
Weihnachtsmarkt-Streit in Palma: Zwischen Glühwein und Verdrängung
Ein neuer, deutsch geprägter Weihnachtsmarkt mit 61 Hütten treibt Handel und Schausteller in Palma auseinander. Wer profitiert — und wer verliert?
Neuer Weihnachtsmarkt mitten in Palma sorgt für Zündstoff
Am Sa Feixina riecht es an manchen Tagen schon nach Meer, pfeifendem Wind und frisch gebrühtem Café. Zwischen Hafen und Santa Catalina will in diesem Jahr ein Veranstalter einen großen Weihnachtsmarkt aufziehen: „Christmas in Palma“, 61 Hütten, geöffnet vom 21. November bis 6. Januar. Eine schöne Aussicht für Glühwein-Liebhaber — für andere ein Warnsignal.
Die Fronten: Handel gegen Traditionsanbieter
Die Handelsverbände Pimeco und Afedeco begrüßen das Projekt. Ihre Argumente klingen vertraut: mehr Leben in der Innenstadt, Kundenströme, die auch in die kleinen Läden umgeleitet werden, regionale Produkte an den Ständen. Gerade an windigen Nachmittagen, wenn die Lichter am Passeig del Born angehen, wollen sie die Vorweihnachtszeit als Chance sehen.
Auf der anderen Seite stehen Schausteller und traditionelle Marktbetreiber, die sich verdrängt fühlen. Einige berichten, die Stadt habe Flächen für klassische Weihnachtsmärkte reduziert. Im Café an der Rambla werden solche Sorgen laut ausgesprochen: Man fürchtet nicht nur Umsatzverlust, sondern auch ein langsames Verschwinden einer mallorquinischen Marktkultur, wie auch in unserem Artikel über den Protest der Anwohner beschrieben.
Und wer zieht die Fäden?
Hinter dem Markt steht laut Handelsregister eine Firma namens Parque Magico de Navidad S.L., eingetragen im Mai. Verantwortlicher sei ein österreichischer Gastronom, der bereits auf der Insel aktiv ist. Auf der Webseite des Projekts läuft der Aufbau, es gibt Stellenanzeigen für Hüttenpersonal und Reinigungskräfte — ein vollständiges Impressum fehlt noch. Das nährt Misstrauen: Wer informiert, handelt und verteilt öffentliche Flächen?
Die weniger sichtbaren Fragen
Es sind nicht nur Emotionen und Duft nach Zimt. Es geht um Genehmigungen, Vergabekriterien, Lärmschutz, Müllentsorgung, Verkehr und natürlich Arbeitsbedingungen der Saisonkräfte. Werden ausländische Betreiber gleich behandelt wie lokale? Unterliegen alle Stände denselben Abgaben? Und wie passt ein nordisch angehauchtes Konzept in eine Stadt, die sich um ihre eigene Identität bemüht?
Solche Punkte werden oft hinter dem Glühweintopf vergessen: Steuern, Haftpflicht, Versicherungen für Fahrgeschäfte, Lärmgutachten für Anwohner am Hafen. Auch die Frage, ob die Stadt Flächen strikt vergibt oder intransparent bevorzugt, schwelt im Hintergrund. In unserem Artikel über die neuen Regeln erfahren Sie mehr über die Vo
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