Kantinen-Aus am Flughafen Palma: Warum 15.000 Beschäftigte mit Tupper auskommen müssen

Tupper statt Teller: Warum die Mittagspause am Flughafen Palma zur Geduldsprobe wurde

Die Kantine am Flughafen Palma ist seit Monaten geschlossen. 15.000 Beschäftigte stehen vor teuren Cafés oder mitgebrachten Pausen – Grund sind Altlasten, Insolvenz und eine fehlgeschlagene Ausschreibung. Was jetzt zu tun wäre.

Tupper statt Teller: Wie die Pause am Flughafen Palma in die Warteschleife geriet

Die zentrale Frage ist kurz und laut: Wie lange müssen die rund 15.000 Menschen, die täglich am Flughafen Palma arbeiten, noch mit der Brotdose durch den Tag kommen? Wer morgens über den staubigen Parkplatz Richtung Terminal A geht, hört das Quietschen der Gepäckwagen, das Rattern der Busse und das dumpfe Brummen der Klimaanlagen — und sieht Kollegen mit Tupperdosen in der Hitze eilen. Die Kantine, die früher günstige Menüs bot, ist seit Monaten abgesperrt. Frische Farbe an den Wänden und Bauzäune wirken wie eine Baustelle ohne Plan. Palma Son Sant Joan: Kantine am Flughafen bleibt geschlossen — 15.000 Beschäftigte in der Warteschleife.

Die Probleme hinter der Absperrung

Aus dem Wirrwarr ragen drei Baustellen heraus: eine fünfstellige Schuld bei der Sozialversicherung, ein laufendes Insolvenzverfahren der früheren Betreiberfirma und eine Ausschreibung, die ergebnislos blieb. Kurz: Aena hat die Pacht auf null gesetzt, aber niemand trat an. Der Grund ist bitter einfach: Ein möglicher neuer Betreiber müsste Altlasten in Höhe von über 400.000 Euro übernehmen. Das schreckt private Anbieter ab und lässt die Halle leer.

Für die Beschäftigten bedeutet das: Cafés und Shops im Passagierbereich existieren zwar, doch ein belegtes Brötchen dort kostet schnell 15 bis 20 Euro. Für Schichtarbeiter mit engen Löhnen ist das keine Option. Die mitgebrachte Pausenbox ist Alltag — nicht aus Tradition, sondern aus Mangel. Gleichzeitig stehen 22 ehemalige Kantinenbeschäftigte ohne ausstehende Lohnzahlungen da: Gewerkschaften sprechen von rund 70.000 Euro offenen Forderungen. Das ist kein abstrakter Betrag, das sind Miet- und Stromrechnungen, das sind fehlende Gehälter.

Ein Blick, den man selten hört

Oft fehlt in der öffentlichen Debatte ein Blick auf die Menschen hinter dem Arbeitsschild: Gepäckabladerinnen mit Sonnenbrand am Nacken, Bodenpersonal, das in kurzen Pausen zwischen Flügen einen Kaffee schlürft, und Techniker, deren Schichtpläne keine langen Essenspausen erlauben. Wer hier morgens die Kaffeegerüche und das ferne Hupen der Taxis hört, weiß: Pausen sind knapp kalkuliert. Der soziale Druck wächst, wenn das einzige Alternativangebot im Sicherheitsbereich deutlich teurer ist. Warum die Sicherheitskontrollen zur Geduldsprobe werden.

Auf der anderen Seite stehen juristische und betriebswirtschaftliche Hürden. Der frühere Betreiber weist auf gestiegene Personalkosten, Tarifsteigerungen und Probleme wie Diebstähle hin. Gleichzeitig hat die Insolvenz die Situation verkompliziert: Löhne und Verbindlichkeiten liegen nun bei verschiedenen Gläubigern, Gerichte und Anwälte entscheiden, nicht die Menschen, die jeden Tag arbeiten müssen.

Warum das System versagt — und was selten betrachtet wird

Ein oft übersehener Punkt ist die Logik öffentlicher Ausschreibungen: Standardverträge verlangen, dass ein neuer Anbieter auch alte Verpflichtungen übernimmt. Diese Sorgfalt ist finanziell sinnvoll, kann aber in Krisensituationen den Markt blockieren. Ebenfalls wenig beachtet: die Rolle kleiner Caterer. Viele könnten kurzfristig einspringen, haben aber weder die Liquidität noch die Bonität, um Altlasten zu schultern oder komplexe Bewerbungsverfahren zu bestehen.

Hinzu kommt das Timing: In der touristischen Hochsaison verschärft sich der Druck. Mehr Flüge, mehr Personal, mehr Pausenbedarf — und trotzdem weniger bezahlbare Verpflegung. Das steigert auch die Gefahr von schlechteren Ernährungsgewohnheiten und gesundheitlichen Problemen bei Beschäftigten auf Dauer. Mehr Flieger, gleicher Flughafen: Warum es am Flughafen Palma momentan öfter hakt.

Konkrete Lösungen — kurzfristig und nachhaltig

Die Debatte darf nicht bei Schuldzuweisungen stehenbleiben. Kurzfristig könnten einfache, wirksame Maßnahmen helfen:

1. Überbrückungsmodelle: Pop-up-Küchen oder modulare Food-Trucks auf dem Personalparkplatz, betrieben von kleinen lokalen Anbietern mit öffentlicher Anschubfinanzierung. Diese brauchen keine Übernahme der Altlasten.

2. Pauschalentschädigungen: Temporäre Essensgutscheine für Schichtarbeiter, finanziert über einen Topf von Aena und dem Flughafenbetreiber — schnel

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