
Algaida knistert: Sant-Honorat-Fest mit Correfoc und Grillduft
Algaida knistert: Sant-Honorat-Fest mit Correfoc und Grillduft
Abends um 18:30 startet der Umzug mit Musik und Riesenfiguren, bei Sonnenuntergang lodert ein großes Lagerfeuer, das Rathaus verkauft Fleischplatten für 4 € und um 23:00 Uhr beginnt der Correfoc.
Algaida knistert: Sant-Honorat-Fest mit Correfoc und Grillduft
Wenn die Sonne hinter der Sierra de Tramuntana schon früh flacher steht und die Luft einen Hauch von Holzrauch trägt, merkt man: Auf Mallorca ist Festivalsaison nicht nur im Sommer; Beispiele wie Alaró feiert Sant Roc: Luftballons, Sobrasada und ein feuriger Correfoc zeigen das. In Algaida gehört der Januar den offenen Flammen. Heute Abend trifft man sich gegen 18:30 Uhr zum großen Umzug durch die Hauptstraßen — Musik, die typischen Riesenfiguren und Nachbarn, die sich gegenseitig zuprosteten, bevor die Reihen sich zur Plaça der Kirche lichten.
Das Rathaus hat alles vorbereitet: In der Dämmerung wird ein großes Lagerfeuer entfacht, entlang der Straße stehen Feuerstellen bereit, und wer möchte, darf sein Steak oder seine Butifarra selbst auf den Glut legen. Für alle, die ohne Grill ausgekommen sind, verkauft die Gemeinde Fleischplatten für vier Euro. Das ist kein Gourmet-Festival, das ist ein Fest der Hände und des Geruchs: Fett zischt, Sobrasada-Noten mischen sich mit Rauch, Kinder laufen zwischen den Tischen und Erwachsene tauschen die neuesten Dorfgeschichten aus.
Die Stimmung ist warm — wortwörtlich und im Herzen. Die Riesenfiguren stolpern fröhlich durch die Menge, Trommler geben den Takt vor, und aus den alten Häusern am Carrer Major kommen Scheinwerfer und Lichterketten. Man hört Klatschen, Gelächter, das Klirren von Tellern. Wer früh kommt, sieht noch die letzten Sonnenstrahlen, wer spät kommt, dem bleibt das Funkeln des Feuers und der klare Sternenhimmel über der Insel; die Reihen lichten sich schließlich zur Plaça der Kirche.
Ein echter Magnet der Nacht ist der Correfoc: Um 23:00 Uhr startet der traditionelle Feuerlauf. Flammen und Funken ziehen durch die Gassen, Menschen in feuriger Begleitung springen, tanzen und laufen mit — ein Spektakel, in dem Vorsicht und Leidenschaft eng zusammengehören. Die Atmosphäre ist aufregend, aber freundlich; man spürt die kollektive Erinnerung an Jahrhunderte alter Bräuche.
So ein Abend zeigt, warum diese Feste wichtig für Mallorca sind: Sie halten lokale Bräuche lebendig, bringen Familien und Nachbarn zusammen und füllen die ruhigere Jahreszeit mit Gemeinschaft, wie beim Felanitx zwischen Funken und Familien. Für Einheimische ist es ein Wiedersehen, für Besucher eine Chance, die Insel jenseits der Strände kennenzulernen. Kleine Betriebe, vom Metzger bis zum Getränkewagen, profitieren ebenfalls — das Geld bleibt oft im Dorf.
Wer mitkommen möchte: Die Organisatoren raten, feste Schuhe zu tragen, eine leichte Jacke einzupacken (die Abende sind frisch) und auf Kinder zu achten, wenn der Correfoc näher rückt. Das vollständige Programm liegt im Rathaus aus und ist über die Gemeindeseiten abrufbar, siehe beispielsweise Sommerwochenende auf Mallorca: Correfoc in Alaró und Wasserspaß in Llucmajor.
Mein Tipp aus dem Alltag: Eine Pause an der Plaça, ein Teller gegrilltes Fleisch in der einen, ein Glas Rotwein in der anderen Hand — und einfach zuhören. Die Gespräche, die Trommeln, das Knistern des Feuers. So klingt Mallorca im Januar. Wer heute dabei ist, nimmt nicht nur einen vollen Magen mit nach Hause, sondern auch einen kleinen Funken Gemeinschaft.
Ausblick: Sant Honorat endet nicht mit dem letzten Funken. Solche Abende nähren die Dörfer für Wochen — sie inspirieren Nachbarschaften, neue Ideen für kleine Projekte zu schmieden, und erinnern daran, wie wichtig gemeinsames Feiern ist. Wenn Sie morgen noch nachklingen möchten, lohnt sich ein Spaziergang durch die ruhigen Gassen von Algaida, die jetzt ein bisschen wärmer scheinen.
Für Dich gelesen, recherchiert und neu interpretiert: Quelle
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