
Regen und Tramuntana-Schnee füllen Mallorcas Stauseen – Gorg Blau springt hervor
Die jüngsten Niederschläge und Schnee in der Tramuntana haben die Stauseen, die Palma versorgen, deutlich angefüllt. Besonders der Gorg Blau zeigt Zuwachs; Emaya mahnt aber weiter zum sparsamen Umgang mit Wasser.
Regen und Tramuntana‑Schnee füllen Mallorcas Stauseen – Gorg Blau springt hervor
Erleichterung für die Wasserversorgung Palmas, Alltagsperspektiven und ein Ausblick für den Garten
Am frühen Morgen riecht die Stadt noch nach nasser Asphalt und Pinienharz. Auf dem Passeig Marítim prasseln ein paar letzte Tropfen von den Platanen, Taxis zischen vorbei, und aus kleinen Cafés steigt der Duft von Kaffee. Das ist die ruhigere Seite einer Woche, in der kräftiger Regen – begleitet von Schnee in höheren Lagen der Serra de Tramuntana – dafür gesorgt hat, dass die Insel wieder etwas mehr Wasser speichern kann.
Der städtische Wasserversorger Emaya meldet: Die beiden Stauseen in der Tramuntana, die Palma mit Trinkwasser versorgen, liegen derzeit bei rund 59 Prozent ihrer Kapazität. Innerhalb einer Woche hat sich der Füllstand um mehr als 17 Prozentpunkte erhöht. Das sind handfeste Zahlen, die man in den Tälern und an den Zuflüssen der Stauseen auch mit eigenen Augen sehen kann.
Besonders sichtbar ist der Anstieg am Gorg Blau. Wer die Serpentinen hinauffährt und am Aussichtspunkt kurz anhält, sieht das Wasser deutlich steigen – dort liegt der See inzwischen bei etwa zwei Dritteln seiner Kapazität. Die weiße Schneeschicht in den Gipfellagen hat geholfen, die kleinen Bäche zu verlängern, die jetzt langsam ins Becken einspeisen.
Emaya‑Präsident Llorenç Bauzá wertet die Entwicklung als positiv, weist aber zugleich darauf hin, dass sparsamer Umgang mit Wasser weiterhin wichtig bleibt. Diese doppelte Botschaft kommt vielen zur rechten Zeit: Freude über volle Speicher, aber keine Einladung zur Verschwendung.
Auf dem Land nehmen Landwirte und Gärtner die Veränderung wahr. In Dörfern wie Sóller oder Esporles hört man an den Wirtschaftswegen das Rauschen der wieder aktiven Barrancos; einige Anwohner erzählten, wie sie in den letzten Tagen ihre Zisternen kontrollierten und Dachrinnen freimachten, um das Regenwasser besser zu nutzen.
Für die Stadt Palma heißt das kurzfristig mehr Sicherheit bei der Trinkwasserversorgung, besonders nachdem der Sommer in den vergangenen Jahren oft Trockenphasen brachte. Mehr Wasser in den Stauseen reduziert das Risiko von drastischen Einschränkungen, die für Haushalte, Restaurants und Hotels sehr spürbar wären.
Das heißt aber nicht, dass die Reserven groß sind. 59 Prozent sind ein Aufatmen, kein Überschwang. Emaya mahnt zu weiterem Verantwortungsbewusstsein: Kleckern statt klotzen, heißt die Devise — etwa durch bewusstes Pflanzenwahl für den Garten, Reparatur von undichten Leitungen und kürzere Duschen.
Ein kurzer Alltagstipp, den man auf dem Markt in Santa Catalina hört: Wer Regen hat, stellt eine Tonne unter die Regenrinne. Das Wasser reicht für den Balkon, die Palme vor dem Haus oder zum Saubermachen. Solche einfachen Routinen helfen in Summe mehr als große Debatten.
Aus ökologischer Sicht ist der Schneefall in der Tramuntana ein gutes Zeichen: Er wirkt wie ein natürlicher Langzeit‑Wasserspeicher. Statt in einem Sturm alles abzuleiten, geben die Schneeschichten das Wasser zeitversetzt an Bäche ab und helfen so, die Nachspeisung der Stauseen zu strecken.
Wer jetzt durch die Tramuntana wandert, etwa auf der alten Straße zwischen Sóller und Fornalutx, sieht keine überfluteten Orte, sondern aufgefüllte Becken, satte Farben und stellenweise noch Schneereste im Schatten. Das gibt den Wanderführern und Gastronomen an den Bergdörfern etwas Luft für die kommenden Wochen.
Der Ausblick bleibt praktisch: Wenn die Wettersituation ruhig bleibt, kann sich der Trend stabilisieren. Gleichzeitig lohnt es, die Gewohnheiten beizubehalten, die den Verbrauch senken. Für jede beginnt das beim eigenen Wasserhahn.
Zum Schluss ein kleiner Aufruf mit Mallorca‑Charme: Genießen Sie den frischeren Duft nach Regen, aber denken Sie daran, die Insel schützt man auch, indem man sorgsam mit ihrem wichtigsten Gut umgeht. Ein gefüllter Gorg Blau ist Grund zur Freude — und Erinnerung daran, wie empfindlich unsere Ressourcen sind.
Was Sie praktisch tun können: Regenwassertonne anbringen, Tropflecksuche bei Armaturen, Gartenbewässerung in den frühen Morgenstunden, kürzere Duschen, heimische, trockenresistente Pflanzen wählen.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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