
Vom Songschreiber zum Gastgeber: Ralph Siegel eröffnet musikalisches Restaurant in Spanien
Vom Songschreiber zum Gastgeber: Ralph Siegel eröffnet musikalisches Restaurant in Spanien
Der Komponist Ralph Siegel und seine Frau haben ein Restaurant in Tarragona übernommen. ‚Meson Bahia Restaurant Musical by Mister Eurovision‘ will künftig Musik, Fußball- und ESC-Abende verbinden. Eine Eröffnungsparty ist für den 28. März geplant.
Vom Songschreiber zum Gastgeber: Ralph Siegel eröffnet musikalisches Restaurant in Spanien
Ein neues Kapitel für den ESC-Veteranen: Essen, Bühne und Fernsehtechnik sollen zusammenkommen
Wenn in Palma der Märzwind leicht über die Passeig-Marítimo-Promenade streicht und die Cafés am Plaça Major nachmittags voller Stimmen sind, fällt eine Nachricht auf: Ralph Siegel, der Mann hinter „Ein bisschen Frieden“, wird künftig nicht nur Kompositionen veröffentlichen, sondern auch Tische eindecken. Der 80-jährige Komponist hat zusammen mit seiner Frau Laura ein Restaurant in der Provinz Tarragona übernommen – knapp anderthalb Stunden von Barcelona entfernt.
Das Lokal, das künftig unter dem Namen „Meson Bahia Restaurant Musical by Mister Eurovision Ralph Siegel“ firmiert, liegt neben dem Haus, das das Paar vor drei Jahren gekauft hatte. Nach etwa einem Jahr Verhandlungen wurde der Erwerb abgeschlossen. Die Idee wirkt einfach: Musik und Mahlzeiten unter ein Dach bringen, eine Bühne installieren und Abende mit gemeinsamen Fernsehübertragungen anbieten.
Die offizielle Eröffnung hat das Paar für den 28. März um 17 Uhr angesetzt. Zu der Feier sollen Weggefährten und Publikumslieblinge aus dem Showgeschäft auftreten. Als Programmpunkte werden unter anderem Auftritte von Dschinghis Khan und Christian Jaycob angekündigt. Wenn die Bühne einmal steht, sind außerdem Public-Viewing-Abende geplant – von Fußball-Weltmeisterschaftsspielen bis zum Finale des Eurovision Song Contest.
Für die Mallorquiner*innen, die das kulturelle Gefüge der Insel mit beobachten, ist so ein Projekt angenehm vertraut und zugleich neu: Hier geht es nicht um großes Entertainment in der Ferne, sondern um ein Lokal, das Nachbarn, Musikfans und Reisende anzieht. Eine kleine Bühne in einem Gastraum kann mehr sein als ein Vorwand für Schlaglichter; sie ist ein Treffpunkt, an dem sich Freundschaften vertiefen und neue Musiker ausprobiert werden können.
Wer Ralph Siegel kennt, verbindet ihn nicht nur mit dem großen ESC-Erfolg von 1982, sondern auch mit einer langen Medienpräsenz. In den frühen 2000er-Jahren war er kurz mit Nadja Abd el Farrag liiert; den Tod von ihr im Jahr 2025 kommentierte er damals mit Bestürzung. Solche privaten Kapitel gehören zu dem öffentlichen Bild eines Künstlers, der nun also auch Gastgeber sein will.
Für die Region Tarragona ist das Projekt ein kleiner Imagegewinn: Ein Restaurant mit musikalischem Anspruch kann zusätzliche Besucher in ruhige Landstriche ziehen und die lokale Gastronomie beleben. Es ist leicht vorstellbar, dass Nachbarorte davon profitieren – kleine Pensionen, Weingüter und Taxifahrer kennen die kurzen Ketten von Nachfrage und Angebot in Küstennähe.
Aus Mallorcas Perspektive ist das eine willkommene Erinnerung daran, wie Kultur und Tourismus sich lokal verknüpfen lassen. In Palmas Gassen oder an der Cala Major hört man oft, dass Gäste und Einheimische nach „mehr als Strand“ verlangen: gute Abende, überraschende Musik und verbindende Momente. Ein Lokal wie das von Siegel macht genau das möglich, nur eben ein Stück weiter östlich auf dem Festland.
Meine kleine Beobachtung aus dem Alltag: An einem lauen Nachmittag sitze ich gern im Café an der Plaza und höre dem Schwatzen der Markthändler zu. Wenn irgendwo Live-Musik angekündigt ist, ändert sich die Straße; die Menschen bleiben stehen, das Gespräch verlangsamt sich, und ein Fremder wird plötzlich Nachbar. Solche Szenen könnten künftig auch in Tarragona ablaufen – mit ESC-Hits im Hintergrund statt nur spanischer Gitarrenklänge.
Wer neugierig ist, kann sich den 28. März vormerken. Ob man nun aus Fanliebe zum Komponisten anreist oder einfach einen Abend mit Livemusik und Fußballübertragung sucht: Das Konzept ist einladend. Für Mallorca ergeben sich kleine Chancen: Kooperationen zwischen Restaurants, Musiker*innen und Veranstaltern auf der Insel und dem Festland könnten touristische Nischen bereichern.
Ein Satz zum Schluss, hoffnungsvoll und ein bisschen pragmatisch: Es braucht keine Großproduktion, um Menschen zusammenzubringen. Ein gutes Gericht, ein offenes Mikrofon und ein Bildschirm, der wichtige Spiele oder ein ESC-Finale zeigt, reichen oft. Ralph Siegel bringt die Melodien mit – jetzt bleibt die Frage, ob die Region und Gäste aus der Ferne die Tische füllen werden. Für einen Frühlingseffekt auf der Insel ist das eine Geschichte, die man gerne weiterspinnt.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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