Sóller: Wassersparregeln aufgehoben — Regen gibt Atempause

Sóller atmet auf: Wassersparregeln aufgehoben — Regen verschafft Atempause

Nach Gewittern in der Serra verbessert sich die Wasserversorgung in Sóller. Verbrauchsbeschränkungen fallen vorerst weg — doch die Gemeinde bittet weiter um Vernunft.

Sóller atmet auf: Leitungswasser wieder freier nutzbar, aber Umsicht bleibt geboten

Am späten Donnerstagnachmittag flatterte die Meldung aus dem Rathaus in die Cafés und WhatsApp-Gruppen des Tals: Die in den letzten Wochen angeordneten Wassersparregeln sind aufgehoben. Auf der Plaça legten einige Markthändler die Gießkanne kurz zur Seite, das sonst so strenge Sparen mit dem Wasserhahn darf vorerst etwas lockerer stattfinden. Trotzdem klingt in der offiziellen Mitteilung der Tonfall der Vorsicht nach — als wäre das Regenwetter ein guter Atemzug, aber noch kein tiefer Seufzer der Entwarnung.

Was sich ändert — und was weiter gilt

Ende August waren in Sóller strikte Maßnahmen in Kraft gesetzt worden: kein Auffüllen privater Pools, keine Bewässerung in den heißesten Stunden, eingeschränkte Reinigung von Terrassen und Fahrzeugen. Das war ein ungewöhnlicher Schritt, der vielen Bewohnern und Unternehmern in Erinnerung blieb. Nun dürfen Pools wieder befüllt und Gärten auch tagsüber bewässert werden. Allerdings mahnt die Gemeindeverwaltung, das Verhalten nicht zu alten Gewohnheiten zurückzuführen — die Freigabe ist an einen verantwortungsvollen Umgang gekoppelt.

Grund für die Lockerung: In den vergangenen Tagen brachten lokale Schauer und Gewitter, vor allem in den oberen Lagen der Serra de Tramuntana, endlich wieder Wasser in die Bäche. Die Zuflüsse oberhalb des Tals füllen sich, einige Brunnen zeigen steigende Grundwasserstände, und die kommunalen Fassungen liefern stabilere Mengen. Die Zahlen aus dem Rathaus dokumentieren einen klaren Anstieg bei den Durchflussmengen — genug, um die temporären Beschränkungen aufzuheben, aber nicht genug, um tiefsitzende Vorsicht zu ersetzen.

Auf dem Markt hört man das Thema zwischen dem Klappern der Obstkisten und dem Rufen der Händler: "Oben hat's geschüttet, unten kaum", bringt ein Bauer auf den Punkt. Tatsächlich sind die Effekte lokal sehr unterschiedlich: Die höheren Gärten und Terrassen oberhalb von Fornalutx atmen deutlich auf, während die Unterbezirke noch vereinzelt unter Trockenstellen leiden. Zwei kommunale Schwimmbäder, die während der Engpässe geschlossen waren, sollen wieder öffnen — die Termine bleiben jedoch abhängig von der weiteren Entwicklung der Wasserstände. Wer spontan ins kühle Nass springen möchte, sollte die Aushänge an den Bädern oder die Gemeinde-Info prüfen.

Ein Lob an die Nachbarschaft: In der Mitteilung bedankt sich die Verwaltung ausdrücklich bei den Bewohnern und Gewerbetreibenden. Die kollektive Disziplin habe geholfen, die Versorgung zu stabilisieren — ein kleines, lokales Beispiel dafür, wie Gemeinschaft im Tal funktionieren kann. Wer morgens auf der Plaça seinen Café con leche trinkt, kann das Summen der Bewässerungsanlagen künftig mit etwas weniger schlechtem Gewissen hören.

Regen als Chance: nachhaltige Gewohnheiten jetzt etablieren

Die Wetterpause ist nicht nur Erleichterung, sie ist auch eine Gelegenheit. Wer jetzt Pflanzarbeiten, Renovierungen oder Poolfüllungen plant, kann zugleich nachhaltige Maßnahmen einbauen: Tropf- oder Zeitsysteme für die Bewässerung, Zisternen zur Regenwassernutzung, das Abdecken von Pools oder das Sammeln von Kondenswasser auf Balkonkästen sind einfache Schritte, die langfristig Verbrauch und Kosten senken. Kleine Investitionen machen den Unterschied, und viele Handwerker aus dem Tal bieten inzwischen passgenaue Lösungen an.

Auch die Gemeindeverwaltung sieht eine Chance zum Weitermachen: Bessere Information über Verbrauchsspitzen, Förderprogramme für Regenwasserspeicher oder zeitlich gestaffelte Bewässerungspläne könnten helfen, kommende Trockenphasen weniger schmerzhaft zu machen. Es ist ein pragmatischer Ausblick: Regen hat geholfen, die Lage zu beruhigen — aber Sóller ist nicht immun gegen künftige Hitze- und Trockenperioden.

Ein kurzer Jubel — und kein Freibrief

Wer beim nächsten Gewitter mit offenen Fenstern den Duft der nassen Erde einatmet, darf sich kurz freuen: Ein kleiner Sieg für das Tal. Gleichzeitig ist das Ganze kein Freibrief zum verschwenderischen Umgang mit Leitungswasser. Ein kluger Tropfen hier, eine Zisterne dort, und das Gießen am frühen Morgen statt mittags — das sind einfache Rituale, die auf Dauer vieles verändern. Und danach darf man sich gern ein Glas Leitungswasser einschenken, den Blick über die Serra schweifen lassen und den Klang der Plaça genießen — mit dem Wissen, dass Vernunft beim Wassergebrauch weiter gefragt ist. Wer mehr über die Herausforderungen in Sóller erfahren möchte, kann die aktuellen Wasserstände einsehen.

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