
Sóller statt London: Warum Tuchel und Scaloni Mallorca als Ruhepol wählen
Zwei Welttrainer, zwei Insel-Adressen: Thomas Tuchel lebt seit Ende 2024 in einer Villa in Sóller, Lionel Scaloni hat sein Familienzentrum in Bunyola. Was das für Mallorca bedeutet? Ein guter Blick auf Alltag, Tourismus und lokale Angebote.
Sóller statt London: Warum Tuchel und Scaloni Mallorca als Ruhepol wählen
Wenn man an einem heißen Vormittag durch Sóller schlendert, den Duft von frisch gebrühtem Café auf der Plaça und die leisen Glocken der Altstadt hört, fällt es kaum auf, dass hier Prominente Wurzeln schlagen. Trotzdem hat die Kleinstadt an der Nordwestküste in den letzten Monaten mehr Aufmerksamkeit bekommen: Thomas Tuchel, inzwischen 51 Jahre alt und seit dem 1. Januar 2025 Cheftrainer der englischen Nationalmannschaft, besitzt seit Ende 2024 eine Villa in Sóller. Auf der anderen Seite der Insel lebt Lionel Scaloni, 47, mit seiner Familie in Bunyola und verbringt rund die Hälfte des Jahres hier.
Das liest sich wie ein Promi-Klischee, fühlt sich vor Ort aber anders an. In Sóller begegnet man morgens vor allem der Bäckersfrau mit dem Brotkorb, dem Schulbus und Rennradgruppen, die von Port de Sóller die Berge raufkurbeln. Tuchels Anwesen liegt nicht an einer sterilem „Celebrity-Meile“, sondern eingebettet in die typische Mischung aus Zitrushaine, Steinmauern und engen Gassen. Die Villa, von Einheimischen eher beiläufig als „das neue Haus am Hang“ bezeichnet, bringt Aufmerksamkeit – ja – aber auch Bestellungen in den kleinen Handwerksbetrieben und Discountern für den täglichen Bedarf.
In Bunyola ist das Tempo noch ruhiger. Olivenbäume und die nahegelegene Finca Raixa prägen die Landschaft; Radfahrer auf der Ma-11 oder Spaziergänger auf alten Trockenmauern gehören zum Bild. Scaloni, der während seiner Zeit als Profi 2009 auf Mallorca seine spätere Ehefrau kennenlernte, hat sich offenbar für dieses entspannte, familiennahe Umfeld entschieden. Für ihn sind es die Radwege, die Ruhe und die Nähe zu vertrauten Orten, die das Leben hier attraktiv machen.
Warum ist das eine gute Nachricht für Mallorca? Erstens: Es zeigt, dass die Insel mehr ist als Sonne, Strand und Party. Die Infrastruktur – von guten Landstraßen über Bike-Routen bis zu kleinen, zuverlässigen Dienstleistern – hat Gewicht. Unternehmer, Die Handwerker, Gastronomen und kleine Hoteliers spüren das durchaus, wenn bekannte Namen sich längerfristig niederlassen. Zweitens: Sichtbarkeit kann helfen, das Image zu diversifizieren. Wer nach einem ruhigen Rückzugsort sucht, schaut jetzt auch auf Orte wie Sóller oder Bunyola und nicht nur auf die Hotelmeile.
Eine positive Alltagsszene: An einem Wochentag ist der Markt in Sóller ein Treffpunkt für alle. Der Gemüsehändler lacht, der alte Mann mit der Schale oranges de Sóller tauscht Neuigkeiten mit der Frau vom Käsestand, und in einer Ecke zieht ein Fahrlehrer eine Gruppe junger Radsportler wettkampftauglich warm. Das Gefühl von Normalität bleibt erhalten, auch wenn gelegentlich internationale Gesichter zwischen Einheimischen auftauchen.
Für die Insel bietet sich eine kleine Chance: Statt flüchtiger Schlagzeilen könnten längere Aufenthalte von bekannten Persönlichkeiten lokale Betriebe stärken, ruhigen Tourismus propagieren und Investitionen in Instandhaltung und Kultur fördern. Wichtiger noch: Wenn Respekt und Privatsphäre gewahrt werden, profitieren alle – Bewohner und Gäste gleichermaßen.
Ein Blick nach vorne: Mallorca kann diesen Moment nutzen, um sich als ruhige, vielseitige Insel zu präsentieren. Das bedeutet bessere Informationen für Besucher, die nicht nur Strand wollen, mehr Unterstützung für Rad- und Wanderinfrastruktur und Förderung kleiner Gastgeber. Es braucht keinen großen Plan, vielmehr praktische Schritte: gute Beschilderung der Radrouten, Förderung lokaler Märkte und Unterstützung für Handwerksbetriebe, die Wohnraum instand halten.
Fazit: Dass zwei internationale Trainer hier ein Zuhause gefunden haben, ist kein großes Medienereignis, sondern eher ein Stimmungsbild: Mallorca bleibt eine Insel, auf der sich Menschen unterschiedlichen Kalibers zurückziehen, um Alltag und Arbeit zu balancieren. Für die Nachbarschaft bringt das neue Wege, Einnahmen und vielleicht den einen oder anderen Radfahrer mehr auf die Ma-11 – und ganz sicher einen frischen Duft von Zitrus und Café in den Morgenhimmel.
Häufige Fragen
Warum ziehen Prominente wie Tuchel und Scaloni Mallorca als Ruhepol an?
Welche Auswirkungen haben längere Aufenthalte bekannter Persönlichkeiten auf Sóller und die lokale Wirtschaft?
Was macht die Umgebung rund um Sóller und Bunyola für Radfahrer attraktiv?
Was macht der Sóller-Markt attraktiv für Besucher?
Wie wirkt sich das Klima auf Mallorca auf Reiseplanung und Aufenthalte aus?
Lässt sich gut baden auf Mallorca, und welche Strände eignen sich abseits der großen Hotspots?
Welche Packtipps helfen bei einem entspannten Mallorca-Trip?
Welche Aktivitäten passen gut zu einem ruhigen Mallorca-Urlaub?
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