientierung. Was in der öffentlichen Meldung oft zu kurz kommt, ist das Motiv und die Tatortstruktur. Viele dieser Vorfälle passieren zur Abenddämmerung, wenn Laserstrahlen über größere Strecken sichtbar sind und plötzlich in die Cockpits treffen. Täter sitzen nicht immer in den Touristengruppen; es kann Jugendliche sein, die eine gefährliche Mutprobe suchen, aber auch ortsansässige Fahrer, die aus Autos oder von Parkplätzen leuchten. Manchmal steckt auch einfache Unachtsamkeit dahinter – verbunden mit einem billigen Laserpointer.
Ermittlungen vor Ort: Was jetzt passiert
Guardia Civil und Flughafenpolizei haben Anzeige genommen und suchen nach Zeugen, Überwachungskameras und Aufnahmen aus der Nachbarschaft. Typische Suchzonen sind Zufahrtsstraßen rund um Son Sant Joan, Parkplätze in Can Pastilla und Arenal sowie Balkone und Terrassen der angrenzenden Wohnviertel. Die Beamten prüfen auch, ob in den Tagen davor ähnliche Meldungen eingingen. Behördliche Ermittlungen dauern an – doch die Praxis zeigt: Ohne schnelle Hinweise aus der Bevölkerung werden Täter oft nicht gefasst.
Warum das Thema hier auf Mallorca anders tickt
Auf der Insel treffen dichter Tourismus, enge Zufahrten zum Airport und lauter Feierabendverkehr aufeinander. Das schafft Hotspots, an denen Laserstrafen wahrscheinlicher sind. Abends kann die Landebahn sogar von Strandpromenaden oder Einfahrten aus gesehen werden. Das heißt: Vorfälle sind keine abstrakte Gefahr, sie sind lokal verankert. Für Anwohner, Piloten und Flughafenpersonal bedeutet das ständige Aufmerksamkeit – und Müdigkeit gegenüber wiederkehrenden Meldungen.
Konkrete Maßnahmen: Mehr als nur Strafandrohung
Die Härte der Strafen ist klar – bis zu 600.000 Euro Bußgeld sind möglich. Aber nur Strafen reichen nicht. Mallorca braucht ein Bündel aus Prävention und Technik: - Schnellere Auswertung von Überwachungsvideos entlang der Zufahrtsachsen. - Temporäre Verstärkung von Streifen in Verdachtsnähe, besonders an Wochenenden und bei Dämmerung. - Öffentliche Aufklärung: Vermieter, Autovermieter und Hostels sollten Gäste auf das Risiko hinweisen — kurze Hinweise auf Flugverhalten und Gesetzeslage helfen oft. - Technische Hilfen an Flughäfen: Laser-Detektoren entlang der Piste und bessere Scheinwerferfilter in Cockpits können die Zeitspanne reduzieren, in der die Besatzung gefährdet ist. - Niederschwellige Meldesysteme: Apps oder eine Hotline, die es Passanten leicht macht, verdächtige Lichtquellen sofort zu melden.
Was Reisende und Nachbarn tun können
Wer abends am Flughafen, in Can Pastilla oder am Arenal unterwegs ist, sollte Augen und Smartphone offen halten. Videoaufnahmen sind oft der Schlüssel. Melden Sie ungewöhnliche Lichtquellen der Flughafenpolizei oder per Notruf. Und: Wer einen Laser hat, sollte ihn zuhause lassen – besonders wenn der Alkoholpegel steigt. Es ist keine harmlose Spielerei, sondern ein potenziell lebensgefährlicher Eingriff.
Blick nach vorn: Chance für bessere Kooperation
Der Vorfall war glimpflich ausgegangen. Aber das darf nicht zur Beruhigung verführen. Es ist eine Chance, die Alarmbereitschaft zu schärfen und Prävention zu bündeln: Flughafenbetreiber, Guardia Civil, Gemeinden rund um Son Sant Joan und die Hotellerie sollten ein gemeinsames Konzept entwickeln. Kleine Maßnahmen wie Informationsblätter an Mietwagen, gezieltere Streifen zur Dämmerungszeit und die Einrichtung eines schnellen Datenpfads für Videoaufnahmen könnten viel bewirken.
Wir bleiben dran und berichten, sobald die Ermittlungen neue Erkenntnisse liefern. Eines ist klar: Mallorca kann und muss die Sicherheit ihrer Landebahnen ernster nehmen — bevor das Glück erneut entscheidet.
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