
Neuer Wind im St. Regis Mardavall: Giuseppe Losciale übernimmt die Leitung
Neuer Wind im St. Regis Mardavall: Giuseppe Losciale übernimmt die Leitung
Das St. Regis Mardavall startet mit dem Italiener Giuseppe Losciale in die Saison. Seine Gastronomie-Erfahrung und Pläne für lokale Partnerschaften könnten die Insel bereichern.
Neuer Wind im St. Regis Mardavall: Giuseppe Losciale übernimmt die Leitung
Letzten Freitagabend, während die Sonne langsam hinter den Kiefern von Punta Negra verschwand und vom Mar Sea Club aus noch Stimmen und das Klirren von Gläsern zu hören waren, stellte das Resort seinen neuen Direktor vor: Giuseppe Losciale. Der gebürtige Süditaliener kommt mit einem Gepäck voller Erfahrungen aus Häusern wie dem Armani Hotel in Mailand, The Ritz in London, dem Suvretta House in St. Moritz sowie Stationen im Nahen Osten, Lateinamerika und bei weiteren Häusern der internationalen Spitzenhotellerie.
Losciale bringt, so lässt sich sein Profil beschreiben, ein starkes Augenmerk auf Gastronomie und Hotellerlebnis mit. In mehreren Stationen hat er Konzepte entwickelt und Häuser neu positioniert. Auf Mallorca bedeutet das konkreter: verstärkte Zusammenarbeit mit lokalen Produzent:innen, stärkere Einbindung mallorquinischer Küchenlinien in die Menüs und mehr Veranstaltungen, die nicht nur Übernachtungsgäste, sondern auch Bewohnerinnen und Bewohner der näheren Umgebung anziehen sollen, wie Projekte und Diskussionen über Neue Hotels für den Südwesten: Luxus, Aufwertung und frische Impulse für Calvià zeigen.
Das klingt im ersten Moment nach klassischen Ankündigungen — aber es gibt kleine, glaubwürdige Signale: Die Präsentation im Mar Sea Club war nicht nur eine formelle Vorstellung, sondern ein Versuch, das Haus sichtbarer für die Insel zu machen. Wer an diesem Abend die Zufahrt zur Anlage hochfuhr, hörte noch die Stimmen der Anwohnerinnen, die vom Strand zurückkehrten, und die Straßenlaternen in Cala en Blanes warfen ein warmes Licht auf parkende Fahrräder und Taxen, die Gäste abholten. Solche Szenen passen zu Losciales angekündigter Idee, das Resort stärker in den Alltag der Gemeinde einzubinden.
Warum das gut für Mallorca ist? Erstens: Qualität, die sich öffnet, hilft dem lokalen Angebot. Wenn ein Luxushotel regionale Erzeuger regelmäßig bezieht, entsteht Nachfrage nach mallorquinischen Lebensmitteln und Handwerksprodukten — von Olivenöl über Käse bis hin zu traditionellen Backwaren. Zweitens: Austausch schafft Jobs und Lernmöglichkeiten für Menschen vor Ort, zum Beispiel durch gemeinsame Koch-Events, Praktika oder saisonale Verträge für Servicekräfte mit Perspektive. Drittens: ein offeneres Hotel kann die touristische Wahrnehmung verändern — weniger abgeschottete Oasen, mehr Orte, an denen Einheimische und Gäste auf Augenhöhe zusammentreffen.
Konkrete Ideen liegen auf dem Tisch: regelmäßige Wochenmärkte auf Hotelgelände mit Bauern aus der Umgebung, kulinarische Reihen, bei denen mallorquinische Köchinnen und Köche Menüs gestalten, oder Partnerschaften mit nahegelegenen Bodegas und Fischern für spezielle Menüs am Meer. Keine dieser Maßnahmen ist revolutionär, aber alle zusammen dürften den Mardavall-Kosmos näher an die Insel bringen; ähnliche lokale Debatten gab es zuletzt um Rancho La Romana in Peguera: Abschied eines Inselgesichts — Werner Wiedemann übergibt.
Natürlich bleibt abzuwarten, wie sich Vision und Alltag treffen. Die Herausforderung liegt weniger in der Idee, als in ihrer Umsetzung: faire Preise für Produzent:innen, echte Beschäftigungsperspektiven für lokale Kräfte und ein sensibler Umgang mit der Nachbarschaft, ein Punkt, der auch in Debatten um Valparaíso vor dem Neuanfang – oder vor dem Abschied? sichtbar wurde. In einem Ort wie Punta Negra, wo sich Ruhe und exklusiver Tourismus die Waage halten, ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Für die Insel bietet die Personalie dennoch Anlass zu kleiner Zuversicht. Ein Manager mit internationaler Erfahrung, der zugleich die Erinnerung an seine süditalienische Herkunft immer wieder als Verbindung zur Mallorquinischen Lebensart nennt, bringt die richtige Mischung aus Profession und Bodenständigkeit mit. Wer an einem lauen Abend den Passeig entlanggeht und die Silhouette des Resorts gegen den Himmel sieht, bemerkt: Es bewegt sich etwas. Ob das Mardavall zu einem lebendigeren Treffpunkt für Inselbewohnerinnen und Gäste wird, hängt nun von Taten ab — und von der Bereitschaft aller Beteiligten, das Haus öffentlicher zu denken, ähnlich wie bei Diskussionen um Neuer Anlauf für das Anima Beach: Wer bekommt den Hafenstrand von Palma?
Ein kleiner Ausblick: Wenn Losciales Pläne greifen, könnten in den kommenden Monaten mehr Mallorquinerinnen und Mallorquiner das Resort besuchen, mehr lokale Produkte auf den Tellern landen und Mallorca ein Stück weit erkennbar im Angebot eines großen Hauses wiederfinden. Das wäre ein Gewinn für die Insel — und für die, die hier leben und arbeiten.
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