Voro: Ramallet y mahonés — Mallorcas Teller in Michelinkreis

Eine Tomate und ein Käse erobern die Welt: Voro-Gericht auf der Michelin-Liste

Mitten in Canyamel: Das einfache Gericht „Ramallet y mahonés“ aus dem Restaurant Voro wurde von Michelin zu einem der weltweit elf denkwürdigsten Teller gewählt. Für Mallorca ist das mehr als ein Ritterschlag — es ist ein kleines Fest für Erzeuger und Geschmack.

Eine Tomate und ein Käse erobern die Welt: Voro-Gericht auf der Michelin-Liste

Eine Tomate und ein Käse erobern die Welt: Voro-Gericht auf der Michelin-Liste

Warum ein einfacher Teller in Canyamel so viel über Mallorcas Küche aussagt

Am späten Vormittag in Canyamel hört man das leise Knirschen von Kies unter den Schuhen, der Geruch von Meer und etwas Erde liegt in der Luft. Genau hier, im kleinen Kosmos des Cap Vermell Grand Hotel, serviert das Restaurante Voro einen Teller, der jetzt international für Aufsehen sorgt: „Ramallet y mahonés“ wurde vom Michelin-Führer zu einem der elf denkwürdigsten Gerichte der Welt gewählt.

Keine Trüffel, kein Schaum aus der Molekularküche — sondern zwei sehr bodenständige Zutaten: die Ramallet-Tomate, eine kleine, aromatische Sorte, und der Mahón-Käse, der auf Menorca verwurzelt ist, aber auf Mallorcas Tellern längst dazugehören kann. Küchenchef Álvaro Salazar hat diese Zutaten so reduziert und genau gearbeitet, dass der Teller einen langen Nachhall hinterlässt. Das hat die Inspektoren beeindruckt; der Guide bewertet Gerichte über ein ganzes Jahr hinweg und lässt am Ende nur wenig stehen bleiben.

Für Voro ist die Anerkennung ein doppelter Grund zur Freude: Das Haus verteidigt seine zwei Michelin-Sterne und ist darüber hinaus bei den weltweit bemerkten Einzelgerichten vertreten. Solche Kombinationen aus Sterne- und Einzelplattenerkennung sind in der Spitzengastronomie selten und sagen etwas über die Konstanz im Detail aus.

Was das für Mallorca bedeutet, sieht man an einfachen Dingen: Die Bauern, die Ramallet-Setzlinge anbauen; die Molkerei oder das Genossenschaftskäselager, das Mahón-affine Sorten liefert; die Marktfrauen, die morgens in Artà oder Son Servera Tomaten zählen und sortieren. Wenn ein Teller wie dieser internationale Aufmerksamkeit bekommt, profitieren die kleinen Zulieferer entlang der Kette — nicht nur die Hotelküche.

Ich sehe Gäste aus Deutschland, die seit Jahren die Insel besuchen, jetzt auf neue Wege gehen: sie buchen nicht mehr nur eine Paella am Strand, sondern reservieren einen Tisch in Capdepera, weil sie die Geschichte hinter einem Bissen erleben möchten. Das verändert Reisemuster; Mallorca wird Stück für Stück auch als Ort ernst genommen, wo man essen gehen kann, um etwas zu lernen — über Herkunft, Textur und Handwerk.

Die Wahl des Michelin zeigt auch etwas anderes: Spitzenküche muss nicht laut sein, sie darf leise bleiben und gleichzeitig laut wirken. Ein konzentrierter Geschmack, präzise Technik und Respekt vor Produkten reichen aus. Für junge Köche auf der Insel ist das ein inspirierendes Signal: Regionales kann auf höchstem Niveau spielen.

Praktisch heißt das für Einheimische und Besucher: früh reservieren, die Produzenten vor Ort besuchen, und beim nächsten Marktgang die Ramallet-Tomate suchen. Und für die Branche: weiter auf Qualität setzen, Beziehungen zu Erzeugern pflegen und die Geschichten hinter Zutaten erzählen.

Am Ende ist es schön zu sehen, wie ein kleines Stück Insel auf einem Teller um die Welt reist. Wer morgens durch die schmalen Straßen von Canyamel schlendert, spürt diese Mischung aus Ruhe und Stolz — als würde die Insel kurz innehalten und sagen: Seht her, das ist auch unser Geschmack.

Rubrik: Gastronomie — Lokal aus Canyamel/Capdepera

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