Abschied ohne Friedhof: Beyond Loove startet auf Mallorca

Abschied ohne Friedhof: Wie eine Artàerin neue Rituale für Mallorca anbietet

Abschied ohne Friedhof: Wie eine Artàerin neue Rituale für Mallorca anbietet

Aus der Trauer entstand eine Idee: Sandra Schwenn aus Artà kombiniert Erinnerungsarbeit mit handbemalten Kugeln und startet 2026 mit „Beyond Loove“ eine Alternative zu konventionellen Abschieden auf Mallorca.

Abschied ohne Friedhof: Wie eine Artàerin neue Rituale für Mallorca anbietet

Von Verlust zu Erinnerung — ein Projekt, das leise Platz macht

Am frühen Morgen in Artà hört man die Kirchenglocken über dem Markt, den Duft von frisch gebackenem Pa de pagès mischt sich mit kühler Bergluft. Genau hier begann für eine Frau aus dem Norden Mallorcas eine Neuorientierung, die inzwischen auch anderen Menschen auf der Insel neue Möglichkeiten für Abschied und Erinnerung öffnet.

Die Projektgründerin ist 57 Jahre alt und weiß aus mehreren Lebensstationen, wie sich Lebensentwürfe verändern: frühere Jahre als Model in Rom und London, danach ein Studium im Interieurdesign, schließlich der Umzug nach Mallorca im Jahr 2014 zusammen mit Mann und Sohn. 2018 gründete sie die Eventagentur Loove, die Hochzeiten organisiert. Ein ganz persönlicher Verlust — der Tod ihres Pferdes — löste bei ihr einen tiefen Reflexionsprozess aus. In der Auseinandersetzung mit Trauer und Erinnerung suchte sie nach Formen, die weniger auf stiller Abgrenzung, mehr auf Verbundenheit setzen.

Gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin reiste sie nach Mexiko, um dort den Día de los Muertos zu erleben. Jenseits des Feierns fand sie dort vor allem eine Haltung: Tod als Teil eines größeren Zyklus, Erinnern als gemeinschaftliches Tun. Zurück auf der Insel bekam die Idee Gestalt. Die Agentur bleibt bestehen, doch ab 2026 kommt ein neuer Bereich hinzu: „Beyond Loove“. Ziel: Abschiedszeremonien, die individuell gestaltet sind und auf die Wünsche der Hinterbliebenen eingehen.

Kern eines jeden Rituals ist eine handbemalte Kugel, außen als Erinnerungsstück, innen eine zweite Kugel aus organischem Material. In dieser inneren Hülle kann Asche oder anderes Beigabenmaterial deponiert werden; sie ist so konzipiert, dass sie in Erde oder Wasser zerfällt. Die äußere, sichtbare Kugel bleibt in der Wohnung oder an einem besonderen Ort als Anker. Die Formwahl — rund, geschlossen — ist bewusst: sie nimmt das Bild von Kontinuität und Erinnerung auf, ohne eine endgültige Grenze zu ziehen.

Auf Mallorca kann eine solche Form des Abschieds vergleichsweise unkompliziert eingesetzt werden. Es melden sich bereits Menschen, die ihre eigene Bestattung anders planen möchten, genauso wie Angehörige, die nach Varianten für einen würdigen Abschied suchen. Erste Kontakte zu Bestattungsinstituten bestehen, ganz klassische Abläufe bleiben dabei ebenso möglich wie persönliche Zeremonien am Meer, in einer Finca oder einem Olivenhain.

Was das Projekt für die Insel bedeuten kann? Ein kleines Beispiel aus dem Alltag: Auf der Plaça de la Vila sitzen ältere Mallorquiner beim Café, junge Eltern schieben Kinderwagen vorbei — kaum ein Thema ist so säkularisiert wie der Umgang mit Trauer. Angebote wie dieses schaffen einen Rahmen, um Abschied neu zu denken; sie laden dazu ein, Erinnerungen sichtbar zu machen statt sie allein zu bewahren. Für Nachbarn, Floristen und Bestatter entstehen neue Begegnungen; für Bewohner ein weiteres Stück kultureller Vielfalt.

Die Initiatorin beschreibt ihren Weg nicht als Abkehr vom Vertrauten, sondern als Erweiterung. Die Arbeit mit Farben, Formen und persönlichen Ritualen hat in der Praxis auch etwas Versöhnliches: Familien wählen Motive, Klänge und Speisen, die mit dem Verstorbenen verbunden waren. Manchmal findet die Zeremonie unter Pinien statt, manchmal in einem kleinen Atelier in Artà — oft begleitet von Gesprächen, die sonst seltener geführt werden.

Praktisch heißt das: Wer jetzt schon neugierig ist, kann sich informieren, Termine vereinbaren und gemeinsam mit der Gestalterin und ihrem Team eine Zeremonie entwickeln. Die Kombination aus künstlerischem Objekt und ökologisch abbaubarer Innenhülle wirkt für viele stimmig — sie verknüpft Erinnerung mit einer ökologischen Handhabung des Materials.

Ein Ausblick, der Mut macht: Auf Mallorca entstehen immer wieder kleine Initiativen, die traditionelle Umgangsformen ergänzen. Manche Bewohner finden in neuen Ritualen eine Möglichkeit, das eigene Lebensende oder das eines geliebten Wesens sinnstiftender zu gestalten. Ob am Meer, auf einer Finca oder zu Hause — Abschied muss nicht nur formal sein. Es kann ein Moment sein, in dem Geschichten erzählt, gerungen und gelacht wird.

Wer in Palma oder auf dem Weg von der Redaktion am Passeig vorbei die Insel beobachtet, sieht Menschen, die sich an alten und neuen Orten zuhause fühlen. „Beyond Loove“ ist kein lauter Bruch, es ist ein Angebot: eine Möglichkeit, Erinnerungen anzulegen, sichtbar zu machen und weiterzugeben. Für eine Insel, die viele Lebenswege zusammenführt, ist das mehr als eine Geschäftsidee — es ist ein neuer Ton im großen Gespräch über Leben und Ende.

Häufige Fragen

Wie ist das Wetter auf Mallorca im Frühling normalerweise?

Im Frühling zeigt sich Mallorca oft mild und wechselhaft, mit angenehmen Tagen für Spaziergänge, Ausflüge und die ersten Stunden im Freien. In den Bergen rund um Orte wie Artà kann es morgens noch kühl sein, während es tagsüber bereits freundlich und sonnig werden kann. Wer in dieser Zeit reist, sollte daher auf leichte Kleidung, aber auch auf eine dünne Jacke vorbereitet sein.

Kann man auf Mallorca auch im Frühjahr schon baden gehen?

Ja, baden ist auf Mallorca im Frühjahr je nach persönlichem Empfinden bereits möglich, auch wenn das Wasser oft noch frisch ist. Viele verbinden die Zeit eher mit einem ersten Strandbesuch, Spaziergängen am Meer und ruhigen Stunden an der Küste als mit langem Schwimmen. Wer empfindlich auf kühleres Wasser reagiert, wartet meist lieber noch etwas.

Welche Kleidung sollte man für Mallorca im Frühling einpacken?

Für Mallorca im Frühling sind leichte Sachen für den Tag sinnvoll, dazu eine Jacke oder ein Pullover für morgens und abends. Wer in den Norden oder ins Inselinnere fährt, sollte auch mit etwas kühleren Temperaturen rechnen, besonders in der Gegend um Artà. Bequeme Schuhe lohnen sich ebenfalls, wenn Spaziergänge, Märkte oder kleine Orte auf dem Plan stehen.

Was kann man in Artà auf Mallorca unternehmen?

Artà ist ein Ort, der sich gut für ruhige Spaziergänge, einen Bummel über den Markt und kleine Pausen in Cafés eignet. Viele schätzen dort die Mischung aus historischem Ortsbild, morgendlicher Ruhe und dem direkten Zugang zur Landschaft im Nordosten der Insel. Auch für Menschen, die Mallorca abseits der großen Ferienorte erleben möchten, ist Artà ein stimmiger Ausgangspunkt.

Gibt es auf Mallorca alternative Abschieds- und Trauerrituale?

Ja, auf Mallorca entstehen zunehmend Angebote, die Abschied persönlicher und freier gestalten. Dazu können kleine Zeremonien, Erinnerungsobjekte oder Feiern im Kreis der Familie gehören, statt eines rein formalen Ablaufs. Solche Formen sprechen Menschen an, die Trauer stärker mit Erinnerung, Verbundenheit und einem individuellen Rahmen verbinden möchten.

Wie funktioniert eine persönliche Abschiedszeremonie auf Mallorca?

Eine persönliche Abschiedszeremonie kann auf Mallorca ganz unterschiedlich aussehen, etwa am Meer, in einer Finca oder an einem vertrauten Ort im Grünen. Häufig werden Musik, Farben, persönliche Gegenstände oder Erinnerungen der Familie eingebunden, damit der Abschied näher am Leben der verstorbenen Person ist. Wichtig ist meist, dass die Zeremonie gemeinsam geplant wird und zu den Wünschen der Angehörigen passt.

Was ist bei einer Bestattung ohne Friedhof auf Mallorca möglich?

Auf Mallorca gibt es Ansätze, bei denen der Abschied nicht an einen klassischen Friedhof gebunden ist. Möglich sind Formen, bei denen ein Erinnerungsobjekt bleibt und die Asche oder ein Teil davon in einem biologisch abbaubaren Material beigesetzt wird. Solche Lösungen werden oft mit Bestattungsinstituten abgestimmt und können dennoch würdevoll und persönlich gestaltet werden.

Wie kann man auf Mallorca schon zu Lebzeiten eine eigene Abschiedsfeier planen?

Wer auf Mallorca die eigene Abschiedsfeier früh vorbereiten möchte, kann Wünsche zu Ort, Musik, Atmosphäre und Erinnerungsstücken festhalten. Viele Menschen empfinden es als entlastend, solche Fragen rechtzeitig zu klären, damit Angehörige später Orientierung haben. Auf der Insel gibt es dafür zunehmend Ansprechpartner, die individuelle und ruhige Formen mitdenken.

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