Rancho la Romana bleibt offen: Werner Wiedemann führt weiter in Peguera

Von wegen Ruhestand: Warum Werner Wiedemann sein Rancho in Peguera weiterführt

Von wegen Ruhestand: Warum Werner Wiedemann sein Rancho in Peguera weiterführt

Das Rancho la Romana in Peguera bleibt geöffnet: Ein geplatzter Verkauf, geplante Events und die Erfahrung von „Curry‑Werner“ sorgen dafür, dass auf dem Berg weiter Würste, Krustenbraten und Livemusik serviert werden.

Von wegen Ruhestand: Warum Werner Wiedemann sein Rancho in Peguera weiterführt

Auf dem Berg bleibt das Licht an — für Gäste, Events und bayerische Klassiker

Wenn man an einem späten Nachmittag die Serpentinen hoch nach Peguera fährt, mischt sich der salzige Duft vom Meer mit dem Geruch von Braten und gebratenen Zwiebeln — gerade dort, wo das Rancho la Romana seit Jahrzehnten die Teller füllt. Der Mann hinter dem Herd heißt Werner Wiedemann; bekannt als „Curry‑Werner“ bei manchen, als Markt‑Werner bei anderen. Eigentlich hatte er vor, den Kochlöffel endgültig aus der Hand zu legen. Doch es kommt anders.

Im Herbst gab es noch ein großes Abschiedsfest, die Stimmung war entsprechend. Ein Käufer schien gefunden, sogar eine Anzahlung war geleistet. Das Rancho steht weiter zum Verkauf, aber solange kein neuer Eigentümer unterschreibt, bleibt Werner am Herd — und hat aus der Situation gleich ein Programm gemacht.

Die neue Saison startet hier nicht mit höflicher Zurückhaltung, sondern mit einem Sammelsurium aus Veranstaltungen, die man in Peguera nicht unbedingt erwartet: Quiznachmittage über die Balearen, Wochenend‑Buffets mit bayerischen Klassikern wie Weißwurst, Frikadellen und Krustenbraten, und als saisonaler Höhepunkt ein offizieller Saisonbeginn Ende März mit dem Sänger Egon Wellenbrink. Daneben sind Theaterabende, Rock‑ und sogar Heavy‑Metal‑Konzerte geplant — das Rancho besitzt eine seltene Licencia de conciertos, die Veranstaltungen mit Verstärkern und Lautsprechern offiziell erlaubt. Wer das Lokal kauft, würde diese Genehmigung übernommen bekommen.

Was hier auffällt: Werner muss nicht alles neu erfinden. Er bringt Erfahrung und ein Netzwerk mit. Früher stand er auf Märkten in Santa Catalina — Austern und Sekt waren da sein Ding — und später wurden seine Würste zur Legende. Diese praktische Vergangenheit speist sein Angebot heute; er weiß, wie man Gäste anlockt und wie man eine Küche organisiert, die sowohl Touristen als auch Einheimische anspricht.

Für Peguera ist das kein unwichtiges Detail. Das Rancho liegt oben auf dem Berg, eines der wenigen Betriebe in dieser Zone mit Konzertlizenz. Solche Orte beleben die Nebensaison, bieten Beschäftigung für Kellner und Techniker und bringen Publikum abseits der Strandpromenaden. Die angekündigten Formate — Krimidinner am 1. Mai mit Unterstützung der Eventplaner Carsten Siemann und Anja Ehrke, Familienbuffets, Live‑Acts — sind genau die Mischung, die kleine Orte brauchen: ein bisschen Kultur, ein bisschen Krach, und viele volle Teller.

Wer sich fragt, wie ein Übergeber‑Szenario aussehen könnte: Werner sagt, er bleibt zunächst beratend zur Seite. Das heißt: Käufer bekommen mehr als nur Räume und Töpfe; sie erhalten einen Übergangspartner, der Einweisungen in Abläufe gibt und den Kontakt zur Stammkundschaft hält. Das ist für jemanden, der neu in die Gastronomie einsteigt, mehr wert als jede Liste von Inventarstücken.

Vor Ort merkt man die Balance zwischen Vertrautem und Neuem. Am Wochenende klirren die Tassen, Kinderalbern, an der Bar diskutiert man über Fußball, aus der Küche duftet es nach Krustenbraten — trotzdem hängt ein Plakat für ein Metal‑Konzert am schwarzen Brett. Wer auf Mallorca glaubt, Gastronomie folge nur Saisonlogik, sieht hier, dass Experimente funktionieren, wenn Erfahrung und Lokalbindung stimmen.

Fazit: Für diejenigen, die Peguera mögen, ist das Rancho la Romana vorerst ein Glücksfall. Ein geplatzter Verkauf bedeutet mehr Zeit, um Konzepte zu testen; die Mischung aus bayrischer Hausmannskost, Kultur‑ und Musikangeboten und der bereitstehenden Konzertlizenz macht das Lokal zu einem Leuchtturm in der Gegend. Und Werner? Der wird wohl noch ein Weilchen den Lärm der Küche dem Klang des Ruhestands vorziehen — ganz im Sinne eines Mannes, der auf Märkten, an Grillstationen und in kleinen Theatern Spuren hinterlassen hat. Für Peguera ist das eine Einladung, wieder einmal den Berg hochzufahren, einen Teller zu teilen und zuzuhören, was als Nächstes geplant ist.

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