
Tanzende Weihnachtsmänner auf dem Paseo del Born: Mallorca feiert im Takt
Heute Abend verwandelt sich Palmas Paseo del Born in eine rotweiße Tanzfläche: Hunderte, vielleicht tausende als Weihnachtsmänner und -frauen verkleidete Menschen treffen sich zur Line-Dance-Aktion „BIM Navidad“. Ab 18:00 Uhr wird zwei Stunden lang getanzt.
Tanzende Weihnachtsmänner auf dem Paseo del Born: Mallorca feiert im Takt
Tanzende Weihnachtsmänner auf dem Paseo del Born: Mallorca feiert im Takt
„BIM Navidad“ bringt Line-Dance, Lichter und gute Laune in Palmas Zentrum
Heute, am 14.12.2025, wird der Paseo del Born gegen 18:00 Uhr zu einem fröhlichen Sammelpunkt: Menschen in roten Anzügen, mit weißen Bärten und manchmal auch mit einem Augenzwinkern starten eine gemeinsame Line-Dance-Aktion unter dem Namen „BIM Navidad“. Die Szene hat die mobilisierende Energie, die Mallorca an Weihnachten immer wieder zeigt: laut, bunt und ein bisschen übermütig.
Aus den Seitengassen weht bereits der Geruch von gerösteten Maroni und Glühwein, Händler hängen noch letzte Lichterketten auf, und die Glocken der Kathedrale geben unaufgeregte Signale – eine typische Palma-Abendstimmung. Dann setzt die Musik ein, die Absperrungen werden gelockert und die Tanzfläche füllt sich in wenigen Minuten.
Organisiert wurde das Treffen von der Line-Dance-Szene der Insel. Die Lehrerinnen und Lehrer haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ihren Kursen motiviert, verkleidet zu erscheinen; viele reisen extra aus anderen Orten der Insel an. Es gibt Berichte, dass Busse unter anderem aus Son Servera kommen – ein Beleg dafür, wie die Gemeinschaftsfreude die Orte verbindet.
Der Ablauf ist bewusst einfach gehalten: Ab 18:00 Uhr wird rund zwei Stunden lang getanzt, unter den Weihnachtslichtern des Boulevards. Damit die Schritte synchron bleiben, koordinieren zahlreiche Tanzlehrkräfte die Mengen; vor Ort sind etwa fünfzig Instruktorinnen und Instruktoren, die das Tempo vorgeben und Anfängern mit einem Lächeln den Einstieg erleichtern.
Das ist kein Wettbewerb, eher eine kollektive Probe: Schrittfolgen wiederholen sich, Hände werden in die Hüften gestemmt, gelegentlich gibt es improvisierte Drehungen und Gelächter. Familien mischen sich mit Jugendlichen, Touristen schauen staunend zu, und ältere Tänzerinnen zeigen routiniert, wie man auch mit warmen Stiefeln swingen kann. Diese Mischung macht den Reiz aus.
Solche Aktionen sind für Mallorca mehr als nur Unterhaltung. Sie bringen Menschen zusammen, stärken lokale Sport- und Tanzvereine und schaffen öffentliche Räume, die im Winter oft leerer sind als im Sommer. Eine volle Promenade mit tanzenden Menschen hilft zudem dem stationären Gewerbe: Cafés und Büdchen erleben zusätzliche Laufkundschaft, Taschen von Einkaufspassanten füllen sich mit Souvenirs und Chestnuts-to-go.
Aus lokaler Sicht ist das auch ein kleiner, aber spürbarer Impuls für das kulturelle Leben: Wenn Line-Dance-Lehrer zusammentrommeln und Hunderte folgen, zeigt das, dass traditionelle und neuere Freizeitformen auf der Insel Raum haben. Die Organisatorinnen sehen das als Chance, neue Kurse zu gewinnen und das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Gemeinden zu stärken.
Man darf auch etwas schmunzeln: Wer hat behauptet, Weihnachtsmänner könnten nicht tanzen? Die rote Mütze fliegt, der Bart sitzt inzwischen etwas schief, aber das Lachen bleibt echt. Für viele Teilnehmer ist die Verkleidung ein Stilmittel, um Hemmungen abzulegen und einfach mitzutanzen.
Für Palma bedeutet so ein Abend: eine demokratische Bühne mitten in der Altstadt, kurzweilige Unterhaltung für Anwohner und Gäste und eine Erinnerung daran, dass Gemeinschaft auch in den kühleren Monaten funktioniert. Die Atmosphäre ist offen, laut und unprätentiös – genau das, was vielen in der hektischen Vorweihnachtszeit gut tut.
Wenn Sie heute Abend zum Paseo del Born gehen: bringen Sie feste Schuhe mit, rechnen Sie mit vollen Wegen und guter Laune, und geben Sie einem Tänzer ein freundliches Nicken. Wer weiß — vielleicht werden aus Zuschauern schon beim dritten Song Teilnehmer.
Die Szene hinter BIM Navidad hofft, dass die Idee Früchte trägt und in den kommenden Jahren noch mehr Orte der Insel beteiligt werden. Ein kleiner Anstoß, um Gemeinschaft zu pflegen: mehr Tanzkurse, mehr Begegnungen auf der Straße, mehr Gelegenheiten zum gemeinsamen Lachen. Und wer nicht mittanzen möchte, kann zumindest zusehen und sich anstecken lassen.
Foto: Ajuntament de Palma
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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