
Tramuntana mobilisiert: 142 Hektar sollen sicherer werden
Tramuntana mobilisiert: 142 Hektar sollen sicherer werden
Der Inselrat plant umfangreiche Brandschutzarbeiten in der Serra de Tramuntana: 142 Hektar, 1,8 Millionen Euro aus der Touristensteuer, 19 Gemeinden. Die Maßnahmen starten 2026 und zielen auf das Entfernen leicht brennbaren Unterholzes – auch entlang von Straßenrändern.
Tramuntana mobilisiert: 142 Hektar sollen sicherer werden
Prävention mit Geld aus der Touristensteuer, Arbeit an Wegen und Wegrändern
Am frühen Morgen, wenn die ersten Busse den Ma-10-Pass hochkurven und Ziegenhüten noch im Schatten der Steine sitzen, riecht man es: Kiefernharz, trockenes Gras, die sommerliche Schwere in der Luft. Genau dort, zwischen Sóller und Andratx, will der Inselrat in den kommenden Jahren größere Vorsorge treffen. Auf 142 Hektar in der Serra de Tramuntana sollen präventive Forstarbeiten durchgeführt werden; bei der Finanzierung steht eine Summe von 1,8 Millionen Euro, bereitgestellt aus der Touristensteuer. Die Maßnahmen betreffen 19 Gemeinden.
Kurz und knapp: Es geht darum, leicht brennbares Unterholz zu entfernen – auch entlang von Straßenrändern. In einer Landschaft, die von Trockensteinmauern, Terrassen und schmalen Gebirgswegen geprägt ist, ist das kein bloßes Freischneiden: Organisation, Timing und Rücksicht auf Flora und Besucher sind gefragt. Nach den Planungen beginnen die Arbeiten im ersten Halbjahr 2026 und sollen bis 2027 laufen.
Warum das wichtig ist, merkt man an alltäglichen Szenen: Wanderer, die im Spätsommer die GR-221 entlanglaufen, halten oft an, wenn Rauch oder Funken sichtbar sind. Ein Funken am Wegrand kann sich in der Tramuntana bei warmem, trockenen Ostwind rasch ausbreiten. Durch das Entfernen von dichtem Unterwuchs und die Pflege von Wegrändern lassen sich Zündquellen entschärfen und Brandschneisen schaffen, bevor ein Feuer größer wird.
Die gute Nachricht: Das Projekt ist beachtlich finanziert und verteilt sich auf viele Gemeinden – das erhöht die Chance, dass Arbeit dort beginnt, wo Menschen leben und Straßen entlangführen. Für Anwohnerinnen und Anwohner heißt das auch: weniger Brandrisiko an den Zufahrten zu Dörfern wie Deià, Valldemossa oder Banyalbufar. Für Touristinnen und Touristen bedeutet es ein sichereres Wandererlebnis, ohne dass man gleich auf Militärschneiden oder großflächige Kahlschläge zusteuert.
So könnte es laufen: Fachleute geben den Takt vor, lokale Forstbetriebe und Gemeinden führen die Arbeiten aus. Kleine Maschinen und Handarbeit kommen dort zum Einsatz, wo Terrassen und Trockenmauern das Befahren mit größeren Geräten verhindern. Entlang wichtiger Straßenränder sind gezielte Eingriffe geplant, um das Brandverhalten zu verändern – nicht den Wald komplett zu entkernen. Achtsamkeit ist dabei Trumpf: Die Tramuntana ist Biosphäre, kein Industriegebiet.
Was Mallorca im öffentlichen Diskurs manchmal fehlt, ist die Perspektive der Menschen vor Ort. Landwirtinnen, Schäfer, Wanderführer und die Anwohner in den Bergdörfern kennen ihre Orte am besten. Wenn Arbeitsschritte mit ihnen abgestimmt werden, lassen sich Konflikte vermeiden: zum Beispiel Termine so legen, dass die Mandelernte oder religiöse Feste nicht gestört werden. Ganz praktisch helfen kleine Hinweisschilder an Arbeitsstellen, klare Informationen auf den Gemeindewebseiten und eine Nachsorge, die auf Biodiversität achtet.
Konkrete Vorschläge, die vor Ort leicht umzusetzen wären: kontrolliertes Weidemanagement mit Schafen in Grenzbereichen, regelmäßige Reinigung von Banketten an stark befahrenen Strecken, Schulungen für freiwillige Brandschutzhelfer und eine Karte mit Prioritätszonen, die öffentlich einsehbar ist. Noch einfacher: Lautstarke Mäharbeiten früh am Morgen vermeiden, damit die Nachtruhe der Dörfer respektiert bleibt, und Rückschnittmaterial lokal verwerten – etwa als Mulch in landwirtschaftlichen Feldern.
Die Tramuntana ist mehr als Panorama für Postkarten. Sie ist Arbeitsplatz, Rückzugsraum und Naturverbundenheit zugleich. Wer an der Plaça von Valldemossa sitzt, hört das entfernte Kreischen der Motorsägen und die Hunde bellen; das kann beunruhigen. Wenn am Ende aber weniger Feuer drohen und die Landschaft dabei ihren Charakter behält, ist das ein Kompromiss, den viele akzeptieren können.
Ausblick: Die angekündigten Arbeiten für 2026/2027 bieten die Chance, Routine in den Schutz der Berge zu bringen. Wenn die Maßnahmen transparent geplant und lokal eingebunden werden, bleiben Trockensteinmauern, Pfade und die typischen Ausblicke erhalten – nur weniger gefährdet. Und wer weiß: Vielleicht entstehen aus aufgeräumten Wegrändern neue Duftnischen, in denen Zistrosen und Thymian wieder freier atmen können.
Fazit: Das ist eine praktische, bodenständige Antwort auf ein reales Risiko. Mit 142 Hektar, 1,8 Millionen Euro und der Einbindung von 19 Gemeinden hat das Projekt Format. Die Herausforderung wird sein, es mit Respekt für die Landschaft und mit Mitnahme der Menschen vor Ort umzusetzen. Dann kann die Tramuntana sicherer und weiter lebendig bleiben.
Häufige Fragen
Warum werden in der Serra de Tramuntana auf Mallorca Forstarbeiten gemacht?
Ist Wandern auf der GR-221 in Mallorca im Sommer besonders riskant?
Wann ist die beste Reisezeit für die Serra de Tramuntana auf Mallorca?
Wie gefährlich sind Waldbrände in Mallorcas Bergen?
Was bringen die geplanten Arbeiten für Orte wie Deià und Valldemossa?
Wie stark stört Forstarbeit in der Serra de Tramuntana den Urlaub auf Mallorca?
Was sollte man bei Wanderungen in Mallorcas Bergen im Sommer einpacken?
Wie wird die Serra de Tramuntana auf Mallorca langfristig geschützt?
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