
Tragödie in Coll d’en Rabassa: Kind auf Gehweg getötet – Wer schützt unsere Fußwege?
Tragödie in Coll d’en Rabassa: Kind auf Gehweg getötet – Wer schützt unsere Fußwege?
Auf der Can Caimari in Coll d’en Rabassa fährt ein Auto auf den Gehweg; ein siebenjähriges Mädchen stirbt, Mutter und Großmutter werden verletzt. Ein Leitfaden, was jetzt fehlt und was sofort passieren muss.
Tragödie in Coll d’en Rabassa: Ein Kind verliert auf dem Gehweg sein Leben
Der Unfall auf der Can Caimari wirft mehr Fragen auf als Antworten
Am Sonntagmorgen geriet ein Pkw auf der Can Caimari in Coll d’en Rabassa auf den Gehsteig vor einer bekannten Metzgerei. Bei dem Zusammenstoß wurde ein siebenjähriges Mädchen so schwer verletzt, dass es später verstarb. Die Mutter und die Großmutter erlitten Verletzungen und wurden medizinisch versorgt. Polizeikräfte, Rettungswagen des Dienstes 061 und ein psychologisches Notfallteam waren vor Ort. Der Mann, der das Auto fuhr, blieb vorläufig in Gewahrsam; ein Alkoholtest war negativ. Die Untersuchung der Unglücksursache läuft.
Leitfrage: Wie kann eine Straße, die von Familien und Kindern genutzt wird, so gefährlich werden, dass ein solcher Unfall möglich ist?
Die unmittelbare Schilderung des Hergangs lässt offen, was genau den Wagen auf den Bürgersteig trieb: ein gesundheitliches Problem des Fahrers, ein technischer Defekt, ein Fahrfehler oder eine Mischung daraus. Fest steht: Auf einer Seite dieser Straße liegen Geschäfte, auf der anderen geht es zu Wohnhäusern und einem beliebten Treffpunkt für Kinder – dem Fußballplatz von Collerense. Gerade an Wochenenden und in den Nachmittagsstunden laufen dort oft Familien mit kleinen Kindern entlang.
Woran es in der öffentlichen Debatte bislang fehlt, ist ein nüchterner Blick auf die Infrastruktur: Die Can Caimari ist, so berichten Anwohnende, kein Ort für Tempo. Trotzdem werde dort häufig schnell gefahren, sagen sie. Kleinere Maßnahmen – Poller am Bordstein, aufgestellte Querungshilfen oder ein abgesenkter Tempolimit-Abschnitt – würden das Risiko deutlich senken. Stattdessen dominiert in den ersten Stunden nach dem Unfall vor allem die Suche nach Schuldzuweisungen. Ein ähnlicher tödlicher Unfall ereignete sich bei Son Castelló, was die Verantwortungslücken in solchen Situationen verdeutlicht hier.
Die psychische Dimension wird ebenfalls oft unterschätzt. Rettungskräfte brachten nicht nur Wunden, sondern auch Schockzustände zu den Einsatzwagen. Das eingesetzte Psychologenteam kümmerte sich um die Überlebenden; solche Hilfe ist wichtig, reicht aber nicht aus, wenn langfristig keine strukturellen Änderungen folgen.
Eine ganz praktische Alltagsszene aus Palma: An einem kühlen Sonntagmorgen mischen sich der Duft von frisch gebratenem Fleisch vor der Metzgerei mit dem Klackern von Fußballschuhen auf dem Gehweg. Mütter mit Einkaufstüten, Kinder auf dem Weg zum Training, Anwohner, die ihren Kaffee auf dem Balkon trinken – diese Harmonie kann in Sekunden zerreißen. Genau diese Sekunden sind es, die uns zeigen, wie nah Normalität und Tragödie beieinanderliegen.
Konkrete Lösungsvorschläge, die sich sofort und mittelfristig umsetzen ließen:
Kurzfristig: Einsatz temporärer Absperrpfosten (Poller) an gefährdeten Gehwegabschnitten, mobile Geschwindigkeitsanzeigen, zusätzliche Warnschilder in der Nähe von Schulen, Kirchen und Sportplätzen sowie eine Sichtprüfung der betreffenden Fahrbahn durch das städtische Verkehrsamt innerhalb von 48 Stunden. Eine Verbesserung der Verkehrssituation in Palma ist notwendig, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu vermeiden wie in Alcúdia.
Mittelfristig: Neuordnung der Verkehrsführung auf der Can Caimari mit baulichen Maßnahmen: Fahrbahnverengungen, erhöhte Zebrastreifen, Bordsteinabsenkungen und prüfbare Barrieren zwischen Fahrbahn und Gehweg. Überprüfung der aktuellen Tempolimite durch eine Verkehrssicherheitsanalyse und ein Programm für sichere Schulwege zu den Trainingsplätzen.
Langfristig: Systematische Erhebung von Unfallhäufungen in Palma, verpflichtende Sicherheitschecks für Straßen mit hoher Fußgängerfrequenz und ein stadtweites Konzept für seniorengerechte Mobilität und Fahrzeugkontrollen – weil bei vielen schweren Unfällen ältere Fahrer eine Rolle spielen, sollte Prävention hier Teil der Diskussion sein, ohne vorverurteilend zu werden. Auch der aggressive Fahrstil mancher Fahrer, wie in Bendinat, führt zu einer erhöhten Gefahr auf den Straßen dieser Art.
Was in der öffentlichen Debatte ebenfalls fehlt: transparente Informationen vom Verkehrsamt über bisherige Maßnahmen und eine klare Zeitachse für Veränderungen. Symbole der Anteilnahme – Blumen, Kerzen, Traueranzeigen – sind wichtig. Sie dürfen aber nicht das einzige Ergebnis bleiben. Behörden müssen jetzt zeigen, dass aus Tragödien Lehren gezogen werden.
Die juristische Aufarbeitung liegt in den Händen der Polizei und der zuständigen Ermittler. Das kann dauern. Die kommunale Politik hingegen kann sofort reagieren und muss dies auch tun: sichtbare Verbesserungen an der Unfallstelle, Gespräche mit Anwohnenden und Vereinen sowie die Zusage eines Prüfberichts innerhalb von zwei Wochen wären ein realistisches Minimum.
Fazit: Trauer ist angemessen und nötig. Verantwortungsübernahme heißt jedoch, die Straße nicht länger dem Zufall zu überlassen. Wenn in Coll d’en Rabassa nicht bald sichtbare Maßnahmen folgen, bleibt das Gefühl, dass ein Leben vor der Metzgerei umsonst verloren ging. Das ist ein Versprechen, das wir den Hinterbliebenen schuldig sind: nicht nur Mitleid, sondern handfeste Veränderungen.
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